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Rheinland-Pfalz: Höhere Lebensmittelsicherheit

12. August 2014

Lebensmittelskandalen besser vorbeugen, Krisen bewältigen: Rheinland-Pfalz hat eine interdisziplinäre Kontrolleinheit eingerichtet, die kritische Lebensmittelbetriebe und Warenströme im Auge behält und im Fall des Falles landesweit einschreitet. „Mit der Zusammenführung von Krisenvorbeugung und Krisenbewältigung wollen wir die Lebensmittelsicherheit zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger für Rheinland-Pfalz noch weiter verbessern“, so Verbraucherschutzminister Hartloff.

IKER wird im Landesuntersuchungsamt (LUA) dauerhaft eingerichtet und nimmt im Herbst 2014 die Arbeit auf. Die erforderlichen finanziellen Mittel für die dafür benötigten Sachverständigen aus unterschiedlichen Disziplinen (Lebensmittelchemie, Lebensmittelkontrolle, Lebensmitteltechnologie und Veterinärmedizin) stehen bereit. Die Experten werden im Bereich der Lebensmittelsicherheit in Krisenfällen zur Krisenbewältigung beitragen und in „Friedenszeiten“ durch kontinuierliche risikoorientierte (Kontroll-)Arbeit der Entstehung von Krisen vorbeugen beziehungsweise dafür Sorge tragen, dass entstehende Krisen frühzeitig erkannt und gebannt werden können.

In Krisenfällen wird IKER die Aufgaben einer landesweiten „Task Force“ wahrnehmen, und bei lebensmittelbedingten Krisensituationen in ganz Rheinland- Pfalz die Rückverfolgung verdächtiger Lebensmittel organisieren, Sonderprobenahmen veranlassen, Untersuchungsergebnisse auswerten, die Staatsanwaltschaft oder die Kommunen unterstützen, den jeweiligen Krisenstab informieren, Aufträge vom Krisenstab entgegen nehmen und die Verbraucherinnen und Verbraucher informieren.

Die Arbeit von IKER erschöpft sich jedoch nicht in der Krisenbewältigung. Vielmehr soll die Einheit primär präventive Arbeit leisten und zur Krisenvorbeugung beitragen. „Natürlich ist es unser Wunsch, dass die dauerhafte präventive Arbeit von IKER dazu führt, dass eine Krise gar nicht entsteht, beziehungsweise deren Entwicklung bereits so früh erkannt wird, dass sie verhindert werden kann“ so der Minister.

LUA-Präsident Dr. Stefan Bent: „IKER wurde so konzipiert, dass produkt-, branchen- und unternehmensspezifischer Sachverstand vorhanden ist, der in „Friedenszeiten“ bei Kontrollen, Überwachung und Präventionsarbeit zum Einsatz kommt. Die dabei erworbenen vertieften Kenntnisse können dann im Krisenfall schnell und effektiv eingesetzt werden.“
So soll IKER beispielsweise auch dann tätig werden, wenn ein koordiniertes Vorgehen in mehreren Kreisen/Städten oder über die Landesgrenzen hinaus erforderlich ist. Darüber hinaus wird sich IKER im Bereich der Lebensmittelüberwachung bzw. der Infektionsprävention auf Betriebskontrollen, Epidemiologie und andere einschlägige Tätigkeiten konzentrieren und im Rahmen dieser Arbeit zusammen mit den Kommunen in Rheinland-Pfalz selbst Kontrollen durchführen - vor allem in besonders risikobehafteten Betrieben und in Betrieben, deren Überwachung Spezialwissen erfordert. „Durch die Zusammenarbeit von IKER mit den Kommunen wird die Lebensmittelüberwachung in Rheinland-Pfalz über Kreisgrenzen hinweg noch besser koordiniert als es bereits jetzt gegeben ist“, so Minister Hartloff.

Zur Bewältigung dieser Aufgaben erhält IKER die personell und sachlich erforderliche Ausstattung. Die IKER-Kern-Mannschaft besteht aus fünf Personen, darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei Bedarf weiteren Sachverstand im LUA und auch darüber hinaus (beispielsweise auf medizinischem, betriebswirtschaftlichem oder juristischem Gebiet) heranzuziehen.


Quelle: RlP

Veröffentlichungsdatum: 12.08.2014

Schlagwörter

Rheinland-Pfalz, Lebensmittelsicherheit