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Niedersachsen: Frühkartoffelanbauer blicken entspannt in den Regen

23. Februar 2016

Auf die Frage, was der Frühkartoffelanbauer aus dem Osten von Hannover denkt, wenn er heute aus dem Fenster in den Dauerregen schaut, hat Holger Hennies aus Uetze eine eindeutig positive Antwort: „Wir haben eine schöne Grundwasserneubildung. In der vergangenen Saison haben die Grundwasserkörper sehr gelitten, deshalb kann mich der Regen gar nicht stressen, eher im Gegenteil“, sagt Hennies gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Kartoffelfeld

Die Aussaat der Frühkartoffeln findet nur in Ausnahmefällen im Februar statt, wenn es besonders warm und trocken ist. Sollte es dann allerdings nochmal kalt werden, hat die Pflanze ihren Vorsprung schnell wieder verspielt. Ein guter Grund für die Kartoffelanbauer rund um Uetze, gelassen zu bleiben. Wenn die Knollen ab dem 10. März in die Erde kommen, ist das für Hennies und seine Kollegen früh genug.

Insgesamt bauen etwa 150 Landwirte im Großraum Burgdorf auf einer Fläche von rund 2.800 ha Frühkartoffeln an und haben sich mit diesem speziellen Produktionszweig eine gute Position am Markt geschaffen. Hier kommt auch ein weiterer positiver Effekt der etwas späteren Aussaat zum Tragen. „Es entlastet den Markt, wenn wir ein bisschen später anfangen. Dann kommt hinterher nicht die gesamte Ware auf einmal auf den Markt und das stabilisiert den Preis“, erklärt Hennies. Eine spätere Aussaat sei deshalb für alle positiv zu sehen.

Bis zur Ernte brauchen die Frühkartoffeln je nach Witterungsverlauf mindestens 70 Tage. Der Anbau ist in der Region deshalb so begünstigt, weil die Böden leicht sind, dadurch schnell abtrocknen und sich gut erwärmen. Einen weiteren Vorsprung von ein bis zwei Wochen verschaffen die Anbauer den Pflanzen, indem sie die Knollen vor der Aussaat im Gewächshaus vorkeimen und nach der Aussaat einen Damm drumherum anhäufeln, der sich noch schneller erwärmt. Mit einer Folie wird zusätzlich ein Gewächshauseffekt erreicht, der das schnelle Wachstum ermöglicht. Vom Wetter sind die Frühkartoffelanbauer dennoch abhängig. Denn der positive Effekt durch die Folie benötigt mindestens drei bis fünf Grad über dem Gefrierpunkt und möglichst viel Sonne. Feinschmecker, die sich zu Pfingsten auf die zarten gelben Knollen freuen, sollten also auf baldige Wetterbesserung hoffen.

Quelle: LPD

Veröffentlichungsdatum: 23.02.2016

Schlagwörter

Niedersachsen, Frühkartoffeln, Anbauer, Regen