Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Pflanzenschutz: Existenzbedrohende Frostschäden im Obstbau – wie weiter?

09. Mai 2017

In den Nächten vom 19. zum 20. sowie vom 20. zum 21. April 2017 wurden in Baden-Württemberg flächendeckend Temperaturen im Minusbereich bis zu -7 °C gemessen. Weitere Minustemperaturen traten regional in der Nacht vom 23. auf den 24. sowie vom 29. auf den 30. April auf. 


Bildquelle: Shutterstock.com

Die Obstbäume standen je nach Region in Vollblüte bzw. waren bereits mit den sich entwickelnden Früchten abgeblüht. Im Strauchbeerenobst waren bei Him- und Brombeeren im Freiland Knospen und erste Blüten zu erkennen, bei Johannis- und Stachelbeeren die ersten kleinen Früchte und die Erdbeeren standen ebenfalls je nach Kulturführung in der Blüte. Massive Frostschäden traten auf an Knospen, Blüten, jungen Früchten sowie Trieben bzw. Ruten. 

Im Gegensatz zu 2011 betraf der Frost nicht nur verschiedene Regionen und Lagen, sondern trat im gesamten Land massiv schädigend auf. Insgesamt wurden ca. 6.000 ha obstbaulich bewirtschaftete Fläche in Baden-Württemberg geschädigt. Selbst Frostschutzberegnung, die nur auf einem Teil der Flächen durchgeführt werden kann sowie andere Frostschutzmaßnahmen, wie Frostkerzen, Ölfeuerungen oder Luftverwirbelung durch Hubschraubereinsatz (Weinbau) führten nicht zuverlässig zum gewünschten Erfolg. Frostschäden vergleichbaren Ausmaßes gab es im Jahr 1981 und auch zum Teil 1991. 

Steinobst fast vollständig vernichtet

Das Steinobst mit Kirschen, Zwetschgen sowie Aprikosen und Pfirsichen wurde nach bisherigen Schätzungen mit 90 bis 100 % Ausfall mit wenigen regionalen Ausnahmen fast vollständig vernichtet. Im Kernobstanbau mit Birnen und Äpfeln unterscheiden sich die Angaben je nach Region mit Schädigungen zwischen 80 und 90 bzw. 90 und 100 %. In den Strauchbeeren ist der Schaden gegenwärtig noch etwas schwieriger abzuschätzen, bewegt sich aber auch je nach Anbau im Freiland oder geschützten Bereich zwischen 10 und fast 100 %. Auch der geschätzte Verlust zwischen 0 und 100 % bei den Erdbeeren richtet sich nach der Kulturführung im Tunnel, mit oder ohne einfacher oder doppelter Abdeckung, Stroheinlage oder Frostschutzberegnung. Auch wenn insbesondere beim Baumobst noch intakte Fruchtanlagen bei einigen Sorten an den Bäumen zu erkennen sind, ist der Ertrag kaum abschätzbar. Weitere Frostereignisse sowie Trockenheit können zu weiteren Schädigungen bzw. Fruchtfall führen.

Lesen Sie hier mehr.

Quelle: LTZ Augustenberg

Veröffentlichungsdatum: 09.05.2017

Schlagwörter

Pflanzenschutz, Frost, Obstbau, Frostschäden, Baden-Württemberg