Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Online-Einkauf von Lebensmitteln in Deutschland weiterhin schwierig

04. Juni 2019

Eine aktuelle Umfrage belegt: Nur jeder vierte deutsche Konsument hat bereits online Lebensmittel eingekauft. Online-Kunden in Deutschland kaufen neben Bekleidung und Schuhen (64%), Büchern (47%) und Elektronik (43%) zunehmend große und sperrige Produkte wie Möbel und Fahrräder. Bei Lebensmitteln bleiben sie jedoch weiterhin skeptisch.

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In China, Großbritannien, den USA und Japan zählen Lebensmittel dagegen bereits zu den fünf wichtigsten Produktkategorien im E-Commerce. Während in China schon 57% der Konsumenten Lebensmittel im Internet einkaufen, macht das in Deutschland erst jeder Vierte. Damit stehen im Heimatland der Discounter und genossenschaftlich organisierten Supermärkte Lebensmittel als Produktkategorie noch immer ganz am Ende der Wunschliste. Als Hauptgrund geben 54% der Kunden ihre Bedenken bezüglich Qualität und Frische der Waren beim Online-Einkauf an. Die Handelskonzerne und ihre Logistikpartner sind hier aufgefordert, innovative Ansätze zu entwickeln, um hohe Lieferkosten zu vermeiden sowie eine optimale Qualität zu gewährleisten. 

Das sind einige zentrale Ergebnisse der aktuellen "Home Delivery Shopping Survey 2019" der globalen Unternehmensberatung AlixPartners. Für diese wurden 1.005 deutsche Verbraucher und 5.016 Verbraucher weltweit (USA, UK, China und Japan) befragt.

Für den Versand von Lebensmitteln noch am gleichen Tag sind 57% der Konsumenten bereit, vier Euro oder mehr je Zustellung zu bezahlen - bei großen und sperrigen Produkten ist diese Zahlungsbereitschaft sogar bei 84% der Kunden vorhanden.

In Deutschland erwirtschaftete der Online-Handel im vergangenen Jahr allein im B2C-Segment Umsätze in Höhe von ca. 62 Mrd. Euro. Das entspricht einem Wachstum von rund 5% gegenüber 2017. Trotz der enormen Zuwächse belasten die Logistik- und Retourenkosten weiterhin die Margen der Händler. So machen 53% der deutschen Konsumenten ihre Online-Kaufentscheidung zu einem erheblichen Teil von der Möglichkeit der kostenlosen Lieferung und Rückgabe abhängig. Damit zählen die Deutschen neben den US-Amerikanern (72%) und den Briten (57%) bei den Lieferkonditionen im weltweiten Vergleich zu den anspruchsvollsten Online-Kunden.

Zudem erwarten hierzulande die Konsumenten, dass diese kostenlosen Lieferungen innerhalb von höchstens drei Tagen am vereinbarten Ort eintreffen. 

Stationäre Lieferstruktur wird zum Wettbewerbsvorteil gegenüber Pure Playern

Für den Online-Handel gewinnen zunehmend dezentrale Warenlager, City-Hubs und die Filiale an Bedeutung, um den wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Die Zweigstellen ermöglichen hier stationären Händlern einen Wettbewerbsvorteil, um Wachstum im Online-Handel zu generieren. Deutschland hat mit insgesamt über 12.000 Supermärkten und ca. 16.000 Discountern ein enges Filialnetz mit der Möglichkeit der Nutzung als dezentrale Waren- und Zustelllager für den Online-Handel. Die Filialen liegen oft in Bestlagen, somit nah am Kunden und können so kürzeste Lieferzeiten ermöglichen sowie Zustellkosten senken. "Die meisten Online-Bestellungen erfolgen an Werktagen erst nach 19 Uhr. Um kurze und verlässliche Lieferzeiten zu gewährleisten, sollten die Ladenlokale gezielt als dezentrale Versand- und Abholzentren nach Ladenschluss genutzt werden. Das senkt auch die Kosten für Expresszustellungen erheblich", so Heckmann.

Unternehmen stehen jedoch trotz dieser strukturellen Optionen vor massiv wachsenden Anforderungen an die Produktsegmentierung und die Steuerung der Logistik. Beliebte Produkte können nah am Kunden vorgehalten und innerhalb weniger Stunden geliefert werden. Zentralwarenlager decken das weitere Produktangebot ab und bieten flexible Lieferoptionen, zu denen zunehmend auch die Abholung aus der Filiale zählt. "Die letzte Meile zum Kunden entscheidet über das Qualitätsempfinden und die Kundenbindung beim Online-Einkauf. Hier steigt der Optimierungs- und Veränderungsdruck für die E-Commerce-Anbieter und ihre Logistikpartner enorm - nicht nur durch die geplanten regulatorischen Eingriffe der Regierung bei den Paketdiensten. Zudem entstehen kurz vor dem Eintreffen beim Kunden die meisten Fehler und gleichzeitig auch die höchsten Lieferkosten. Grund genug, hier gezielt über neue Wege zum Kunden nachzudenken", so das Fazit von Heckmann.

"AlixPartners Home Delivery Shopping Survey 2019" - www.alixpartners.com

Quelle: Ots / AlixPartners

Veröffentlichungsdatum: 04.06.2019

Schlagwörter

AlixPartners, Home-Delivery, Shopping, Survey, Online-Einkauf, Lebensmitteln, Deutschland