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Nagel-Group testet erstmals elektrischen 40-Tonner in der Kühllogistik

22. November 2019

Die Nagel-Group hat erstmals einen umfangreichen Praxistest mit einem vollelektrischen 40-Tonnen Sattelzug unter realen Bedingungen gestartet. Gemeinsam mit den Unternehmen innocent drinks, Designwerk Products AG, THT Heetkamp sowie Fahrzeugwerk Bernard Krone werden die technischen Möglichkeiten einer elektrischen Zugmaschine in Kombination mit einem elektrischen Trailer ausgelotet.

Foto © Nagel-Group
Bei der Fahrzeugübergabe in Deißlingen (v.l.n.r.): Dr. Erich Georg (MCIC GmbH), Marco Mahn (Kraftverkehr Nagel Deißlingen), Eugen Prejger (Kraftverkehr Nagel Deißlingen), Twan Heetkamp (THT Heetkamp), Patrick Drooghaag (Nagel-Group), Jonathan Banks (innocent drinks), Jonas Schwender (Krone) und Arthur Ebel (Nagel-Group). Foto © Nagel-Group

„Elektroantriebe werden derzeit intensiv diskutiert. Wir wollen uns ein eigenes Bild machen und gemeinsam mit unseren Partnern herausfinden, unter welchen Bedingungen sich elektrische Lkw für die energieintensive Kühllogistik technisch und wirtschaftlich lohnen können“, sagt Carsten Taucke, CEO der Nagel-Group.

Foto © Nagel-Group
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Gemeinsam mit dem Hersteller für Smoothies und gekühlten Säfte, innocent drinks hat der Lebensmittellogistiker reale Transporte ausgewählt, die für einen Testzeitraum mit Elektrofahrzeugen durchgeführt werden. „Verantwortung zu übernehmen ist ein wesentlicher Unternehmenswert für innocent, der unser Bestreben, ein wahrhaft nachhaltiges Unternehmen zu werden, antreibt – das gilt auch für unsere Lieferkette. Daher legen wir großen Wert auf umweltgerechte Transportlösungen und haben daher sofort zugestimmt, an diesem Versuch teilzunehmen“, sagt Jonathan Banks, Head of Logistics bei innocent drinks.

Das Fahrzeug wird im Rahmen eines Shuttle-Verkehrs eingesetzt. Mehrfach pro Tag pendelt der Elektro-Lkw zwischen dem baden-württembergischen Produktionsstandort in Stockach und der Kraftverkehr Nagel Niederlassung in Deißlingen, um Apfelsaft zu transportieren. Die einfache Strecke beträgt rund 60 Kilometer und erfordert bis zu zwei aktive Kühlstunden.

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„Das besondere an unserem Test ist, dass wir hier erstmals komplett auf Elektroantrieb setzen. Der elektrisch betriebene Sattelschlepper zieht einen ebenfalls elektrisch gekühlten Trailer. So können wir erstmals große Transporte ohne lokale CO2-Emmissionen durchführen“, erklärt Arthur Ebel, Supervisor Fleet bei der Nagel-Group.

Als Zugmaschine wird der Futuricum Semi 40E der Designwerk Products AG aus der Schweiz eingesetzt. Der Elektrolastwagen verfügt über vier Motoren, eine Gesamtleistung von 680 PS und einer Reichweite von bis zu 380 Kilometern. Das Fahrzeug ist bereits erfolgreich in der Verteil-, Recycling- und Baulogistik eingesetzt worden. „Mit diesem Test wollen wir beweisen, dass unsere Zugmaschine auch die hohen Ansprüche der Kühllogistik erfüllen kann“, erklärt Fabian Wyssmann, Vertriebs- und Marketingleiter von Designwerk. Herzstück des Elektrofahrzeugs sind die beiden Batterien, die jeweils über eine Kapazität von 170 kWh verfügen. Die Ladezeit variiert je nach Ladestation. „Der Futuricum kann innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden aufgeladen werden“, sagt Wyssmann.

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Gemeinsam mit dem Futuricum wird der vollelektrische Kühltrailer der Firma Krone eingesetzt, in dem die Technik des niederländischen Unternehmens THT Heetkamp eingebaut wurde. Neben leistungsstarken Batterien nutzt er insbesondere eine Energierückgewinnung in der Achse. „Beim Bremsen entsteht unheimlich viel Energie. Mit unserer Rekuperationstechnik holen wir uns ein Stück davon zurück und Laden so die Batterien unterwegs wieder auf“, so Twan Heetkamp, Direktor von THT Heetkamp.

„Eine Besonderheit des Trailers ist, dass das Gewicht durch die Batterien stärker in die Mitte des Trailers verlegt wurde. Das hat den Vorteil einer optimierten Gewichtsverteilung auch bei Teilbeladungen“, so Ingo Geerdes, Geschäftsführer Key Accounts von Krone. „Zudem sind wir neuen, innovativen Lösungen gegenüber immer äußerst aufgeschlossen und unterstützen Kooperationen für mehr nachhaltigen Transport wie diesen ausgesprochen gern.“

Der elektrische Trailer ist noch in der Erprobung und wird insgesamt drei Monate von der Nagel-Group getestet. So wird er auch zusammen mit einem herkömmlichen Lkw im Ruhrgebiet zum Einsatz kommen. „Wir werden in den kommenden Wochen Energieverbrauch, Reichweite und Fahreigenschaften intensiv auswerten und die Ergebnisse in unsere Überlegungen zur weiteren Modernisierung unserer Flotte einbringen. Außerdem werden die Testdaten genutzt, um die Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit solcher vollelektrischen Transporte zu bewerten“, erklärt Taucke.

Quelle: Nagel-Group

Veröffentlichungsdatum: 22.11.2019

Schlagwörter

Nagel-Group, Test, elektrische, 40-Tonner, Kühllogistik