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Paper Division des Weltrecyclingverbandes BIR tagte kürzlich in Paris

09. Januar 2015

In Paris fand unter der Präsidentschaft von Reinhold Schmidt, Recycling Karla Schmidt, Deutschland, die Mitgliederversammlung der Altpapiersparte des BIR-Bureau of International Recycling statt. Dem internationalen Teilnehmerkreis wurden hochqualifizierte Einblicke in die weltweiten Altpapiermärkte gegeben seitens der Mitglieder des BIR Papier-Vorstands sowie von namhaften Gastrednern. 

Reinhold Schmidt, zugleich auch Vizepräsident für Altpapier im bvse e.V., ging in seiner Einleitung auf Schlüsselthemen ein, die die Altpapierströme grenzüberschreitend beeinflussen. U. a. führte er die steigenden Qualitätsanforderungen der Altpapier-Abnehmer an, sinkende Margen der Aufbereiter, zunehmende Überkapazitäten bei den Herstellern Graphischer Papiere, die weltweite Verschuldungssituation mit ihren weiterhin vorhandenen Unwägbarkeiten sowie die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, nicht mehr nur in China. Verschärft werde dieser Mix durch die Überregulierung des Recyclingsektors und die Zunahme an Protektionismus. 

Gesondert ging der Fachspartenpräsident auf die zu diesem Puzzle naturgemäß ebenfalls gehörenden Energie- und Logistikkosten ein. Aus der von einigen europäischen Regierungen vorgegebenen Verlagerung der Energieentstehung, in Teilen hin zu erneuerbaren Energien, resultieren für dort ansässige Entsorgungsbetriebe spürbare Mehrbelastungen und sicher auch Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Mitbewerbern.                

Was das Logistische betrifft, so Reinhold Schmidt, sollte jeder Unternehmer, der auf dem Seeweg über größere Distanzen im- oder exportiert, die neue „Green Fuel Regulation“ im Blick behalten. Schiffe, die durch sogenannte SECA-Sulfur Emission Control Areas fahren, werden ab 01.01.2015 verpflichtet, ihre Sulfur-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die dazu notwendigen Maßnahmen bringen Kosten mit sich, die sicher auf die Containerraten umgelegt werden dürften. Zunächst gelten diese Vorgaben erst für begrenzte Regionen, deren globale Ausweitung scheint aber bereits beschlossen.        

Als Gastredner vermittelte im Weiteren Frau Dr.-Ing. Christina Dornack, Head of Department Raw Materials and Recycling, PTS Heidenau, den Teilnehmern hochinteressante Fakten in ihrem Vortrag mit dem Titel "Changes in paper consumption and its impact on volume and quality of recovered paper – how to react?" Durch die Zunahme der Verwendung von Verpackungspapieren, die Abnahme der Produktion von Zeitungsdruckpapier und grafischen Papieren sowie den Rückgang der haushaltsnah erfassten Altpapiermenge, sei in den letzten Jahren eine deutliche Änderung der Altpapierzusammensetzung zu beobachten. Dieser Trend werde sich - verbunden mit der Verwendung neuer Materialien in der Papierverarbeitung und mehr papierfremden Bestandteilen im Altpapier - in den nächsten Jahren fortsetzen. Aus Sicht der PTS müssen die Altpapier-Sortierunternehmen auf diese veränderte Situation reagieren, zum Beispiel durch eine Erhöhung des Automatisierungsgrades in der Aufbereitung. Das erfordere Entwicklungen und Investitionen in bessere Anlagenkonzepte. In der Konsequenz würde eine Sortieranlage mehrere Sorten als Produkt anbieten können und so die Chance auf eine höhere Wertschöpfung im Output haben. Es werden aber auch vermehrt papierfremde Bestandteile in der Sortierung anfallen, für die wirtschaftlich sinnvolle Nutzungspfade gefunden werden müssen; dies sei durchaus machbar. Verpackungspapierfabriken dürften mengenbezogen zukünftig die Hauptabnehmer von sortiertem Altpapier sein, so Dr. Dornack.                  

Zum Thema “Spotlight on the French RP market” sprach sodann Herr Sébastien Ricard vom französischen Unternehmen Paprec. Im Zeitraum von nur 20 Jahren habe die Paprec-Gruppe es fertig- gebracht, der Recycling-Primus in Frankreich zu werden. Mit rund 6 Millionen Tonnen jährlich recycelten Abfalls sei der Markt für Altpapier noch stets voller Chancen. Die anstehenden Gesetze seien “auf Seiten der Recycler”, so Herr Ricard. Sie promoten die Erfassung und das Recycling des Altpapiers. Es bleibe zu hoffen, dass diese Gesetze von effektiven  Maßnahmen begleitet werden, zu denen auch die Verteuerung der Deponierung zählen sollte.

 

Veröffentlichungsdatum: 09.01.2015

Schlagwörter

Paper, Division, Weltrecycling, Verband, BIR, Paris