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Neues Vorstandsteam mit Jahresbilanz: 2018 war "Pfälzer Grumbeerjahr der Extreme" für Kartoffelerzeuger im Südwesten

07. Februar 2019

Den 300 Erzeugern von „Pfälzer Grumbeere“ wird 2018 als ein „Kartoffeljahr der Extreme“ in Erinnerung bleiben. Wie das neu formierte Vorstandsteam der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ nach der Mitgliederversammlung aktuell mitteilt, führten vor allem die Rekordhitze und geringe Niederschlagsmengen zu einem bundesweiten Auf und Ab bei den Erzeugerpreisen.

Foto © EZG "Pfälzer Grumbeere"
„Verhalten optimistisch“ blickt das neue Vorstandsteam der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ ins Anbaujahr 2019. In der Bildmitte der 1. Vorsitzende Hartmut Magin, rechts daneben der 1. stellvertretende Vorsitzende Johannes Zehfuß und ganz links Markus Frank, der als neuer 2. stellvertretender Vorsitzender das Vorstandsteam komplettiert.  (Foto: EZG „Pfälzer Grumbeere“)

Dass die Jahresbilanz der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ mit einem Umsatzvolumen in Höhe von 25 Mio. Euro (2017: 19 Mio. Euro) „noch befriedigend ausfällt“, lag vor allem an der verstärkten Nachfrage im zweiten Halbjahr.

Zum Start der Frühkartoffelvermarktung glänzte die Pfalz sehr früh mit tollen Qualitäten, doch die meisten Regale im Lebensmitteleinzelhandel wurden stattdessen mit Ware aus dem Ausland gefüllt

Die Vorzeichen bei der Frühkartoffelvermarktung waren zunächst überaus positiv, da die frühen „Pfälzer Grumbeere“ in hervorragender Qualität und in ausreichenden Mengen auf den Markt kamen. Wenig Anlass zur Freude hatten die 300 Kartoffelanbauer aus dem Südwesten hingegen mit den Marktpartnern und den Erzeugerpreisen. Da die meisten Anbieter im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sehr spät und nur sehr verhalten auf heimische Ware umstellten – und der natürliche Erntevorsprung der Pfalz gegenüber anderen Anbauregionen in Deutschland sehr viel geringer ausfiel – kam es früh zu einem Preissturz bei den Erzeugerpreisen.

Kartoffelerzeuger im Südwesten erleben – was die Witterung, die Erzeugerpreise und den Marktverlauf in 2018 betrifft – ein „Grumbeerjahr der Extreme“!

Immenser Verfall innerhalb von drei Juniwochen: Der Erzeugerpreis sackte um rund ein Drittel ab!

Die Anbaufläche von rund 4.000 ha und die Erntemenge lagen mit 91.000 Tonnen nahezu punktgenau auf dem Vorjahresniveau von 91.200 Tonnen. Der regionale Absatz auf Wochenmärkten und die Nachfrage nach „Pfälzer Grumbeere“ in den Hofläden blieb weitgehend stabil. Der durchschnittliche Marktpreis, den die Erzeuger erzielen konnten, rutschte innerhalb von etwa drei Wochen immens: Anfang Juni lag dieser bei etwa 50 Euro, Ende des gleichen Monats sackte dieser auf zirka 30 Euro für den Doppelzentner (dt) ab und verharrte dann bis Ende September auf diesem – für die Erzeuger unbefriedigendem – Preisniveau. Erschwerend kam hinzu, dass der Arbeitsaufwand infolge der flächendeckend notwendigen Beregnungen zu Mehrkosten auf Erzeugerseite führte. Die meisten Erzeuger blieben auf einem Teil des Zusatzaufwands sitzen, weil die erzielten Erzeugerpreise diese nicht zu 100 Prozent decken konnten.

Foto © EZG "Pfälzer Grumbeere"
Foto © EZG "Pfälzer Grumbeere"

Speise- und Verarbeitungskartoffeln aus der Pfalz waren ab August wieder stärker gefragt

Nach der Frühkartoffelkampagne, die traditionell bis zum 10. August läuft, wurden – im Vergleich zu 2017 – im Südwesten in etwa gleichbleibend viele Speise- und Verarbeitungskartoffeln geerntet. Die bundesweiten Ernteeinbrüche führten dazu, dass vor allem Verarbeiter aus dem Nahrungsmittel-bereich die Nachfrage auf dem Kartoffelmarkt ankurbelten. Ende 2018 lag der Erzeugerpreis für Lagerware bei 30 Euro für den Doppelzentner.  Bei Verarbeitungskartoffeln handelt es sich um spezielle Sorten, die in der Pfalz speziell für die Chips-Produktion im Vertragsanbau mit festen Preisnotierungen angebaut werden. 2018 fiel auch hier der Arbeitsaufwand höher aus. Da die Pfalz ihre Lieferverpflichtungen erfüllen konnte, hoffen die Erzeuger, dass die Marktpartner dies preislich honorieren werden.  

Mitgliederversammlung bestimmt neues Vorstandsteam mit Hartmut Magin als Vorsitzenden

logoNachdem Georg Riede nach mehr als 27 Jahren sehr engagiert und aktiv für die Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ tätig gewesen ist, war der 1. Vorsitzende Ende 2018 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstandsteam ausgeschieden. Die Mitgliederversammlung dankte Georg Riede und verabschiedete ihn offiziell und gemeinsam mit Peter Schmitt, der als Geschäftsführer bereits Anfang 2018 in den Ruhestand gegangen ist. Die Mitgliederversammlung wählte ein neues Vorstandsteam. Das Amt des ersten Vorsitzenden übernimmt ab sofort Hartmut Magin aus Mutterstadt, der bereits seit 2015 als 2. stellvertretender Vorsitzender für die Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ tätig ist. Johannes Zehfuß aus Böhl-Iggelheim bleibt der 1. stellvertretende Vorsitzende. Neu in den Vorstand rückt Markus Frank aus Frankenthal, der künftig das Amt des 2. stellvertretenden Vorsitzenden begleitet. Parallel wurde von der Mitgliederversammlung der Ausschuss der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ gewählt. Als Neumitglieder in den Ausschuss wurden Ralf Pinno, Fabian Schneider und Jochen Wolf gewählt. Sie ersetzen Markus Frank, Uli Schneider und Werner Wolf, die künftig nicht mehr im Ausschuss vertreten sind.

Quelle: EZG "Pfälzer Grumbeere"

Veröffentlichungsdatum: 07.02.2019

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Vorstandsteam, Jahresbilanz, Pfälzer Grumbeere, extreme, Kartoffelerzeuger, Südwesten