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PROFEL zur Klimaänderung: Auswirkungen auf Obst und Gemüse für die Verarbeitung

04. November 2019

Wie der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) berichtet, hat der europäischer Dachverband PROFEL am Mittwoch, den 23.10.2019, eine Pressemitteilung mit dem Titel "Climate change impact on fruit and vegetables for processing" veröffentlicht.

Bildquelle: Shutterstock.com Beeren
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Nachstehend die deutsche Übersetzung des Originaltext:

"Der Klimawandel ist für den Obst- und Gemüsesektor zu einer sehr ernsten Sorge geworden, da mehrere Jahre extremer und unbeständiger Witterung zu sinkenden Ernteerträgen geführt haben, was wiederum eine verringerte und unregelmäßige Lieferung von Rohstoffen an die Verarbeitungsbetriebe nach sich zog.

Diese ungünstigen Wetterbedingungen hatten schwerwiegende Auswirkungen auf das Wachstum von Gemüse in Europa: Die Kombination von extrem heißem und trockenem Wetter führte zu einer vorzeitigen Alterung der Pflanzen, was zu einer suboptimalen Akkumulation von Biomasse führte. Gebiete mit überdurchschnittlichen Niederschlägen und hohen Temperaturen waren anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

Infolgedessen führt der Klimawandel zu höheren Kosten für Obst- und Gemüseverarbeitungsunternehmen, die folglich Investitionen tätigen müssen, um Lösungen zu finden und um sich an diese Situation anzupassen, damit sie den Verbrauchern weiterhin Qualität und genug Produkten anbieten können.

Daher müssen Erzeuger und Verarbeiter:

  • Investitionen für die Bewässerung tätigen
  • Landwirte beim weiteren Anbau von Gemüse, trotz des Risikos einer geringeren Effizienz der Betriebsausstattung und der Produktionslinien, unterstützen.


Das veränderte Wetter hat sich auch 2019 nachteilig auf die Obst- und Gemüseverarbeiter in Europa ausgewirkt, da die wichtigsten Erzeugerländer während der Sommersaison extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt waren und die Ernteerträge je nach Region in unterschiedlichem Maße sanken.

Einem kürzlich veröffentlichten Bericht[1] der Europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge könnte der Klimawandel den Wert der europäischen Landwirtschaft bis 2050 um 16% senken, da Dürren und höhere Niederschlagsmengen auftreten.

Dem Bericht zufolge könnte der Klimawandel die gesamte Agrarindustrie in der EU auf den Kopf stellen, da die Pflanzenproduktivität in den Mittelmeerländern voraussichtlich bis 2100 um mehr als 80 % sinken wird, während in den nördlichen und westlichen Regionen längere Vegetationsperioden und geeignetere Bedingungen für die Intensivierung der Landwirtschaft zu erwarten sind. Insbesondere wird die Dürrehäufigkeit, vor allem im Mittelmeerraum im Frühjahr und Sommer zunehmen, während die Bodenpreise in Westeuropa um 8 % und in den nordischen und baltischen Ländern um einen noch höheren Prozentsatz zunehmen könnten.

Die Sommer 2017, 2018 und auch 2019 belegen dies. Teile Europas werden mit Wasserknappheit oder saisonaler Dürre konfrontiert, während andere von Sturzfluten betroffen sind.

In weiten Teilen Europas wirkten sich die hohen Temperaturen negativ auf die Sommerkulturen aus. Hohe Tagestemperaturen und das Fehlen einer ausreichenden Wasserversorgung wirkten sich negativ auf die Bestäubung aus, während hohe Nachttemperaturen die Photosynthese erhöhten und die tägliche Netto-Biomasseansammlung verringerten. In der Folge sank das Ertragspotenzial. In einigen europäischen Ländern wurde die Situation weiter verschärft, in denen Landwirten die Verwendung von Oberflächen- oder Grundwasser zur Bewässerung ihrer Pflanzen untersagt wurde.

In diesem Sommer wurden nicht weniger als drei Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 °C in Mittel- und Nordfrankreich, den Beneluxländern, Nordwestdeutschland und Teilen der Iberischen Halbinsel registriert.

Für den Obstsektor in Europa waren in Griechenland außergewöhnliche Hagel- und Gewitterereignisse zu verzeichnen, von denen etwa 20 % der Gebiete stark betroffen waren.

Vor allem in den europäischen Erdbeer- und Kirschkulturen waren Verluste von bis zu 40 % zu verzeichnen und Spätfröste führten auch bei Himbeeren und Pflaumen zu erheblichen Ernteausfällen. Obwohl es noch zu früh ist, um die Erträge der Apfelernte vorherzusagen, wird derzeit erwartet, dass die Birnenernte unter den Erwartungen liegen wird.

1EEA Report No 4/2019: Climate change adaptation in the agricultural sector in Europe. ISSN 1977-8449"

Quelle: BOGK

Veröffentlichungsdatum: 04.11.2019

Schlagwörter

PROFEL, Klimaänderung, Auswirkungen, Obst und Gemüse, Verarbeitung