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Obstgroßmarkt Mittelbaden sucht neuen Geschäftsführer

18. Juni 2015

Trennung mit sofortiger Wirkung beschlossen - Der Obstgroßmarkt Mittelbaden (OGM) und sein Geschäftsführer Michael Roßmann gehen seit Montag getrennte Wege. In den zwei Jahren an der Spitze der Oberkircher Erzeugergenossenschaft häuften sich die Differenzen zwischen Roßmann und den Erzeugern. Nun zog der Aufsichtsrat die Reißleine.
 

»Es sind keine gravierenden Dinge passiert«, stellt Wendelin Obrecht, Vorstandsvorsitzender des Obstgroßmarktes Mittelbaden, klar. Es sei vielmehr eine Entwicklung gewesen, die den Aufsichtsrat der in Oberkirch ansässigen Erzeugergenossenschaft am Montag mitten in der Saison dazu veranlasste, sich von seinem Geschäftsführer Michael Roßmann zu trennen. Roßmann, der im April 2013 an die Spitze des OGM getreten war, sei mit sofortiger Wirkung von seinem Dienst freigestellt, das Arbeitsverhältnis laufe jedoch noch weiter. Über diesen Schritt des Aufsichtsrats wurden die Mitarbeiter im OGM am Montag in einer Betriebsversammlung informiert.

Fast zeitgleich ging die Nachricht per Fax oder E-Mail an die rund 3100 Mitglieder der Genossenschaft. Die bisherigen Aufgaben Roßmanns sollen laut Obrecht bis zum Saisonende von der »zweiten Führungsriege«, namentlich Prokurist Frank Bartmann und Manuel Blechinger, dem Assistenten der Geschäftsleitung, übernommen werden. Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht will sich zudem ehrenamtlich um die Geschäfte und auch die Kommunikation der Erzeugergenossenschaft mit einem ­Jahresumsatz von zuletzt 38 Millionen Euro kümmern.

Erst bis in drei oder vier Monaten, nach der Obstsaison, will sich der OGM auf die Suche nach einem Nachfolger für Roßmann machen. »Wir müssen schauen, dass wir die Saison auch so gestemmt bekommen«, meint Obrecht. Ein neuer Geschäftsführer würde in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit aber auch nicht weiterhelfen. Eine Rückkehr von Raphael Sackmann, unter dessen zwölfjähriger Ägide der OGM einen  Aufschwung erlebte, stehe jedoch nicht im Raum.
Über die Gründe für die letztlich einvernehmliche Trennung von Roßmann hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, erklärt Obrecht.  Der Vorstand habe mit Roßmann in den zwei Jahren vertrauensvoll zusammengearbeitet. Ein paar Dinge hätten aber »einfach nicht zusammengepasst«.

Kein Fingerspitzengefühl
Kritik an Roßmann wurde vor allem in den Reihen der OGM-Mitglieder aber auch in der Belegschaft des OGM laut. So soll der 40-Jährige nicht immer das notwendige Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Landwirten aufgebracht haben, wie OGM-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig bestätigt. »Als Geschäftsführer einer Genossenschaft steht man auch in der Pflicht gegenüber den Erzeugern«, erklärt der Zusenhofener Landwirt. Die schlechte Stimmung im Betrieb habe sich demnach in einem schleichenden Prozess aufgebaut. So soll Roßmann die aus Brüssel und vom Regierungspräsidium  kommenden Vorgaben und Vorschriften in einem Ton kommuniziert haben, der den Erzeugern missfiel. Der Aufsichtsrat, der sich mit den Beschwerden konfrontiert sah, stand deshalb vor der Wahl, den Austritt von Mitgliedern zu riskieren, oder sich von Roßmann zu trennen.

Dass die Personalfrage mitten in der Saison entschieden wurde, findet Adolf Karcher ungünstig. Selbst für den stellvertretenden OGM-Vorstand aus Oberachern kam die Entscheidung überraschend. Roßmann habe seinen Job in den zurückliegenden zwei für die Obsterzeuger miserablen Jahren nicht schlecht gemacht. Durch die ungünstigen Witterungsbedingungen, die Kirschessigfliege und die politischen Rahmenbedingungen, wie den Mindestlohn, sei die Stimmung bei den Landwirten ohnehin im Keller gewesen.

 

Quelle: www.bo.de, Autor: Simon Allgeier

Veröffentlichungsdatum: 18.06.2015

Schlagwörter

OGM, Obstgroßmarkt Mittelbaden, Michael Roßmann