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Lebensmittelabfälle in Deutschland: Neue Studie über Höhe nach Sektoren

13. September 2019

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (TI) hat im Auftrag des Bundesernährungsministeriums zusammen mit der Universität Stuttgart das Aufkommen der Lebensmittelabfälle über die gesamte Lebensmittelversorgungskette für Deutschland berechnet.

Quelle: BMEL
Quelle: BMEL

Dabei wurden Vorgaben seitens der Europäischen Union berücksichtigt, die künftig für die Vergleichbarkeit von Lebensmittelabfallmengen sorgen und Ausgangspunkt für die kontinuierliche Berichterstattung gegenüber der EU bis 2030 sind. Die Daten des TI liegen im September 2019 erstmals vor.

Höhe der Lebensmittelabfälle nach Sektoren in der Lebensmittelversorgungskette

Laut der im September 2019 vorgestellten Studie "Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015" beträgt die Gesamtabfallmenge rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle (Frischmasse).

  • Die Primärproduktion hat daran einen Anteil von 12 Prozent (1,4 Mio. Tonnen).
  • Bei der Verarbeitung beispielweise technische Störungen bei der Temperaturführung fallen 18 Prozent (2,2 Mio. Tonnen) an.
  • Im Handel entstehen 4 Prozent (0,5 Mio. Tonnen) der Lebensmittelabfälle, wenn z.B. die Portionierung von Verpackungen nicht bedarfsgerecht sind.
  • Die Außer-Haus-Verpflegung macht 14 Prozent (1,7 Mio. Tonnen) aus.
  • Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 52 Prozent (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten.
  • Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin wirft demnach etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.

Neues Studiendesign nach EU-Vorgaben

Die Studie legt erstmals eine Gesamtbilanzierung vor, in der alle Lebensmittelabfälle von der Erzeugung bis zum Verbraucher einbezogen wurden. Sie beruht auf der besten verfügbaren Datenlage zum Zeitpunkt der Untersuchung, was für Deutschland das Jahr 2015 ist. Diese "Baseline 2015" dient als Ausgangspunkt für eine kontinuierliche Berichterstattung gegenüber der EU bis 2030. Um Entwicklungen abbilden zu können, werden die Berechnungen nun regelmäßig erfolgen. Die Methode mit der die Daten erhoben und berechnet wurden, berücksichtigt die auf EU-Ebene vereinbarten Vorgaben. Deutschland ist eines der wenigen Länder, die bereits jetzt die Ausgangslage durch eine Datenbasis definiert hat .

Bei der Erstellung der Baseline hat sich gezeigt, dass sich die Datenverfügbarkeit entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette in den vergangenen Jahren verbessert hat, jedoch weiterhin große Datenlücken vorhanden sind. Unsicherheiten in der Datenlage bestehen vor allem in den Bereichen Primärproduktion, Verarbeitung und Groß- und Einzelhandel. An diesen Stellen ist es in Zukunft von besonderer Bedeutung, gemeinsam mit den Akteuren aus der gesamten Lebensmittelversorgungskette die Datenlage zu verbessern.

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Quelle: BMEL

Veröffentlichungsdatum: 13.09.2019

Schlagwörter

Lebensmittelabfälle, Deutschland, Studie, Sektoren