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Nahrungsmittelpreise reagieren auf die Sommerhitze: Apfelpreise weiter über Vorjahresniveau

03. September 2018

Auch im August 2018 kosten frische Lebensmittel spürbar mehr als vor einem Jahr. Der AMI-Frischeindex misst auf Basis der Preisbeobachtungen der ersten dreieinhalb Wochen des Monats ein Plus von 2,5 %. Die Dürre ist dabei ein Grund für diese Entwicklung, aber nicht der alleinige, so die Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Bildquelle: Shutterstock.com Salat
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Der eigentliche Preistreiber ist im August jedoch die Energie. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist diese Gütergruppe voraussichtlich 6,9 % teurer als vor einem Jahr. Den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln beziffern auch die amtlichen Statistiker auf 2,5 %.

Apfelpreise weiter über Vorjahresniveau

Vor allem für frisches Obst und Speisekartoffeln zahlen die Verbraucher in Deutschland aktuell wesentlich mehr als vor einem Jahr. Für das im Vergleich zum Vorjahr teurere Obst sind im August 2018 in erster Linie Kern- und Steinobst verantwortlich. Bei Kernobst dürfte die Dürre die zwischenzeitlich erwartete Riesenernte verhindern. Zumindest bei Äpfeln wird die aktuelle Preissituation jedoch noch maßgeblich von der Vorsaison bestimmt, die durch Frostschäden im Frühjahr 2017 gekennzeichnet war. Beim Steinobst ist die kleine Ernte bei Pfirsichen und Nektarinen in Südeuropa für die Marktversorgung wesentlich wichtiger als die große Pflaumenernte in Deutschland. Während Pfirsiche aktuell rund 14 % mehr kosten als im August 2017 und Nektarinen sich innerhalb eines Jahres sogar um über 30 % verteuert haben, sind Zwetschen/Pflaumen derzeit 25 % günstiger. Darüber hinaus kosten Heidelbeeren rund ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Hoher Sortieraufwand infolge der anhaltenden Hitze sowie das im Vergleich zum Vorjahr frühere Ende der Heidelbeersaison haben dazu geführt.

Im Vorjahr hatten sehr große Erntemengen die Kartoffelpreise auf Talfahrt geschickt. Schwierige Rodebedingungen im bisherigen Verlauf der diesjährigen Kampagne und die sich abzeichnende kleinere Ernte haben für anziehende Forderungen gesorgt.

Bei Eiern resultiert der große Preisabstand zum Vorjahr aus höheren Forderungen, die der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zu Jahresbeginn umgesetzt hat. Die Kontrakte zwischen Handel und Packstellen gelten in der Regel für zwölf Monate. Zudem liegen die Großhandelspreise für Eier im August unter dem Vorjahresniveau.

Hitze treibt Salatpreise

Spürbare Auswirkungen der Dürre gibt es dagegen bei Frischgemüse. Denn Kulturen des Feldgemüsebaus wie Möhren oder Zwiebeln können oft nicht beregnet werden. Bei Zwiebeln ergibt eine erste von der AMI und dem Fachverband Deutsche Speisezwiebeln durchgeführte Ernteschätzung ein Minus von gut 25 % gegenüber 2017. Aus diesem Grund zahlen die Verbraucher hierfür derzeit 17 % mehr.

Freilandgemüse wie Salate, Broccoli, Blumenkohl oder Kohlrabi wird dagegen fast immer beregnet. Allerdings ist die Beregnungskapazität der deutschen Gemüseerzeuger nicht auf eine Deckung des vollständigen Wasserbedarfes der Pflanzen ausgelegt. Die Folge sind Mindererträge und eine schwächere Marktversorgung. Aus diesem Grund liegt der Verbraucherpreis für Eissalat um zwei Drittel höher als im August 2017. Kohlrabi kosten derzeit 20 % mehr.

Im Gegensatz dazu ist Fruchtgemüse sogar günstiger als im vergangenen Sommer. Die Preise für eine wärmeliebende Freilandkultur wie Zucchini und für Kulturen des geschützten Anbaus wie Tomaten oder Paprika sind im August 10 bis 20 % niedriger als vor Jahresfrist. Eine Ausnahme bilden jedoch die Salatgurken, deren Preise zu Beginn des Monats kräftig gestiegen sind. Hier haben die hohen Temperaturen zu einer Verknappung der verfügbaren Mengen gesorgt.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 30.08.2018)

Veröffentlichungsdatum: 03.09.2018

Schlagwörter

Nahrungsmittel, Preise, Hitze, Apfel