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Lebensmittelverschwendung im Bundesrat: Kampagne Leere Tonne kritisiert Bundesagrarminister

13. März 2017

Am Freitag, dem 10. März, steht die Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalens für gesetzliche Regeln zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung auf TOP 18 der Sitzung des Deutschen Bundesrates. Als Redner sind der Agrarminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes angekündigt und eine Vertreterin des Bundesagrarministeriums.

Bildquelle: Shutterstock.com Supermarkt Birnen
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NRW bringt das Thema Lebensmittelverschwendung in den Bundesrat

Die Kampagne 'Leere Tonne' fordert seit Sommer 2015 mit kreativem Protest vor allem junger Aktiver immer wieder, den Handel mit seiner zentralen Funktion zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern endlich zur Verantwortung zu ziehen. Jetzt kündigt das Bündnis aus Slow Food Youth, Foodsharing, Aktion Agrar und BUNDjugend neue Aktionen an. „Wir müssen endlich runter von der skandalösen Verschwendung und hin zu echter Wertschätzung von Lebensmitteln“, sagte Jutta Sundermann von Aktion Agrar.

David Jans von Foodsharing betonte: „ Wir begrüßen diese Initiative aus Nordrhein-Westfalen! Frankreich, Italien und Finnland haben bereits gesetzliche Wegwerfstopps beschlossen. 87 % aller Deutschen wollen solch ein Gesetz, wie eine Umfrage von Abgeordnetenwatch im September 2016 zeigte. Wir haben mit der Aktion 'Leere Tonne' 50.000 Unterschriften zu dieser Forderung gesammelt und dem Bundesagrarministerium in Berlin übergeben.“
Doch Hausherr Christian Schmidt zeigte bisher keine Bereitschaft, dieser Forderung nachzukommen. Im Bundesrat spricht heute für ihn seine parlamentarische Staatssekretärin.

Jans: „Immer wieder rechnen Schmidt und sein Team den Anteil der Supermärkte am Lebensmittelabfall klein. Er will ausschließlich über das Verhalten und die Verantwortung von Verbraucherinnen und Verbraucher reden. Das greift zu kurz.“ Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung das Ziel habe, Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren.

Der Bundesagrarminister verweist auf eine Studie der Universität Stuttgart, nach der der Müll zu 61 Prozent vom Verbraucher stamme. Doch diese Zahl sei irreführend. Das Ministerium hatte diese Studie 2012 in Auftrag gegeben, mit der Auflage, die Landwirtschaft nicht mit zu untersuchen. Sowohl der WWF in seiner Studie als auch Untersuchungen in anderen Ländern kämen auf rund 40 Prozent.

Jutta Sundermann von Aktion Agrar ergänzte: „Für uns geht die Auseinandersetzung weiter. Wir akzeptieren nicht, dass das Ministerium bezüglich der Supermärkte entweder auf Freiwilligkeit oder auf Ablenkung setzt.“ 
Der Lebensmitteleinzelhandel werfe selbst große Mengen weg, wovon besonders das meiste vermeidbar wäre. Der Handel lade weiterhin mit seiner Werbung zu Verschwendung ein und übe einen massiven Druck auf die Bauern aus, große Mengen gleichförmiger Waren zu extrem niedrigen Preisen zu liefern. „Das kann nicht die Basis für die Wertschätzung von Lebensmitteln und der Arbeit auf den Bauernhöfen sein, die wir für eine Agrarwende benötigen“.

www.leeretonne.de  

Quelle: www.aktion-agrar.de 

Veröffentlichungsdatum: 13.03.2017

Schlagwörter

Lebensmittelverschwendung, Bundesrat, Kampagne, Leere Tonne, Bundesagrarminister