Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Rheinland-Pfalz: Staatssekretär Dr. Thomas Griese zu Gast in der BWV-Fachgruppe Obstbau

31. Juli 2019

Am 18. Juli 2019 tagte die Fachgruppe Obstbau des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) in Alzey. Zu Beginn der Ausführungen des Staatssekretärs erläuterte der Fachgruppenvorsitzende, Ludwig Schmitt, die vielfältigen Probleme des heimischen Obstbaus. Ziel müsse es sein, die Betriebe zu unterstützen, um diesen Betriebszweig und die damit verbundene Vielfalt in Rheinland-Pfalz zu erhalten und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Foto © BWV
Ludwig Schmitt erläutert Staatssekretär Dr. Thomas Griese Qualitäts- und Produktionsunterschiede der heimischen Erwerbsobstproduktion. Foto © BWV

Als Hauptreferent konnte der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V., Ludwig Schmitt, den rheinland-pfälzischen Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF), Dr. Thomas Griese, in der Sitzung der Fachgruppe begrüßen. Er wurde begleitet von Fachreferent Gundolf Schrenk aus dem MUEEF. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachgruppensitzung nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit dem Staatssekretär. Daneben waren Doris Dannemann von der TH Bingen sowie Joerg Hilbers, Geschäftsführer des Bundesfachgruppe Obstbau, zu Gast.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese betonte, der Erhalt des heimischen Obstbaus sei ihm besonders wichtig. Dieser diene in seiner Vielfalt auch dem Naturschutz. Gleichzeitig betonte er, für ihn hätten sowohl die konventionelle als auch die ökologische Produktion ihre Berechtigung. Wichtig sei, dass die Produktionsrichtung in die jeweilige Betriebs- und Vermarktungsstruktur passe.

Die anwesenden Fachgruppenmitglieder erläuterten die Probleme, vor denen sie immer wieder bei der notwendigen Rodung von Obstanlagen stehen. In einigen Regionen gebe es regelmäßig Probleme bei der Rodung von Erwerbsobstanlagen oder der Errichtung von Kulturschutzeinrichtungen mit den Naturschutz- und Genehmigungsbehörden. Die Entscheidung, wann und ob ein Landwirt eine Obstbaufläche rode, müsse jedem Landwirt selbst überlassen werden. Schließlich seien die Betriebsleiter hervorragend ausgebildet.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese erläuterte, für ihn entstehe der beste Naturschutz durch eine aktive Bewirtschaftung von Flächen, nicht durch die Stilllegung. Sein Haus bevorzuge daher stets produktionsintegrierte Maßnahmen. Die Landwirte müssten als Teil der produktionsintegrierten Maßnahme finanzielle Mittel für diesen erbrachten Ausgleich erhalten, so Dr. Thomas Griese weiter.

In Bezug auf Kulturschutzeinrichtungen habe das MUEEF bereits vor einigen Jahren ein Gutachten in Auftrag gegeben, um nach Lösungen im Sinne aller Beteiligten zu suchen. Seither seien viele Anlagen genehmigt worden, so Dr. Thomas Griese weiter.

Sofern es in Einzelfällen, beispielsweise aufgrund einer Gebietsverordnung, in diesem Bereich zu Problemen komme, sei er sehr gerne bereit gemeinsam mit den Betrieben nach einer Lösung zu suchen.

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer der Fachgruppe und Staatssekretär Dr. Thomas Griese intensiv über die Produktionsauflagen, die Vorgaben des Lebensmitteleinzelhandels und die Einführung des Mindestlohnes. Hierunter hätten die Betriebe in besonderem Maße zu leiden. Während heimische Betriebe hierdurch massiv mit hohen Kosten zu kämpfen haben, müsse Importware zu Billigpreisen diese Vorgabe häufig nicht erfüllen.

Neben Staatssekretär Dr. Thomas Griese war Frau Doris Dannenmann von der TH Bingen zu Gast und stellte erste Ergebnisse aus einem Wildbienen- und einem Insektenprojekt vor. Im Rahmen des Wildbienenprojektes seien 19 Gattungen mit 27 Arten gefunden worden, die unterschiedliche Anforderungen an ihren jeweiligen Lebensraum hätten. In der Regel seien die Wildbienen auf Flächen mit geringem Bewuchs und Nistplätze, in denen die Larven überwintern können, angewiesen.  Sie erläuterte, Honigbienen führten häufig zu einer Nahrungskonkurrenz für die Wildbienen. In Bezug auf die untersuchten Erwerbsobstflächen seien sowohl im Wildbienenprojekt als auch im Insektenprojekt im Vergleich zu einer Streuobstfläche nur geringe Abweichungen im Hinblick auf die vorgefundenen Populationen nachzuweisen. Brachliegende, nicht gepflegte und nicht bewirtschaftete Flächen seien hingegen ungeeignet und wiesen in beiden Projekten eine geringere Population auf, so Frau Dannenmann weiter.

Anlässlich der Sitzung war auch der neue Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Obstbau, Joerg Hilbers, zu Gast und stellte sich vor. Joerg Hilbers erläuterte, er sei bisher als Berater in Norddeutschland tätig gewesen und freue sich nun auf seine neue Tätigkeit in der Bundesgeschäftsstelle und auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen. Durch seine Erfahrungen als Berater kenne er die Probleme, wie z. B. die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln sehr gut. Der Vorsitzende der BWV-Fachgruppe, Ludwig Schmitt, dankte Herrn Hilbers für seine Ausführungen und wünschte ihm viel Erfolg für seine neue Aufgabe.

Quelle:BWV

Veröffentlichungsdatum: 31.07.2019

Schlagwörter

Rheinland-Pfalz, Staatssekretär, Dr. Thomas Griese, Gast, BWV-Fachgruppe Obstbau