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NexTrust Industry Board präsentiert bisher einmaliges Kooperationsmodell bei Kickoff in Köln

23. November 2016

Mehr als 30 Experten aus fünf europäischen Ländern folgten der Einladung zur Teilnahme am NexTrust Industry Board (NIB). Im NIB schließen sich Spediteure für Konsumgüter, Händler und Logistikdienstleister zusammen. Sie wollen durch Kooperationen bei der Logistik und Lagerhaltung niedrigere Kosten erzielen und nicht zuletzt aktuelle Verbraucheranforderungen erfüllen.


Kickoff-Meeting des NexTrust Industry Boards. Quelle: GS1
Kickoff-Meeting des NexTrust Industry Boards. Quelle: GS1

Im Fokus standen das innovative Geschäftskonzept treuhänderisch begleiteter Kooperationen sowie aktuelle Entwicklungen des EU-Förderprojekts

Ziel von NexTrust ist es, Effizienz und Nachhaltigkeit in der Logistik zu erhöhen. Dafür werden in dem Projekt innovative, moderne Geschäftsmodelle für ein vertrauensvolles und kooperatives Netzwerken entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt. Während des Auftaktmeetings diskutierten das NIB und das NexTrust-Konsortium die große Bandbreite an Pilotprojekten zu verschiedenen Szenarien in der Wertschöpfungskette. Dabei spielt die neue Form der vertrauensvollen Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Kooperationen. Die Experten betonten, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Lieferkette ein solches Konzept entwickelt wurde.

“Kern unseres Geschäftsmodells sind neutrale Treuhänder, sogenannte Trustee, die für die Projektpartner gesetzeskonforme und kartellrechtlich einwandfreie Rahmenbedingungen schaffen“, erklärt Patrick Stumm vom Konsortialmitglied Pastu Consult und einer der sieben Trustees des Projekts. „Jeder Transporteur und Frachtführer sollte sich von der tiefen Überzeugung verabschieden, dass eine Kooperation zwischen Wettbewerben unmöglich ist – das Spiel hat sich geändert“, ergänzt Mike Bogen von Giventis International und ebenfalls Trustee. Sie koordinieren die horizontale Zusammenarbeit zwischen den Transporteuren. Nur so kann sichergestellt werden, dass das EU-Kartellrecht eingehalten und Vertraulichkeit an oberster Stelle steht. „Gemeinsam mit Rechtsberatern stehen die Trustee im Zentrum des Geschehens und eruieren, welche Informationen wirtschaftlich sensibel sind und nicht zwischen den Partner ausgetauscht werden sollten beziehungsweise welche unkritisch sind und von den Partnern kommuniziert werden können“, sagt Mike Bogen. „Ein gemeinsames Verständnis unter den Unternehmen ist die Basis für den Erfolg kooperativer Projekte. Praxisnahe und breit aufgestellte Beispiele für eine solche Zusammenarbeit werden die Unternehmen vom Nutzen dieses Konzeptes überzeugen“. Die Experten hoben außerdem hervor, dass sowohl horizontale als auch vertikale Aspekte genau betrachtet werden, damit signifikante Optimierungen in der heutigen und zukünftigen Supply Chain erzielt werden können. NexTrust entwickelt entsprechende Anwendungsbeispiele. Erste Kennzahlen zeigen bereits, dass ein vertrauenswürdiges, kooperativ agierendes Netzwerk den CO2-Ausstoß um mindestens 30 bis 50 Prozent reduzieren kann.

“Es war sehr inspirierend, von all den Projekten und Fortschritten bei NexTrust zu hören. Das Transportwesen trägt entscheidend zu einer Reduzierung des Treibhausgases und wirkt damit dem Klimawandel entgegen. Die Lösung von NexTrust ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die branchenübergreifende Zusammenarbeit ist unverzichtbar, um die Abgase maßgeblich zu senken. Wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und die Komplexität der Beziehungen in den Projekten neue Herausforderungen mit sich bringen können“, erläutert Regnier Schouwenburg, Supply Chain Director Northern Europe bei Diageo, Mitglied des NIB und Hersteller globaler Marken wie Smirnoff, Johnnie Walker und Baileys.

NextTrust Industry Board: Erfahrene Logistikexperten begleiten die Pilotprojekte

Das NIB soll den NexTrust-Partnern ermöglichen, sich mit verschiedenen externen Interessensgruppen und Unternehmensvertretern auszutauschen, die die von NexTrust entwickelten Werkzeuge und Techniken nutzen könnten. Wissenschaft und Regierungsorganisationen sind ebenfalls wichtige Meinungsbildner für das Projekt. Die NIB-Mitglieder, alles erfahrene Logistikexperten, gehören nicht dem Projektkonsortium an. Ihre Aufgabe ist es, ihre Expertise in das Trustee-Geschäftsmodell von NexTrust einfließen zu lassen und bei Bedarf die Ergebnisse der Pilotprojekte hinsichtlich ihrer praktischen wie wirtschaftlichen Nutzenvorteile zu bewerten. Zudem kommunizieren sie die NexTrust Aktivitäten. Die Teilnehmer des NexTrust-Konsortiums kommen ebenfalls aus Speditions- sowie Logistikunternehmen und werden von Universitäten, Rechtsanwälten und Kommunikationsexperten beraten. Die Pilotprojekte decken folgende Konsumgüterbereiche ab: Tiefkühlkost, haltbare Lebensmittel sowie Aspekte der Auslieferung, des kombinierten Verkehrs, Less than Full Load, Full Load, E-Commerce und die sogenannte letzte Meile. Alle 33 Pilotprojekte sollen verdeutlichen, dass Kooperationen die Auslastung von Transportmitteln verbessern, die Anzahl der Fahrzeuge reduzieren und so den CO2-Ausstoß erheblich verringern kann.

Das erste Treffen des NIB fand beim Konsortialmitglied GS1 Germany in Köln statt. Alle zwei Jahre sollen Folgemeetings stattfinden, ergänzt durch eine begrenzte Anzahl an Web-Meetings.

Die ersten validierten Ergebnisse aus den Pilotprojekten werden für das Frühjahr 2017 erwartet und hier veröffentlich: http://nextrust-project.eu

Quelle: GS1 Germany

Veröffentlichungsdatum: 23.11.2016

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