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Primetime für PRIMEFRUIT - Nachhaltiges Management in der Obstproduktion

17. Dezember 2019

Das Brandenburger Landwirtschaftsministerium stellt regelmäßig ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das Projekt des Monats Dezember zeigt, wie unter der Federführung des ATB Bornim im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) Praxishilfen für den optimalen Fruchtbehang und bestmögliche Fruchtqualität im heimischen Erwerbsobstanbau entwickelt werden.

Foto © Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
Messung der Nettophotosyntheserate im Feld. Foto © Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Verfahren zur Optimierung der Ertragskapazität bei Kern- und Steinobst

Zur Erzeugung hochwertiger Früchte ist die Ausdünnung von Blüten oder Früchten auf die für den Baum optimale Fruchtanzahl die wichtigste Kulturmaßnahme. Allerdings sind die heterogenen Böden, die Brandenburg prägen, mit charakteristischen Sandlinsen eine besondere Herausforderung. Sie beeinflussen das Ertragsverhalten der Bäume und auch die Variabilität der Fruchtqualität innerhalb eines Bestands stark.

Um eine möglichst gleichmäßige Fruchtqualität und einen optimalen Ertrag zu erreichen, ist es deshalb notwendig, die Ausdünnung der Bäume präzise anhand ihrer Ertragskapazität durchzuführen.

Im EIP-Projekt PRIMEFRUIT wird bis 2020 ein Verfahren entwickelt, um die Ertragskapazität der Bäume auf Grundlage ihrer Blattfläche und entsprechend dem Kohlenhydratbedarf wachsender Früchte zu ermitteln.

Die Messungen erfolgen an den Apfelsorten 'Gala‘ und 'Pinova' sowie bei Süßkirschen in den beteiligten Praxisbetrieben. Die Blattflächen ganzer Bäume werden mit einem Laserscanner (LiDAR) erfasst, da in den Blättern bekanntlich die Kohlenstoffassimilation des Baumes zur Versorgung der Früchte stattfindet. Zusätzlich wird der Kohlenhydratverbrauch wachsender Früchte durch Gaswechselmessungen an Blättern und Früchten quantifiziert.

Foto © Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
Foto © Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Auf dieser Grundlage lässt sich die für jeden einzelnen Baum in einer Anlage die Ertragskapazität ableiten.

Unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie arbeiten im Projektteam für PRIMEFRUIT Institutionen und Spezialisten mit: Humboldt-Universität zu Berlin (Agrarklimatologie), Apfelgalerie Claudia Schernus und Thomas Bröcker GbR, BB Brandenburg Obst GmbH, Havelfrucht GmbH, Obsthof Lindicke, Obsthof Wilhelm Herzberg, Obstgut Marquardt GbR, Märkische Obstbau GmbH sowie ein Obstbauberater aus der Steiermark.

In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis werden genaue Karten zur Ertragskapazität erstellt. Diese machen die Variabilität innerhalb eines Bestands sichtbar und dienen als Grundlage für eine präzise Ausdünnempfehlung.

ELER-Projekt des Monats Dezember 2019

Mit Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER wird seit 2016 ein Bewertungsverfahren für die spezifische Ertragskapazität auf heterogenen Böden bei Kern- und Steinobstentwickelt. Die Gesamtkosten belaufen sich bis zum Projektende 2020 auf 468.718 Euro. Die Zuwendung beträgt 468.718 Euro. Davon stammen 374.975 Euro aus der ELER-Förderung, weitere 93.743 Euro aus Landesmitteln. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft zur Förderung von Projekten im Rahmen von EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ zugrunde.

Zuwendungsempfänger
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
Dr. habil. Manuela Zude-Sasse
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam
 
Mehr Information zu PRIMEFRUIT

Quelle: Landesregierung Brandenburg/ ATB

Veröffentlichungsdatum: 17.12.2019

Schlagwörter

Primetime, PRIMEFRUIT, Nachhaltig, management, Obst, Produktion