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Kennzeichnung von Lebensmitteln: Zu wenig Fortschritt

09. Dezember 2014

Seit dem 13. Dezember gelten europaweit neue Regeln zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln. Die Lebensmittelinformations-verordnung bringt teilweise Fortschritte, bleibt aber in vielen Punkten weit hinter dem zurück, wie eine verbraucherfreundliche Informationspolitik zu Lebensmitteln aussehen könnte, laut Bio-Hamburg.de.

Allergiker können die 14 häufigsten allergen wirkenden Stoffe wie Gluten, Milcheiweiß oder Nüsse, in der Zutatenliste verpackter Lebensmittel leichter erkennen. Die Schrift muss künftig hervorgehoben oder mit einer anderen Farbe unterlegt sein. Auch bei loser Ware muss über Allergene informiert werden. Wie dies genau zu geschehen hat, können die einzelnen Mitgliedsstaaten festlegen. In Deutschland steht diese Regelung noch aus. Mündliche Informationen über allergene Zutaten oder nur auf Nachfrage ist aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht akzeptabel. 

Nährwerte wie Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz sind erst ab 12. Dezember 2016 verpflichtend anzugeben. "Ein Fortschritt ist die Pflicht zur Angabe des Salzgehaltes", sagt Armin Valet, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. "Das erspart das lästige Umrechnen des bislang angegebenen Natriumgehalts." Doch das Kernstück für eine verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung auf Etiketten - die Ampelkennzeichnung - wurde auf Druck der Industrie fallengelassen. So können Verbraucher auch künftig nicht auf einen Blick erkennen, ob der Gehalt an Fett, Zucker oder Salz hoch, mittel oder niedrig zu bewerten ist. 

Erstmals gibt es eine konkrete Mindestschriftgröße für die Pflichtangaben auf den Etiketten. "Für viele Verbraucher ist diese mit höchstens 1,2 Millimetern aber viel zu klein und für Füllmengenangaben ist es sogar eine Verschlechterung", kritisiert Valet. "Wichtige Informationen bleiben schwer erkennbar. Vorgaben zu Schriftart, Farbe und Kontrast für eine bessere Lesbarkeit der Angaben fehlen noch." Hier müsse die Europäische Kommission schnell nachbessern. 

Hersteller müssen die Herkunft von Lebensmitteln dann angeben, wenn etwa Bilder oder Flaggen auf einem Lebensmittel eine Irreführung des Verbrauchers über die tatsächliche Herkunft möglich machen.

Für verpackte Lebensmittel, die per Fernabsatz, also telefonisch, im Internet oder Versandhandel verkauft werden, gelten ab dem 13. Dezember dieselben Informationspflichten wie für Lebensmittel, die in Geschäften verkauft werden. Einzige Ausnahme ist das Mindesthalt-barkeits- oder Verbrauchsdatum, über das erst zum Zeitpunkt der Lieferung informiert werden muss.

Übrigens: Alle Lebensmittel, die vor dem 13. Dezember bereits in Verkehr gebracht oder gekennzeichnet wurden, dürfen weiter verkauft werden, bis die Bestände aufgebraucht sind. 

Weitere Informationen unter: www.vzhh.de


Quelle: bio-hamburg.de

 

Veröffentlichungsdatum: 09.12.2014

Schlagwörter

Kennzeichnung, Lebensmitteln, Fortschritt