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Österreich: Verbot von Einwegtragetaschen aus Plastik ab 2020 geplant

10. Dezember 2018

Am Mittwoch, dem 5. Dezember, hat das von der Bundesregierung angekündigte Totalverbot von Plastiksackerln ab 2020 den Ministerrat passiert. „Wir setzen damit einen Meilenstein im Umweltschutz“, so die zuständige Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. „Wir gehen mit diesem Verbot auch deutlich weiter als die bestehende EU-Richtlinie es verlangt hätte. Österreich ist das dritte Land in der EU, das ein Totalverbot umsetzen wird.“  

Bildquelle: Shutterstock.com Plastik
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Mehr als 400 Mio. Plastiksackerl sind derzeit allein über den Lebensmittelhandel pro Jahr im Umlauf. Das verursacht 5.000 bis 7.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. „Es gibt genügend gute Alternativen, wir brauchen keine Plastiksackerl mehr in Österreich“, so Köstinger. Stoffsackerl wären für den Einkauf die beste Alternative. Auch Papiersackerl würden zumindest nach der Nutzung besser verrotten oder könnten recycled werden.  

Mit dem heutigen Beschluss im Ministerrat ist der erste formelle Schritt getan. Im Jänner wird Köstinger die Vertreter/innen des Handels zu einem runden Tisch laden, um den Übergang bis zum Verbot zu besprechen. Als Plastiksackerl bzw. Tragetasche gelten alle Produkte, die einen Henkel oder ein Griffloch haben.  

Ergänzend zum Plastiksackerlverbot plant die Bundesregierung eine Reduktion von Plastikverpackungen in der Höhe von 20 bis 25 Prozent. „Damit wollen wir weitere 60.000 Tonnen Plastik vermeiden“, so Köstinger. Ebenso soll ab 2020 ein Verbot für die Beimengung von Mikroplastik in Kosmetik- oder Reinigungsprodukten kommen, sofern es davor keine europäische Lösung dafür gibt. Auf EU-Ebene wird derzeit unter österreichischem Vorsitz über die „Single Use Plastics“-Richtlinie verhandelt. Durch diese Richtlinie sollen weitere Wegwerfartikel aus Plastik, wie etwa Becher, Plastikbesteck, Wattestäbchen, usw. verboten werden.  

Landwirtschaftskammer unterstützt biosackerl.at

"Wir unterstützen die Initiative 'Alles in Bio' und wünschen uns vermehrt den Einsatz von kompostierbaren Einwegtragetaschen. Insbesondere beim klassischen Knotenbeutel aus der Obst- und Gemüseabteilung sollte auf biologisch abbaubare und für die Kompostierung geeignete Taschen gesetzt werden", verlangt Moosbrugger. Er ergänzt: "Österreich ist auch ein holzreiches Land. Daher sind mehrfach verwendbare Papiertragetaschen eine optimale Alternative zu Plastiktaschen."

Die Kompostierung von Bioabfällen erfolgt in Österreich regional und oft durch bäuerliche Betriebe. Viel zu häufig sind in der Vergangenheit Kunststofftaschen im Bioabfall gelandet. Dies geschah nicht nur aus Unachtsamkeit, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Kennzeichnungen der Taschen.

"Nicht jede biologisch abbaubare Tragetasche ist kompostierbar, weshalb in Zukunft bei Sackerln aus der Obst- und Gemüseabteilung ein einheitlicher, zertifizierter Standard für kompostierbare Materialien zur Anwendung kommen müsste. Das würde nicht nicht nur Fehlwürfe verhindern, sondern die Mülltrennung für den Konsumenten noch einfacher machen", stellt Moosbrugger fest.

Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich / Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus 

Veröffentlichungsdatum: 10.12.2018

Schlagwörter

Verbot, Einwegtragetaschen, Plastik