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Österreich: Bisher ein gutes Jahr für den Apfelanbau in Vorarlberg

18. September 2018

Die Apfelbäume haben reichlich Früchte angesetzt, die durch das trocken-warme Wetter relativ ungestört von Pilzkrankheiten und Schädlingen heranwachsen konnten. Es mussten sogar bei vielen Bäumen junge Früchte ausgepflückt werden, damit die Bäume nicht überlastet werden, wie der Landwirtschaftskammer Vorarlberg berichtet.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

Durch die anhaltende Wärme ist die Fruchtentwicklung schneller vorangegangen als in anderen Jahren, so dass die Apfelernte heuer sehr zeitig begonnen hat.

„Noch nie habe ich so früh mit der Einlagerung meiner Elstar-Äpfel begonnen wie heuer“, sagt Jens Blum, Obmann der Vorarlberger Erwerbsobstbauern. Mancherorts war es so warm und die Sonne so intensiv, dass sogar die Äpfel Sonnenbrand bekommen haben. Die Früchte werden zunächst an der Sonnenseite blass und beginnen dann unter der Schale weichbraun zu werden. Im heißen Sommer haben die Äpfel viel Zucker gebildet. Da aber auch die Nächte sehr warm waren, ist die Farb- und Aromabildung zunächst etwas zurückgeblieben. Nach dem Wetterumschlag Mitte August hat sich das jedoch geändert. Kühle Nächte haben dafür gesorgt, dass sich die Früchte gut ausgefärbt und reichlich Aromastoffe gebildet haben. Somit können Vorarlbergs Apfelbauern heuer auf eine sehr gute Erntemenge und eine gute Qualität zählen.

Gute Erntemengen

Die Erntemenge hätte noch etwas größer sein können, wenn die Wasserversorgung gleichmäßiger vom Himmel gekommen wäre. Gerade im Walgau war es sehr trocken, so dass die Bäume bewässert werden mussten. Obstbauern, die nach dem Frostjahr 2017 eine Frostberegnung gebaut haben, konnten sie 2018 auch zur Wasserversorgung im Sommer einsetzen. Vereinzelt hat es auch Hagel gegeben. Insgesamt sind die Apfelbauern aber sehr froh, dass nach dem schlimmen letzten Jahr wieder einmal ein gutes Apfeljahr gekommen ist. Um eine Zahl zu nennen: Vorarlbergs Apfelbauern rechnen mit gut 500 Tonnen Äpfel. Davon wurden gut 450 Tonnen nach dem Gütesiegelprogramm als „Ländle Apfel“ angebaut, ca. zehn Tonnen nach den Bio-Richtlinien. Das ist insgesamt die größte Apfelerntemenge der letzten zehn Jahre, etwa 20 Prozent über dem Durchschnitt. Nach den extremen Frostschäden des letzten Jahres und den damit verbundenen Einkommensausfällen und getätigten Investitionen ist ein solches Jahr doppelt wichtig für die heimischen Betriebe.
 
Obwohl , oder besser weil das Wetter nahezu in ganz Europa so warm und sonnig war, rechnet man doch in Mitteleuropa nur mit einer Durchschnittsernte. Gerade im mittleren Deutschland was es derart heiß und trocken, dass die Äpfel gelitten haben. Sie bleiben dann einfach kleiner. Somit kann heuer mit einem normalen Preis gerechnet werden. Da die Apfelbäume in den Hausgärten ebenfalls voll hängen, rechnen die Apfelbauern aber mit einem langsamen Saisonstart. Bei den anderen Obstarten gab es in Vorarlberg ebenfalls gute bis sehr gute Ernten bei sehr guter Qualität - angefangen von den Erdbeeren, über die Kirschen bis hin zu Strauchbeeren und Zwetschken. Allerdings litten die Strauchbeeren, z.B. die Heidelbeeren, doch unter der anhaltenden Trockenheit.

Regionalität punktet

Regionalität ist Trumpf Der „Ländle Apfel“ zählt zu den ältesten landwirtschaftlichen Marken im Ländle. Es gibt ihn seit ca. 40 Jahren. Im Jahr 2002 wurde die Marke unter das Dach des Ländle Marketings eingegliedert. Im Moment bauen zwölf Apfelbauern Ländle Äpfel an. Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Die meisten Betriebe vermarkten ab Hof, am Wochenmarkt oder beliefern ihre Kunden direkt. Immer beliebter wird der Mitarbeiter-Apfel für Firmen. Seit vielen Jahren ist der Ländle Apfel auch bei SPAR erhältlich. Ca. 270 Tonnen, also gut die Hälfte der Ländle Äpfel wird heuer über diese Schiene vermarktet. Der beliebteste Apfel in Vorarlberg ist der säuerlich-würzige Elstar (ca. 36 Prozent), gefolgt vom feinsäuerlich-aromatischen Topaz (ca. 20 Prozent). Auch die alte Sorte Boskoop ist in Vorarlberg noch breit erhältlich und macht etwa zwölf Prozent der verkauften Äpfel aus. Daneben gibt es Sortenneuheiten mit klangvollen Namen wie Santana, Delivery, Ladina oder Enterprise in kleineren Mengen. 100 Prozent der Ländle Äpfel werden im Ländle selbst verkauft. Dies bürgt für frische Qualität, kurze, umweltschonende Transportwege und engen Kontakt zwischen Kunden und Obstbauern

Quelle: vbg.lko.at

Veröffentlichungsdatum: 18.09.2018

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