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Marktinformation Ostdeutschland 43 KW: Regenfälle verhindern regional das Kartoffelroden

29. Oktober 2019

In der vergangenen Woche haben in Sachsen - Anhalt Regenfälle vielerorts das Kartoffelroden unterbrochen, teils ist der Acker stark vernässt. Mit der einsetzenden Schönwetterperiode im Laufe der Berichtswoche werden die Rodearbeiten zügig fortgesetzt. Die Kartoffelerträge sind insbesondere in den Regionen, wo kaum Niederschläge in der Vegetationszeit gefallen sind und Beregnung nicht möglich ist, sehr gering.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
Bildquelle: Shutterstock.com

Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 43 KW 2019 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Erzeuger berichten dort von Erträgen zwischen 180 und 250 EUR/dt. Landesweit sind die Ertragsunterschiede groß. Für frische Feldware werden aktuell Erzeugerpreise auf Vorwochenniveau gezahlt. Für Lagerware, die bereits vereinzelt nachgefragt wird, werden Aufschläge von bis zu 5 EUR/dt gewährt. Die hohe Nachfrage nach Speisekartoffeln aus Polen hält weiter an, ob das beim hohen Preisniveau für Lagerware anhält, bleibt abzuwarten. Die Schälkartoffelpreise verharren unverändert auf dem Niveau der Vorwoche.

Mecklenburg - Vorpommern
Vernässte Böden verhindern regional das Roden der verbliebenen Feldbestände. Noch wird bei heimischen Packern überwiegend Frischware abgepackt. Die Erzeugerpreise bleiben auf dem Niveau der vergangenen Woche. Lageraufschlag ist noch nicht durchsetzbar. Die Erwartungen liegen bei einem Aufschlag von 3 bis EUR/dt. Nach wie vor laufen in der Direktvermarktung ab Hof Einkellerungsaktionen, teils wird bestellte Ware zu den Endkonsumenten nach Hause gefahren. Direktvermarkter berichten von einer sehr guten Nachfrage. Packer sprechen von ruhiger Nachfrage. Nach diversen Aktionen im LEH und in den Discountern ist der Bedarf der Endkonsumenten zurückgegangen. Die Schälkartoffelpreise verharren auf Vorwochenniveau.

Brandenburg
Die Speisekartoffelernte ist überwiegend beendet, teils werden derzeit noch Restflächen gerodet. Packer haben diese Woche weiterhin Frischware direkt vom Feld, aber auch die ersten Partien Lagerware, abgepackt. Für die Feldware sind die Preise auf dem Vorwochenniveau verblieben. Für die Lagerware wurde ein Aufschlag von 2 EUR/dt gezahlt. Vereinzelt enthält die Lagerware viele faule Knollen. Problematisch ist die Versorgung mit mehlig kochenden Sorten. Unverständlich aus Sicht der Erzeuger und Packer sind die weiter anhaltenden Werbeaktionen der Handelsketten. Für Großgebinde zu Aktionspreisen fehlt es an verfügbarer Speiseware. Die Preise für rohe und gedämpfte Schälkartoffeln liegen unverändert auf dem Niveau der vergangenen Woche.

Sachsen
Viele Betriebe haben die Kartoffelernte bereits beendet. Es kommen aber auch noch Speisekartoffellieferungen direkt vom Feld in die Packbetriebe. Für die bereits aus dem Lager kommenden Kartoffelpartien werden Lageraufschläge gezahlt. Im Vergleich zur Vorwoche wurden die Erzeugerpreise zum Teil um 3 EUR/dt angehoben. Die regionale Speiseware ist knapp. Die Erntemenge ist für viele Erzeuger sehr unbefriedigend. Erntepartien ohne Beregnung haben einen hohen Anteil von kleinen Knollen. Der Anteil an faulen Knollen im Erntegut ist zum Teil sehr hoch. Die Preise für Schälkartoffeln haben sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert.

Thüringen
Diese Berichtswoche bleiben die Erzeugerpreise für Speiseware noch stabil auf dem Niveau der vergangenen Woche. Für die kommende Woche werden Aufschläge für Lagerware diskutiert. Noch ist die Kartoffelernte nicht beendet, so dass Feldware direkt in die Abpackung kommt. Regenfälle haben regional die Feldarbeiten unterbrochen, so dass vereinzelt bereits Lagerware abgepackt werden musste. Nach diversen Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern ist die Nachfrage der Endkonsumenten nach Kartoffeln derzeit schwach. Die Preise für Schälware verharren auf dem Niveau der Vorwoche.

Mehr Informationen: www.lallf.de

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 29.10.2019

Schlagwörter

Marktinformation, Ostdeutschland, Regenfälle, Regional, Kartoffelroden