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Nachhaltiger Pflanzenschutz: Göttinger Universität an drei Forschungsprojekten beteiligt

31. Juli 2017

Am 20. Juli hat der Abteilungsleiter für "Ernährungspolitik, Produktsicherheit, Innovation" im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Klaus Heider, am Institut für Zuckerrübenforschung und an der Georg-August-Universität in Göttingen die Zuwendungsbescheide für drei Innovationsprojekte zum nachhaltigen Pflanzenschutz überreicht.

Bildquelle: Shutterstock.com Pflanzenschutz kartoffeln
Bildquelle: Shutterstock.com

Ziel der Forschungsvorhaben ist die Entwicklung von Maßnahmen zur biologischen Kontrolle von Schädlingen an Kartoffeln und Raps sowie die Entwicklung einer Routinediagnostik, mit der das Befallsrisiko von Zuckerrüben gegenüber Vergilbungsviren bestimmt werden kann.

Im Zuge des Klimawandels stellen Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Kulturen ein zunehmendes Problem dar. Sie beeinträchtigen das Pflanzenwachstum und können mitunter zu erheblichen Ertragsverlusten führen.

Umso wichtiger sind innovative Lösungsansätze, mit denen das Pflanzenschutzmanagement optimiert und Ertragsverluste reduziert werden können. Nachhaltige Lösungsansätze werden vor allem im biologischen Pflanzenschutz und in der Züchtung gesehen. Hier setzen drei Forschungsprojekte an, die sich in den kommenden drei Jahren neuen Strategien für den nachhaltigen Pflanzenschutz im Kartoffel-, Raps- und Zuckerrübenanbau widmen.

Alle drei Projekte werden über das Programm zur Innovationsförderung des BMEL gefördert und vom Projektträger BLE (ptble) betreut. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Förderrichtlinie "Bekanntmachung über die Förderung von innovativen Vorhaben für einen nachhaltigen Pflanzenschutz" vom 28. Juli 2015.

Biologische Drahtwurm-Kontrolle im Kartoffelanbau - Optimierung einer Attract & Kill-Strategie

Der Drahtwurmbefall führt seit längerem zu erheblichen Ertragseinbußen bei Kartoffeln, da sich die bodenbürtigen Schaderreger in die Knollen einbohren und kleine Fraßgänge hinterlassen. Bisherige Strategien zur Reduktion des Drahtwurmbefalls, wie beispielsweise der Massenfang von adulten Drahtkäfern oder der Anbau toleranter Kartoffelsorten, führen selten zu einem befriedigenden Ergebnis.

In dem dreijährigen Vorhaben "ATTRACAP" soll eine "Attract-and-Kill"-Strategie zur Drahtwurm-Kontrolle im Kartoffelanbau optimiert und ihrer Wirkungsweise näher untersucht werden. Langsam freigesetzte, verhaltensmanipulierende Duftstoffe wirken dabei als "Attract-" beziehungsweise Anlockkomponente und entomopathogene Mikroorganismen als "Kill-" beziehungsweise Tötungskomponente. Die Ideen dieser innovativen Kapselformulierung stammen aus dem abgeschlossenen Vorgängerprojekt "ATTRACT".

Ziel im Folgeprojekt ist es, verschiedene Einflüsse wie Boden und Behandlungszeitpunkt zu untersuchen, um das Produkt ATTRACAP® auf ein wirksames und zugleich wirtschaftliches Niveau zu entwickeln. Landwirten wird so eine Möglichkeit zur Drahtwurm-Kontrolle sowohl für den biologischen als auch konventionellen Kartoffelanbau gegeben.

Das Forschungsprojekt wird von einem Konsortium bestehend aus der Georg-August-Universität Göttingen, der Fachhochschule Bielefeld, der BIOCARE Gesellschaft für biologische Schutzmittel mit beschränkter Haftung, der Öko-BeratungsGesellschaft mbH, dem Bioland Erzeugerring Bayern e. V. sowie dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg bearbeitet. Die Förderung beträgt rund 700.000 Euro.

Quelle: BLE

Veröffentlichungsdatum: 31.07.2017

Schlagwörter

Nachhaltig, Pflanzenschutz, Göttinger Universität