Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Pflaumen: Mit einer vielfältigen Produktpalette an europäischen Sorten beherrschte das Inland den Markt

17. August 2017

Die Spitze des Angebotes nahmen Hanita, Bühler Frühzwetschgen, Hanka und Cacaks Schöne ein. Die Basis verbreiterten neue Chrodimer, Fellenberg, Cacaks Fruchtbare und Jojo. Die Präsenz von Top und Ersinger Frühzwetschgen dehnte sich erkennbar aus.

Bildquelle: Shutterstock.com Pflaumen
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Ergänzende Anlieferungen aus Ost- und Südosteuropa wuchsen deutlich an. Obschon die Intensität der Nachfrage nicht immer befriedigte, gelang es mit Leichtigkeit, die Forderungen auf ihrem Level zu fixieren. Das lag vor allem an der Überschaubarkeit der einheimischen Zugänge. Mengen- oder einstandsbedingt konnten sich ohne große Schwierigkeiten sogar zusehends Verteuerungen etablieren. Das galt häufig auch für die Konkurrenz vom Balkan. Dennoch blieben die höheren Kurse nicht völlig ohne Auswirkungen auf das Absatzgeschehen. Italienische Dro wurden langsam umgeschlagen, da ihre Kaliber zu klein ausfielen. Susinen importierte man wie Golden Japan aus Frankreich oder Black Amber aus Italien. Aus dem inländischen Anbau trafen erste Mirabellen ein

Äpfel
Insgesamt betrachtet hatte sich Europa wieder zurück an die Spitze des Sortimentes gekämpft. Die Produktpalette fächerte sich auf: Neu waren einheimische James Grieve und Gravensteiner. Ungenügend ausgereifte Boskoop aus Süddeutschland verbuchten kaum reelle Chancen. Die frühen Varietäten aus dem Inland und Frankreich wie Delbarestivale, Primerouge, Discovery und Galmac erhielten zusehends ansteigende Unterstützung durch Gala, Royal Gala und Elstar. Neben der alten Ernte brachte Italien diesjährige Erzeugnisse bloß in eher langsam expandierendem Maß ins Geschäft. Obwohl die Vertriebsgeschwindigkeit nicht in vollem Rahmen den Erwartungen entsprach, schlug man die Partien zu überwiegend stabilen Forderungen um. Die markant reduzierten Zuflüsse aus der südlichen Hemisphäre verloren erkennbar an Wichtigkeit. Trotzdem vergünstigten sie sich nur selten, wurden fast durchgängig in bisheriger Höhe aufgerufen. Diesen Sektor prägten vorrangig neuseeländische Braeburn, Pink Lady und Jazz.

Birnen
Der Verkauf war fest in der Hand italienischer Abladungen. Santa Maria, Williams Christ sowie Carmen bestimmten in angewachsenem Umfang das Geschehen. Die Türkei schickte ausschließlich Santa Maria. Dr. Jules Guyot, zu 60 % aus Frankreich und zu 40 % aus Spanien, rundeten wie moderat verstärkte Zufuhren von Williams Christ aus Frankreich und Deutschland die europäischen Anlieferungen ab. Unterdessen begann die Saison von niederländischen Clapps Liebling. Der Absatz kam ungeachtet der frischen Ware aus Europa einfach nicht in Schwung. Für gewöhnlich gelang es aber, die Bewertungen mindestens halbwegs in ihrem vorwöchigen Spannenbereich zu fixieren. Die restlichen Angebote aus Übersee wie z. B. Packham`s Triumph aus Südafrika oder Argentinien sowie Abate Fetel aus Chile generierten immer weniger Zugriff.

Tafeltrauben
Italien beherrschte den Markt. Daran waren maßgeblich Victoria und Sugraone beteiligt. Fast akkurat tauschten ihre Bedeutung miteinander Michele Palieri, die an Relevanz gewannen, und Black Magic, die an Belang verloren. Die Türkei rüstete auf mit ansteigenden Mengen von Thompson Seedless und Sugraone; demgegenüber starteten Sultana zögernd in ihre Kampagne. Erste französische Alphonse Lavallée mussten mit türkischen konkurrieren. Im Allgemeinen blieb infolge von differenzierten Güteeigenschaften die bisherige Distanz zwischen oberer und unterer Preisgrenze fortlaufend bestehen. Sie dehnte sich manchmal sogar noch aus. Zudem mussten die Forderungen häufig wegen einer zu schleppenden Räumung gesenkt werden.

Erdbeeren
Das Monopol der inländischen Erzeugnisse wurde lediglich durch einige polnische und spärliche niederländische Importe aufgebrochen. Die Bandbreite der organoleptischen Merkmale divergierte zunehmend. Dementsprechend fächerte sich das Kursniveau immer weiter auf. Das hing natürlich auch mit den unterschiedlichen Anbaumethoden zusammen. Oftmals knüpften die Notierungen anfangs völlig konform an die der Vorwoche an. Bald darauf sackten sie aber recht schnell ab, da sich das Interesse sichtlich verringert hatte. Hier und da bildeten sich verkaufsbelastende Überhänge. Am Freitag intensivierte sich punktuell der Zugriff derart, dass die Händler die Bewertungen umgehend wieder nach oben setzen konnten. Italienische oder polnische Partien lockten vielfach mit einer besseren Qualität als die einheimischen, weshalb man für sie in der Regel mehr aufwenden musste.

Aprikosen
Das Ende der Saison näherte sich erkennbar. Die rückläufigen französischen Zuflüsse herrschten dabei deutlich vor. Die Anlieferungen aus der Türkei begrenzten sich augenfälliger als jene. Spanien und Italien jedoch rundeten den Vertrieb mit nahezu unveränderter Relevanz ab. Die Güte der Früchte ließ spürbar nach: trockenes, mürbes Fleisch, unausgewogenes Aroma. Angebote aus den Hochlagen Italiens trafen da schon eher den Geschmack der Kunden, was diese angemessen bezahlen mussten. Da die verminderten Mengen generell genügend mit der entschleunigten Nachfrage korrelierten, brauchte man die Forderungen für gewöhnlich nicht wesentlich zu modifizieren. Insbesondere für große Kaliber konnten Verteuerungen etabliert werden. Reichlich verfügbare türkische Sekerpare, häufig in Spezialfolie aufgemacht, verbilligten sich örtlich wegen niedrigerer Einstände.

Pfirsiche und Nektarinen
Hauptgeschäftsträger waren spanische und italienische Abladungen. Frankreich komplettierte diese. Griechenland beteiligte sich bloß marginal. Die türkischen Zufuhren verdichteten sich. Ungeachtet des wenig lebhaften Interesses versuchte man das bisherige Niveau der Bewertungen zu sichern. Dieses Vorhaben war aber nicht stets von dauerhaftem Erfolg gekrönt; wenn, dann nur bei Chargen mit akzeptabler, ansprechender Qualität. Da die Versorgung die Unterbringungsmöglichkeiten oftmals überragte, entwickelte sich ein Verkaufsdruck. Diesen mussten die Händler wohl oder übel mit Vergünstigungen entschärfen. Hinzu kam, dass verstärkt Konditionsschwächen auftraten. Die türkischen Offerten der späten Haven-Gruppe orientierten sich hinsichtlich der Preise erstaunlicherweise an den französischen Mitstreitern.

Bananen
Die Geschäfte verliefen jahreszeitgemäß in ruhigen Bahnen. In optimaler Voraussicht hatte man den Nachschub aus den Reifereien dementsprechend gedrosselt. Die Bereitstellung passte also zum Bedarf. Daher bewegten sich die Bewertungen weitestgehend auf ihrem bisherigen Niveau. Ab Donnerstag verbesserte sich verschiedentlich das Interesse ein wenig. Der marginal verstärkte Zugriff löste aber keine Preisveränderungen aus. 

Blumenkohl
Deutsche Angebote bildeten ein Monopol, das lediglich in München durch einige belgische und in Köln durch spärliche niederländische Anlieferungen aufgebrochen wurde. Die Verfügbarkeit war keinesfalls drängend, schränkte sich eher sogar ein. Trotz der überschaubaren Umschlagsmengen gelang es früher oder später die Forderungen schrittweise anzuheben. Deren Ober- und Untergrenzen definierten sich über die divergierende Qualität der Ware. Angezogene Einstände verringerten bei belgischen Erzeugnissen die Verkaufszahlen.

Gurken
Die Belieferung des Marktes mit Schlangengurken fußte hauptsächlich auf inländischer Erzeugung, belgische und niederländische ergänzte sie. Die Intensität von Angebot und Nachfrage driftete nicht zu sehr auseinander. Mehrheitlich vergünstigten sich die Offerten, verstärkt zum Freitag hin. Verschiedentlich, direkt montags oder etwas später am Donnerstag, wurden die Forderungen auch angehoben. Manchmal brachen sie während der Tage kurzfristig ein, um sich dann postwendend wieder nach oben zu bewegen. Schwere Kaliber waren nur knapp vorrätig. Die Kunden mussten zunehmend wohl oder übel mit den sonst nicht so beliebten kleineren Sortierungen zufrieden sein. Die Zufuhren von inländischen Minigurken überragten die der niederländischen wesentlich. Sie wurden teils zu verschärften, teils zu niedrigeren sowie ab und an zu stabilen Bewertungen umgeschlagen.

Tomaten
Generell herrschte fortlaufend eine Überversorgung vor. Insbesondere die Importe aus der Beneluxregion drängten in massivem Umfang in den Handel. Und genau in diesem Sektor sackten am deutlichsten die Kurse ein. Der Versuch, damit ein Ankurbeln des Interesses zu verbinden, misslang in der Regel. Ähnliches galt für polnische Ware, deren Präsenz sich verdichtete. Inländische Rispentomaten und Runde Tomaten konnten sich dank einer überschaubareren Bereitstellung dieser Strömung häufig entziehen, verbilligten sich aber marginal hier und da, vor allem die nicht so schnittfesten Produkte. Demgegenüber tendierten die Preise bei den mittlerweile geradezu schon populären Tomaten mit hohem Lycopingehalt sogar nach oben. Diese Entwicklung war bei den Fleischtomaten, die monopolartig aus Belgien stammten, oftmals ebenso zu verzeichnen. Kirschtomaten, vorrangig aus Italien oder Deutschland, trafen auf hinlängliche Kauffreude. Sie notierten daher überwiegend konstant.

Gemüsepaprika
Fortwährend dominierten die niederländischen Abladungen das Geschäft. Die Türkei ergänzte in einem kaum modifizierten Rahmen. Die belgischen Zufuhren blieben fast vorwochengleich und die polnischen verstärkten sich unterdessen wie die inländischen Zuflüsse. Die vorrätigen Mengen überstiegen erkennbar den Bedarf. Infolge einer zu schleppenden Vermarktung mussten somit die Forderungen für gewöhnlich reduziert werden: bei den roten und gelben Kultivaren offensichtlich, bei den grünen etwas weniger augenscheinlich. Spätestens am Freitag waren Vergünstigungen nicht mehr zu vermeiden, wollte man unnötige Bestände verhindern.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln trafen ausschließlich aus Spanien ein. Die Versorgung mit den mild schmeckenden Produkten harmonierte in der Regel hinlänglich mit der Nachfrage. Daraus resultierten überwiegend konstante Notierungen. Bloß manchmal gaben diese an ihrer unteren Spannengrenze marginal um 0,50 € je 25-kg-Sack nach. Bei Haushaltsware passte die Bereitstellung vorrangig inländischer Chargen nicht zweifelsfrei zu den eher unaufgeregten Vertriebsmöglichkeiten. Ungeachtet des entschleunigten Verkaufes fixierten sich die Kurse oftmals auf ihrem bisherigen Level. Verschiedentlich sackten sie ab, da das Maß der Order dann doch zu gering war. Der 25-kg-Sack erzielte durchschnittlich maximal 13,- €. Niederländische rote Zwiebeln starteten in ihre diesjährige Kampagne. Sie kosteten bis zu 6,50 € je 10-kg-Abpackung.


Weitere Informationen
Frankfurt
Deutsche Charentais-Melonen bereicherten zu 1,50 € je Stück das Sortiment. Neben üppig vorrätigen türkischen Feigen wurden blaue aus Spanien im 1,5-kg-Kartons zu niedrigen 7,- € offeriert. Süßkirschen aus Kanada zu 13,- € je kg reihten sich nahtlos an die einheimische Saison an. Die Ernte bei Himbeeren fiel nicht sehr stattlich aus, sodass sich die Preise für die 250-g-Schale sukzessive nach oben bewegten. Die Vermarktung von rote Stachelbeeren schien fast beendet, für die letzten Angebote wurden 3,80 € je 500 g aufgerufen. Polnische Preiselbeeren initiierten ein freundliches Interesse. Die Einstände von chilenischen Kiwis hob man stark an. Französische Artischocken verteuerten sich sprunghaft auf bis zu 32,- € je 13/15-Stück-Kiste. Grüne Zucchini waren ab Donnerstag gesucht. Sie wurden am Freitag trotz leicht ansteigender Kurse glatt geräumt. Buschbohnen fanden zu 5,50 bis 7,- € je 5-kg-Gebinde genügend Beachtung. Inländische Stangenbohnen generierten zu 10,- bis 12,- € je 5 kg weniger Zuspruch. Die Abladungen an Steinpilzen verdichteten sich. Sie brachten zwischen 22,- und 25,- € je kg. Pfifferlinge vergünstigten sich infolge intensiver Anlieferungen.
Hamburg
Heidelbeeren erzielten 2,10 € je 500-g-Schale, norddeutsche rote Johannisbeeren 1,40 je 500 g, polnische Himbeeren bis zu 3,20 € je 250-g-Schale. Frische Feigen aus Italien verkaufte man zu 20,- € je 5,3 kg, schwarze oder grüne Wildfeigen zu 4,40 € je kg. Melonen gab es aus Spanien und Italien in großer Auswahl: beispielsweise Cantaloupe zu 1,10 € je kg, Galia zu 0,95 € je kg. Spanische Wassermelonen wurden zu 0,48 € je kg, italienische ab 0,30 € je kg gehandelt. Erste Steckrüben vertrieben die Händler zu 0,58 € je kg. Pfifferlinge aus Polen flossen ab 5,25 € je kg vom Platz; die aus Serbien kosteten 7,25 € und die aus Litauen 9,- € je kg.
München
Während inländische Himbeeren vorübergehend wieder knapper waren und sich verteuerten, konnten die Abladungen an Brombeeren nicht mehr zu den bisherigen Kursen abgesetzt werden. Nach dem Saisonschluss für inländische Kirschen zeichnete sich auch für die türkischen Produkte ein Lieferende ab. Nordamerikanische Chargen blieben preisbedingt Randartikel. Die Bewertungen für mexikanische Limetten begannen abzubröckeln. Ein sehr geringes Angebot an Spinat aus einheimischem Anbau vermarktete man weiter zu hohen Forderungen, die von Dill hingegen wurden gravierend zurückgenommen. Inländische Zucchini waren reichlich verfügbar. Der Mengendruck bei Pfifferlingen hielt an. Sie verbilligten sich.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 32 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 17.08.2017

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Pflaumen, BLE, Marktbericht, Sorten, Markt