Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Mit Boxinsider Rotterdamer Importcontainer in Echtzeit verfolgen

07. November 2019

Anhand der vom Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) entwickelten Track-and-Trace-App mit dem Namen „Boxinsider“ erhalten Verlader und Speditionsunternehmen Statusinformationen in Echtzeit über die Container, die sie über den Rotterdamer Hafen importieren. Der Kunde der ersten Stunde, ABC Logistics, arbeitet bereits seit einem halben Jahr in immer intensiverer Form mit diesem digitalen Tool.

Foto © Hafenbetrieb Rotterdam
Foto © Hafenbetrieb Rotterdam

ABC Logistics bietet logistische Dienstleistungen rund um Frischprodukte wie Obst und Gemüse an. Für Kunden im In- und Ausland wickelt das Unternehmen den gesamten Prozess von der Abholung der Produkte beim Produzenten/Züchter bis einschließlich zur Vorbereitung von Versand und Transport ab. Jedes Jahr importiert ABC Logistics ungefähr 3.000 Container, von denen ein Großteil über den Rotterdamer Hafen hereinkommt. Und in Zukunft wird sich deren Zahl nach Aussage von Accountmanager Remco Verwaal noch weiter erhöhen: „Wir werden Erweiterungen durchführen und mehr Kühlcontainer importieren. Das bedeutet, dass uns mehr Arbeit ins Haus steht. Gleichzeitig führen die in Veränderung begriffenen Gesetze und Regelungen hinsichtlich Gemüse und Obst dazu, dass zusätzliche Aufgaben bewältigt werden müssen. An allen Stellen, wo wir Zeit einsparen können, tun wir das auch.“


Quelle: Rijnmond

Eine einzige Plattform

In der Vergangenheit musste Remco Verwaal Informationen aus verschiedenen Quellen abrufen, um Import-Container verfolgen und Planungen vornehmen bzw. disponieren zu können. „Das ständige Durchforsten von Terminal-Websites und der Portbase-App ist zeitaufwändig und nicht gerade angenehm.“ Unser größter Wunsch war deshalb eine einzige Plattform mit den Statusinformationen unserer Import-Container zu erhalten. Wir haben im Mai 2019 angefangen, mit Boxinsider zu arbeiten und nutzen die Plattform immer intensiver."

Anschluss von Terminals

Boxinsider bündelt Daten von Terminals und Transportunternehmern. Ein Großteil der Rotterdamer Terminals stellt dafür seine Daten zur Verfügung. Dies erleichtert es Verwaal, die erwarteten und tatsächlichen Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Schiffen zu ermitteln und die Import-Container vom Seeschiff bis zum Verlassen des Terminals zu verfolgen. „In den Kühlcontainern, die wir unter anderem auf der Maasvlakte abholen lassen, befinden sich Frischprodukte. Einzelhändler möchten diese schnellstmöglich geliefert bekommen. Das bedeutet, dass unsere Transporte häufig unter einem hohen Druck durchgeführt werden müssen. Wir möchten unseren Kunden auf jeden Fall eine realistische Einschätzung darüber geben, wann sie mit dem Empfang ihres Containers rechnen können. Früher kostete genau das unglaublich viel Zeit.“

Zuverlässige ETA/ETD

Foto © Hafenbetrieb Rotterdam
Foto © Hafenbetrieb Rotterdam

Boxinsider nutzt die ETA- und ETD-Daten von Schiffen, wie sie von den Terminals weitergeleitet werden. Diese seien am zuverlässigsten, lautet die Ansicht von Erik van de Kamp, Product Lead Digital Business Solutions (Produktleiter digitale Geschäftslösungen) beim Hafenbetrieb Rotterdam. Für die ATA- und ATD-Daten werden unter anderem Daten von Terminals, dem Hafenmeister und Daten aus öffentlichen Quellen benutzt. Benutzer erhalten über die Boxinsider-App sowohl eine Übersicht per Container als auch eine Übersicht über die Schiffe, auf denen sich die Container befinden. Remco Verwaal erläutert: „Wenn ich weiter in die Zukunft plane, verfolge ich nur die Schiffe und nicht jeden einzelnen Container. Das geht am schnellsten. Wenn ich mehr erfahren möchte, dann klicke ich weiter, bis ich sehe, welche Container an Bord des Schiffes stehen.“ Van de Kamp setzt hinzu: „Uns ist bewusst geworden, dass sich Benutzer stärker Informationen auf Containerebene wünschen, je näher das Schiff dem Hafen kommt.“

Push-Bericht

Van de Kamp leitet beim Hafenbetrieb Rotterdam das Team, das, in Rücksprache mit den Benutzern, Boxinsider Agile entwickelt. Verwaal erlebt, dass das Tool immer benutzerfreundlicher wird. „Inzwischen können wir unsere Container selbst hochladen. Das braucht das Boxinsider-Team nicht mehr für uns zu tun, was wiederum eine Zeitersparnis bedeutet.“ Automatische Push-Berichte machen Boxinsider noch benutzerfreundlicher. Mitteilungen über beispielsweise Abweichungen und Verzögerungen werden proaktiv an den Benutzer geschickt. „Für uns ist das Gold wert“, lautet die Meinung von Verwaal. „Wir können selber einstellen, dass wir anhand von E-Mails über ETA-Abweichungen auf dem Laufenden gehalten werden möchten. Es ist sehr praktisch, nicht immer in Boxinsider nachschauen zu müssen, ob die Schiffe pünktlich ankommen. Die Versendung der so genannten Push-Berichte ist auch etwas, das zu unserer modernen Zeit passt. Hierdurch können wir unsere Kunden schnell über den Status ihrer Container informieren. Inzwischen erhalten wir auch so genannte Gate-out-Mitteilungen. Zu dem Zeitpunkt, an dem der Container das Terminal verlässt, erhalten wir dann eine Nachricht.“

Remco Verwaal, Account Manager bei ABC Logistics. Foto © Hafenbetrieb Rotterdam
Remco Verwaal, Account Manager bei ABC Logistics. Foto © Hafenbetrieb Rotterdam

Testphase

ABC Logistics war für den Hafenbetrieb Rotterdam der richtige Partner, als es um das Testen der Boxinsider-App ging. Van de Kamp setzt hinzu: „ABC Logistics befindet sich in der Nähe des Hafens und holt die Container per LKW ab. Das ist weniger komplex als der Binnenschifffahrts- und Schienentransport.“ Remco Verwaal erläutert: „Als wir den Namen Boxinsider zum ersten Mal hörten, war unser Interesse direkt geweckt. Für uns sind schnelle, zuverlässige Informationen ein großes Plus. An manchen Tagen wickeln wir mehr als 50 Container ab. Es ist beinahe unmöglich, von jedem Container zu jedem Zeitpunkt die korrekten Informationen zur Verfügung zu haben. Jedes Tool, das uns bei der Verbesserung unserer Dienstleistungen gegenüber dem Kunden unterstützt, ist sehr willkommen.“

Weitere Entwicklung

Der Hafenbetrieb Rotterdam wird Boxinsider als so genanntes Track-and-Trace-System immer weiter komplettieren. Van de Kamp setzt hinzu: „Im Idealfall werden die Benutzer ihre Container von Anfang bis Ende mit allen dazugehörigen Informationen verfolgen können. An den Container-Lieferketten sind Dutzende von Geschäftsparteien beteiligt. Die Herausforderung besteht darin, alle Beteiligten dazu zu bringen, ihre Daten in einer adäquat autorisierten Weise freizugeben. Glücklicherweise stehen in Portbase bereits viele Informationen zur Verfügung.“ In Zukunft wird man mit Boxinsider nicht nur Import- sondern auch Exportcontainer verfolgen können. Die Benutzer erhalten die Möglichkeit, Referenzen, beispielsweise über Transportunternehmer, mit denen sie zusammenarbeiten, hinzuzufügen. Und es kommen noch mehr Status-Meldungen hinzu. Auch die ersten so genannten Empty Depots und die verschiedenen Inlandterminals stehen kurz davor, ihre Daten auszutauschen. Van de Kamp setzt hinzu: „Hiermit haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um mit Boxinsider auch Container über die Schiene und per Binnenschiff zu verfolgen, wodurch die Transparenz in der Lieferkette erhöht wird.“ Remco Verwaal erläutert: „Am schönsten wäre es, wenn die Löschplanungen der Terminals für alle sichtbar würden. Wenn ich weiß, dass ein Schiff am Mittwochabend gelöscht wird, kann ich so disponieren, dass der Container am Tag darauf abgeholt wird.“

Mehr Informationen: Zu Boxinsider.

Quelle: Hafenbetrieb Rotterdam

Veröffentlichungsdatum: 07.11.2019

Schlagwörter

Boxinsider, Rotterdam, Hafen, Import, Container, Echtzeit