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Schweiz: Baumwanze wütet weiter - keine Lösung in Sicht

27. September 2019

Die marmorierte Baumwanze entwickelt sich zu einem nationalen Problem. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Schadensbemessung doppelt so hoch, wie der Schweizer Obstverband (SOV) in einer Mitteilung schreibt. 2018 lagen sie bei 10, 2019 sind es bereits 20 Prozent und mehr.

Bildquelle: Shutterstock.com BMSB
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Die Task Force Pflanzenschutz des Schweizer Obstverbandes und die Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten trafen sich am Dienstag mit dem Bundesamt für Umwelt und dem Bundesamt für Landwirtschaft zur Lösungsfindung.

Seit zwei Jahren ist die marmorierte Baumwanze in der Schweiz anzutreffen und richtet dieses Jahr auf hiesigen Obstplantagen grosse Schäden an. Bis zu 20% Ernteausfälle beklagen Landwirte in der ganzen Schweiz, so die Mitteilung des Schweizer Obstverbandes. Bisher tauchten insbesondere in der Region Zürich grosse Schäden auf (Agronews vom 16.09.2019). Besonders betroffen seien Birnen, es bestehen aber auch Schäden an Äpfeln, Kirschen und Beeren sowie Peperoni und Tomaten. Die Wanze saugt das Fruchtfleisch an und sorgt so für deformierte und verfärbte Früchte.

Noch gibt es kein geeignetes Gegenmittel

Der Schädling, der wegen seines übelriechenden Sekrets auch Stinkwanze oder Stinkkäfer genannt wird, stammt aus China. Weil die Wanze erst seit Kurzem in der Schweiz ist, seien noch keine zugelassenen Insektizide zur Bekämpfung vorhanden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Wanzen überwintern in Häusern, deshalb sind Anlagen in Siedlungsnähe besonders betroffen. Wie der Obstverband schreibt sei eine chemische Bekämpfung sehr schwierig, da die ausgewachsenen Tiere bereits im April aus dem Winterquartier in die Kulturen einwandern. Auch eine Volleinnetzung der Anlagen müsse geprüft werden, allerdings sei dieser Lösungsansatz mit viel Risiko (Schnee im April) und hohen Investitionen verbunden.

Möglicher Gegenspieler könnte die aus Asien stammende Samurai Wespe sein, die die Wanzeneier frisst. Um die Wanze vermehren zu können, müssen zuerst Versuche durchgeführt werden. Dieser Prozess kann 2-4 Jahre dauern. Um die Obstproduzenten zu unterstützen arbeitet die Task Force Pflanzenschutz des Schweizer Obstverbandes und die Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft an einer schnellen Lösung.
 

Quelle: SOV - swissfruit.ch / Lid.ch

Veröffentlichungsdatum: 27.09.2019

Schlagwörter

Schweiz, Baumwanze, Lösung, Birnen, Weichobst, Schädling