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Kernlos, süß und produktiv: auf dem Table Grape Meeting die Trends der Tafeltrauben

17. Mai 2019

Die Tagung im Mittelpunkt des dritten Tages von Macfrut hat einen Überblick über Sortenentwicklung und Marketing verschafft: das Mittelmeergebiet auf der Suche nach Qualität.

Foto © Macfrut
Foto © Macfrut

Sorteninnovation, aber auch Qualität, Produktionstechniken und das Bedürfnis des Zusammentreffens: Viele sind die beim Table Grape Meeting, dem der Tafeltrauben gewidmete, von Macfrut am 10. Mai organisierte Treffen, angegangenen Themen.

Eröffnet wurde die Tagung von Giacomo Suglia, Präsident von Apeo, Verband der Erzeuger und Exporteure für den Schutz der Tafeltrauben der Region Apulien, eine Region, die 75% aller bebauten Flächen in Italien darstellt. „Um einen immer globalisierteren Markt anzugehen, brauchen wir konkurrenzfähige Produktionen, hervorragende Qualität und hervorragenden Ertrag – erklärte Suglia – Nicht nur neue Sorten, sondern auch Produktionstechniken, die es uns erlauben, Qualität zu geringen Kosten zu haben“.

Carlo Fideghelli hat die Erfahrung des Netzwerks IVC, Italian Variety Club, das öffentliche und private Subjekte in Süditalien vereint, mitgebracht. Fideghelli hat von den wichtigsten Leitlinien, denen die Sorteninnovation folgt, erzählt: „Es werden total kernlose Sorten gesucht, ohne jeglichen Kernrest – erklärte er – Es wurde außerdem ein genetisches Verbesserungsprogramm zum Widerstand gegen die Kryptogame gestartet. Was den Geschmack angeht, ist der Muskatellergeschmack bei den Verbrauchern immer beliebter.“

Auch Maurizio Ventura, Licensing Manager Europe für SunWorld International hat die wichtigen Sortentrends für Italien und die Mittelmeerländer festgestellt: „Die Eigenschaften, die wir derzeit suchen, sind hohe Produktivität, niedrige Produktionskosten und einen angenehmen Geschmack“.  

Über das Thema äußerte sich auch Carlo Lingua, AD von Rk Growers und von Avi, europäischer Einzelvertreter der Trauben ARRA™. „Ich bin der Meinung, dass es in der Zukunft der gesamten italienischen Landwirtschaft große Gelegenheiten gibt, aber dass dies keine leichte Herausforderung sein wird, weil Länder auf dem Markt auftreten, die bis vor Kurzem nicht an die Erzeugung dachten, wie Marokko, Albanien, Serbien, Bulgarien und die Türkei – sagte Lingua – Um ein Qualitätserzeugnis zu haben, ist es notwendig, dass die Erzeuger die von den Züchtern vorgeschlagenen Produktionsprotokolle einhalten“.

Ein gänzlich italienisches Projekt für die Sorteninnovation ist jenes der Gruppe Grape & Grape. „Es gibt ein sehr breites Angebot an kernlosen Trauben, aber die Kultivierung erreicht in Italien nur 30% - sagte Alberto Mastrangelo, Vertriebsleiter der Gruppe – Die italienische Branche ist von kleinen Erzeugern geprägt und das führt zu einer Zersplitterung des Angebots“.

„Sich Unterscheiden kann eines der Elemente sein, um dieses Szenario anzugehen, mit der Entwicklung von einem Sortenpaket, das die Eigentümlichkeiten des Anbaugebietes hervorhebt und eine Bindung zwischen Sorte und Territorium entwickelt“, sagte Mastrangelo abschließend.

Ein Beispiel von territorialer Erzeugung wurde von Gianni Raniolo, dem Präsidenten des Konsortiums Uva da Tavola Mazzarone IGP, aus Sizilien, hervorgebracht. „Unser Projekt entsteht aus dem Bedarf der Erzeuger, sich zusammen zu bewegen, weil der Wettbewerb auf dem globalen Markt erfolgt – erklärte Raniolo – 2018 haben wir mehr als drei Millionen Kilo erzeugt und wir sind in den wichtigsten italienischen Ketten anwesend“.

Auf die erste Sektion folgte ein Podiumsgespräch, bei dem internationale Sprecher über drei Themenbereiche, Sorteninnovation, kernlose Trauben und Export, die dem Publikum durch Videoerklärungen der Protagonisten des Sektors präsentiert wurden, diskutiert haben.

Debbie Lombaard, des Handelsteams von Richard Hochfeld LTD, hat den Gesichtspunkt des Marktes des Vereinigten Königreichs erläutert. „Der englische Markt ist fast gänzlich kernlos und bevorzugt süße und knusprige Früchte. Wir können keine Trauben mit gelber Farbe verkaufen, weil der Verbraucher an die grünen gewöhnt ist – erklärte Lombaard – das Hauptproblem ist die beständige Qualität, es gibt noch viele Unterschiede zwischen einem Erzeuger und dem anderen, deshalb ist es wichtig, dass die Erzeuger mit diesen neuen Sorten umgehen können“. Italien hat aber auch einen Wettbewerbsvorteil. „Die italienische Erzeugung hat eine große Erfahrung und eine anerkannte Qualität, und Italien muss sich auf diese Stärken verlassen – fügte Lombaard hinzu – Was den Export betrifft, könnte es für Italien nützlich sein, den Markt zu erweitern, auch außerhalb von Europa“.

Auch in Deutschland werden die italienischen Trauben hoch angesehen und es ist auch deren erstes Importland. Annabella Donnarumma, Geschäftsführer von Eurogroup Italia/Rewe, hat so die Entwicklung des Konsums im Land erklärt: „70-75% der Trauben sind heute kernlos, die Trauben mit Kernen werden immer mehr zu einem Nischenprodukt werden, das aber von Premium-Qualität wird sein müssen. Innerhalb Deutschlands ändern sich die Vorlieben: Im Süden werden noch gelbe Trauben verkauft, aber umso mehr man in Richtung Norden geht, desto besser schmecken die grünen Trauben. Die Sorteninnovation sollte an Trauben denken, die, auch wenn nicht so farbig, ein Gefühl von Süßem verleihen können“.

Annabella Donnarumma hat dann über den Export gesprochen: „Die italienischen Erzeuger haben in den Jahren viele Opfer gebracht, um uns zufrieden zu stellen, sie haben sich weiterentwickelt und die Bedürfnisse des Marktes aufgenommen. Was fehlt ist die Zusammenarbeit, ein genossenschaftlicher Geist, um den aktuellen Vorteil gegenüber den neuen Ländern, die auf dem Markt auftreten, beizubehalten“.

Aus Spanien kam der Beitrag von Joaquin Gomez Carrasco, dem Präsidenten des Erzeugerverbands Apoexpa. „Seit 20 Jahren haben wir mit der Forschung über neue Sorten begonnen, alle kernlos, weil die Sorten mit Kernen beim Verschwinden sind“, hat Carrasco kommentiert und die kernlosen Trauben ein „natürliches Fresh-cut-Produkt“ bezeichnet. Über die internationalen Märkte hat Carrasco hinzugefügt: „Die große Sorge ist, dass die Steigerung der Produktion zu Preisschwankungen führen kann, deshalb braucht es neue Absatzmärkte, aber der Wachstum ist oft ein langsamer Prozess. Daher geht es nicht darum, mehr Quantität zu produzieren, sondern bessere Qualität, und das ist die gemeinsame Herausforderung für alle Erzeuger des Mittelmeerraums“.

Stefano Borracci, Vertriebsleiter von Serroplast, hat seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den chilenischen Tafeltraubenerzeugern mitgebracht. „Um wichtige Märkte wie der Nordamerikas anzugehen, hatten die Erzeuger das Bedürfnis, durch innovative Technik die Qualität zu verbessern. Ein großer Antrieb zu dieser Entscheidung ist vom Klimawandel gegeben, durch den die Wetterereignisse in den letzten Jahren viel aggressiver geworden sind“.

For further information, please visit: www.tablegrapemeeting.it

Quelle: Macfrut

 

Veröffentlichungsdatum: 17.05.2019

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Kernlos, süß, produktiv, Table Grape Meeting, Trends, Tafeltrauben