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M-V: Erzeugerpreise für Speisekartoffeln wiederholt nach unten korrigiert

18. September 2019

Der Preisdruck seitens der Handelsketten ist groß. In der laufenden Woche wurden die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in Mecklenburg - Vorpommern wiederholt um 2 EUR/dt nach unten korrigiert. Sogenannte Einkellerungsaktionen werden vorbereitet. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 37. KW 2019 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
Bildquelle: Shutterstock.com

Der Trend zur Bevorratung von Kartoffeln seitens der Endkonsumenten ist deutlich zurückgegangen. Zu Wochenbeginn haben langanhaltende Regenfälle die Erntearbeiten unterbrochen. Einige Erzeuger hatten mit der Haupternte und Einlagerung bereits angefangen, andernorts wird je nach Flächenumfang, Sorte und Reifegrad noch etwas mit dem Einlagern der Knollen gewartet. Bislang streuen die erzielten Speisekartoffelerträge in Abhängigkeit von der Wasserversorgung stark. Leichte sandige Böden fallen hinsichtlich des Ertrages deutlich ab, die Knollen sind kleinfallend. Die Kartoffelqualitäten sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Die Preise für rohe geschälte Kartoffeln sind zurückgenommen worden.

Brandenburg
Mit dem Beginn der Einlagerung der Speisekartoffeln sind die Erzeugerpreise weiter zurückgenommen worden. Für vorwiegend festkochende Sortentypen tendieren diese zwischen 16 und 20 EUR/dt. Für mehlig kochende und festkochende Sorten werden zwischen 18 und 20,50 EUR/dt gezahlt. Starke Regenfälle haben mit Wochenbeginn die Rodearbeiten zunächst unterbrochen, erleichtern jedoch vielerorts die weiteren Erntearbeiten. Erste Werbeaktionen im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern sorgen nach längerer Flaute für steigenden Absatz von Packware. Gebindegrößen von 7 und 10 kg werden als Aktionsware angeboten. Vielerorts sind die Kartoffelerträge infolge der Trockenheit auch in diesem Jahr unterdurchschnittlich. Die Kartoffeln sind oft kleinfallend. es wird von Schorf und von Wurmfraß berichtet. Die Schälkartoffelpreise für rohe Ware sind im Schnitt um 5 Cent/kg gesunken.

Sachsen
Nachdem die Rodearbeiten in der vergangenen Woche infolge von Trockenheit unterbrochen wurden, auf dem lehmigen Böden war der Anteil der Kluten im Erntegut zu hoch, hat es Anfang der Woche endlich ergiebig geregnet. Die fortschreitenden Erntearbeiten zeigen deutlich, dass es letztendlich an Menge hierzulande fehlen wird. Packer werden wie im Vorjahr Speiseware überregional zukaufen müssen. Die Erzeugerpreise sind im Vergleich zur Vorwoche um 2 bis 3 EUR/dt gesunken. Für vorwiegend festkochende Sortentypen werden im Schnitt 19 EUR/dt gezahlt, für die anderen Sortentypen gibt es 2 EUR/dt mehr. In den Handelsketten laufen Aktionen an, die Einkellerungszeit hat begonnen. Es werden Großgebinde von 10 und 25 kg angeboten. Im Hofladen kostet der 25 kg Sack zwischen 10 und 11 Euro. Für 5kg werden dort 4 Euro verlangt. Die Schälkartoffelpreise für rohe Ware sind im Schnitt um 7 Cent/kg reduziert worden.

Sachsen - Anhalt
Vielerorts sind die Kartoffelproduzenten und Lagerhalter bereits beim Einlagern der Kartoffeln, teils wird in Kürze begonnen. In einigen Regionen ist der Klutenanteil in der vom Feld gelieferten Ware durch die langanhaltende Trockenheit sehr hoch. Inzwischen hat es regional längere Regenfälle von bis zu 40 mm gegeben, welche den ausgetrockneten Boden langsam befeuchtet haben und letztendlich ideale Rodebedingungen geschaffen haben. Dort wo keine Beregnung möglich war, wird in der Börde von Erträgen um die 200 dt/ha berichtet, in Extremfällen nur 100 dt/ha. Mit Beregnung wurden dort um die 300 dt/ha erzielt. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln haben weiter nachgegeben. Im Vergleich zur Vorwoche werden 3 EUR/dt weniger gezahlt. In den Handelsketten geht es los mit Aktionsangeboten zur Einkellerungszeit. Die Schälkartoffelpreise sind teils deutlich zurückgenommen worden.

Thüringen
Mit Wochenbeginn sind mit langanhaltenden Regenschauern und kühlen Temperaturen gute Rodebedingungen geschaffen worden. Zuvor war es vielerorts zu trocken zum Roden. Die Ertragserwartungen sind gering. Die Knollen sind oft kleinfallend, aber qualitativ gut. Die Einlagerung wird in Kürze beginnen. Dann werden auch die Einkellerungsaktionen im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern anlaufen. Derzeit wird von wenig Nachfrage der Endkonsumenten berichtet. Der Erzeugerpreise für vorwiegend festkochende Speiseware liegt aktuell im Schnitt bei 19 EUR/dt, für mehlig kochende und festkochende Ware wird 1 EUR/dt mehr gezahlt. Die Schälkartoffelpreise sind um knapp 8 Cent/kg zurückgenommen worden.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 18.09.2019

Schlagwörter

Mecklenburg - Vorpommern, Erzeugerpreise, Speisekartoffeln, Regional, Marktinformation, Ostdeutschland