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Minister würdigt 10 Jahre Norddeutsche Kooperation im Gartenbau

05. September 2014

Vor zehn Jahren wurde die Norddeutsche Kooperation im Gartenbau ins Leben gerufen. „Der Impuls kam damals aus dem Berufsstand und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern hat sich bewährt. Der Gartenbau muss auf die Gegebenheiten auf dem Markt reagieren können. Die Norddeutsche Kooperation unterstützt die Unternehmen dabei“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, anlässlich der Jubiläumsfeier am 3. September in Hannover.

Der Gartenbausektor ist im Vergleich zum Ackerbau durch eine hohe Wertschöpfung charakterisiert. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 19,4 Mrd. € machte der Gartenbausektor im Jahr 2010 rund 13 % der Wertschöpfung des gesamten landwirtschaftlichen Bereichs in Deutschland aus – und das auf nur 1,3 % der agrarischen Fläche. „Die Zahlen sind beachtlich. Doch in der heutigen Zeit wandeln sich die Ansprüche von Handel, Verbraucher und Gesetzgeber schnell. Gerade deshalb ist die Notwendigkeit eines unabhängigen und aussagekräftigen Versuchswesens so wichtig, denn darauf müssen wir schnell reagieren können“, sagte der Minister. Exemplarisch zu nennen sind die zunehmende Regionalvermarktung und die Rückstandshöchstmengenvorgaben des Lebensmitteleinzelhandels sowie die in Arbeit befindliche Novellierung der Düngeverordnung. „Doch wir müssen natürlich auch auf aktuelle Marktentwicklungen achten. Die Folgen der Russlandsanktionen sind noch nicht genau absehbar, doch wir wissen, dass gerade der Obst- und Gemüseanbau aufgrund der zu erwartenden Marktschwemme stärker betroffen sein wird und die Preise unter Druck geraten. Daher werde ich mich diese Woche auf der Agrarministerkonferenz dafür einsetzen, dass mit Bedacht auf diese Situation reagiert und jedenfalls nicht die Vernichtung von Lebensmitteln subventioniert wird. Das ist auch eine ethische Frage“, erklärte der Minister.

Die Norddeutsche Kooperation ist ein Erfolgsmodell für die länderübergreifende Zusammenarbeit. Deshalb hat sich das Land Mecklenburg-Vorpommern von Anfang an aktiv beteiligt. Als eines von acht Kompetenzzentren ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Kompetenzzentrum für Freilandgemüse entstanden. Bisher wurden über 2,5 Mio. € für den Aufbau des Kompetenzzentrums zur Verfügung gestellt. „Die Teilnahme an der Kooperation ermöglicht sämtlichen Gärtnern aus unserem Bundesland den Zugang zu hochwertigen und aktuellen Informationen sowie die Möglichkeit der Mitbestimmung von Versuchsinhalten. Die nunmehr seit zehn Jahren bestehende Norddeutsche Kooperation ist ein Paradebeispiel für eine gut funktionierende und faire Partnerschaft auf Augenhöhe“, unterstrich Dr. Backhaus.

Hintergrund:
In Mecklenburg-Vorpommern bauen derzeit 58 Betriebe auf knapp 1.800 ha Gemüse im Freiland an. Dem gegenüber stehen 27 ‚Unter-Glasbetriebe‘ auf 12,6 ha. Im Gemüseanbau Mecklenburg-Vorpommerns überwiegt der Anbau von Salaten. Mit einer Anbaufläche von 590 ha ist ihr Anteil von rund 33 % an der Gemüsefläche so hoch wie in keinem anderen Flächenland (Deutschland: 18 %).Im Ländervergleich ist ebenfalls der Anbau von Brokkoli bedeutsam. Mit 354 ha hat das Land einen Anteil von 16 % am Bundesergebnis. Vollständig ökologisch erzeugt wurden 12,8 % der Gemüseerntemenge auf einer Fläche von 262 ha bei einem Anteil am Anbau von knapp 15 %.Das ist deutlich mehr als in gesamt Deutschland ökologisch angebaut werden. Dort beträgt der Anteil am gesamten Anbau nur 10 % und die Erntemenge 9,1%.


Quelle: LU MV

Veröffentlichungsdatum: 05.09.2014

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