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Österreich/AMA: 25 Jahre Einkaufen - Megatrends Convenience und Bio

18. März 2019

Seit 25 Jahren zeichnen österreichische Haushalte ihre Einkäufe für die rollierende Agrarmarktanalyse RollAMA auf, aktuell sind es 2.800. Das Haushaltspanel liefert wertvolle Daten zum Einkaufsverhalten. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens dieser Marktforschung und des AMA-Gütesiegels wurden jetzt die langfristigen Veränderungen in diesem Bereich analysiert. Das Ergebnis: Convenience und Bio liegen im Trend. Die Menschen gehen seltener einkaufen, der Außer-Haus-Verzehr steigt.

Foto © Agrarmarkt Austria Marketing GmbH
Foto © Agrarmarkt Austria Marketing GmbH

Die wertmäßigen Anteile der Produktgruppen sind seit vielen Jahren relativ konstant. Die Umsätze mit Fertiggerichten, Obst, Gemüse und Kartoffeln haben seit 2003 stärker zugelegt als jene mit den restlichen Warengruppen. Mengenmäßig nimmt der Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) jedoch ab. "Es wird weniger zu Hause gekocht und gegessen als vor 15 Jahren, dafür nimmt der Außer-Haus-Verzehr zu", analysiert Micaela Schantl, Leiterin der AMA-Marktforschung, die langfristigen Auswertungen.

Die Mengenverluste hängen auch mit dem Rückgang der Einkaufshäufigkeit zusammen. Während die Teilnehmer des Haushaltspanels vor zehn Jahren durchschnittlich 145 Mal einkaufen gingen, taten sie das 2018 nur mehr 129 Mal.

Handelskonzentration steigt

Die Besonderheit der österreichischen Handelslandschaft - die starke Konzentration auf drei große Anbieter - hat sich im langfristigen Vergleich verstärkt. 2018 entfallen knapp 88% der Marktanteile auf die Top 3 der Handelsunternehmen, 2003 lag dieser Wert noch unter 80%. Die starke Marktposition der Big Player zeigt sich auch darin, dass Handelsmarken gegenüber Herstellermarken weiter an Bedeutung gewinnen.

LEH hat Bio maßgeblich mitgetragen

Eigenmarken des Handels besetzen nicht nur die Preiseinstiegssegmente. Ein großer Teil der Steigerung des Handelsmarkenanteils speist sich über die höherpreisigen Bio-Marken. Dazu Schantl: "Der Lebensmitteleinzelhandel hat mit seinem Einstieg in das Bio-Sortiment wesentlich zur Erfolgsgeschichte von biologischen Lebensmitteln beigetragen." In zwei Jahrzehnten hat sich der Bio-Anteil von 2,7% auf knapp 9% mehr als verdreifacht. "Diese Entwicklung ist angesichts gesättigter Märkte einzigartig. Bio-Produkte haben heute einen völlig anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft als vor 20 Jahren", zieht die AMA-Expertin Bilanz.

Trend Regionalität: Gekommen, um zu bleiben

Aus begleitenden Studien der Marktforschung lässt sich ein weiterer Megatrend ablesen: Regionalität ist ein Asset. Seit mehreren Jahren wächst bei den Konsumenten die Überzeugung, dass Produkte aus der Region beziehungsweise aus Österreich weiterhin an Bedeutung gewinnen werden.

Kaum Veränderung bei den Ernährungsgewohnheiten

Nur wenig ändern sich hingegen die Ernährungsgewohnheiten. Mehr als drei Viertel der Befragten stufen sich selbst als Fleischesser ein, 16% als Flexitarier, das heißt als gelegentliche Fleischesser. Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, hat in den letzten fünf Jahren um je einen Prozentpunkt zugenommen. Insofern wundert es kaum, dass imitierende Alternativen für Fleisch oder Milchprodukte derzeit nur 1% beziehungsweise 2% in der jeweiligen Warengruppe einnehmen.

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Quelle: AMA-Marketing

Veröffentlichungsdatum: 18.03.2019

Schlagwörter

Einkaufen, Megatrends, Convenience, Bio, AMA