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Plastik-Gipfel Österreich: Handel unterstützt Umsetzung des gesetzlichen Kunststoffsackerl-Verbots

09. Januar 2019

Die österreichische Bundesregierung hat am 8. Januar ins Bundeskanzleramt zu einem Runden Tisch zum Thema Kunststofftragetaschen und -verpackungen geladen. Bundeskanzler Kurz (BKA), Bundesministerin Köstinger (BMNT) und Bundesminister Hofer (BMVIT) diskutierten gemeinsam mit Vertretern des Einzelhandels, dem Handelsverband, NGOs, hochrangigen Wissenschaftlern und Sozialpartnern über die bestmögliche Umsetzung des Plastiksackerl-Verbots ab 2020, die Einwegplastik-Richtlinie der EU sowie über weitere Maßnahmen zur Reduktion des Kunststoffmülls.

Bildquelle: Shutterstock.com Plastik
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Größerer Wurf durch Einbezug von Marktplätzen und Internet-Händlern aus Drittstaaten möglich

"Das Verbot von Plastiksackerln ab 2020 unterstützen wir in der Sache und sehen es auch als Chance für einen größeren Wurf. Sorgen wir gemeinsam für mehr Wettbewerbsfairness, indem wir auch Internet-Händler und Marktplätze regulatorisch miteinbeziehen und ein faires Level Playing Field für alle Marktteilnehmer sicherstellen. Es wäre unverständlich, wenn das Verbot nur jene belastet, die Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich sicherstellen, aber jene digitalen Player außen vor lässt, die unser Land mit einer Plastikmüll-Lawine überrollen", empfiehlt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Viele Online-Händler aus Drittstaaten zahlen überdies kein Entpflichtungsentgelt für ihre nach Österreich gelieferten Verpackungen, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet wären. Eine strengere Ahndung wäre wichtig, um Marktverzerrungen zu vermeiden.

Der Handelsverband bewertet sowohl die rasche Umsetzung der Einwegplastik-Richtlinie der EU als auch das Verbot der Beimengung von Mikroplastikpartikeln in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln positiv. Auch mit dem generellen Verbot von Plastiksackerln – mit Ausnahme jener Tragetaschen, die biologisch vollständig abbaubar sind – kann der Handel leben. "Aus umweltpolitischer Sicht empfehlen wir jedoch, für schwere Kunststofftragetaschen, bei denen eine Wiederverwendbarkeit nachweisbar ist, einen Ausnahmetatbestand anzudenken. Entscheidend ist darüber hinaus, dass das Verbot branchenübergreifend gilt, also auch für Gastro-Lieferservices, Bäckereien, Würstelbuden und Apotheken", sagt Will.

Ausnahmen vom Verbot wären auch in jenen Bereichen wichtig, wo keine ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen bestehen, insb. hinsichtlich Hygiene (z.B. Frischfleisch, Fisch), Sicherheit (z.B. scharfkantige Artikel wie Schrauben; aber auch bei Duty Free Shops/Flughafen-Kontrollen) und Wasserdichtheit (z.B. Wasserpflanzen, Lebendfische).

Quelle: Ots/ Handelsverband

Veröffentlichungsdatum: 09.01.2019

Schlagwörter

Plastik-Gipfel, Handel, Kunststoffsackerl, Verbot, International, Online-Handel