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iglo verlässt den Lebensmittelverband BLL

10. Mai 2019

iglo tritt aus Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.) aus. Grund für die Entscheidung ist eine fehlende strategische Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft der Branche und die Vernachlässigung der Bedürfnisse von mittelständischen Branchenmitgliedern.

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Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von iglo Deutschland. Foto © iglo Deutschland

„Im Zuge der Debatte um eine Einführung einer Lebensmittelkennzeichnung sind grundsätzliche Defizite in der Ausrichtung des Verbandes zutage getreten“, so Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von iglo Deutschland, „so dass eine Mitgliedschaft unseres Unternehmens nicht mehr sinnvoll erscheint.“

iglo macht seine Kritik an drei Punkten fest:

1) Symbolpolitik anstelle eines aktiven, europäischen Gestaltungswillens Die deutsche Wirtschaft und ebenso die deutsche Lebensmittelwirtschaft ist fest in Europa verankert und profitiert von einem Binnenmarkt. Einer der Gründe ist der der sukzessive Abbau von nationalen Schranken und der Aufbau von effizienten, länderübergreifenden Lösungen. Davon profitieren insbesondere die mittelständischen Lebensmittelunternehmen.  Die aktuelle BLL-Kampagne #Helden für Europa („Lebensmittelwirtschaft fordert klares Bekenntnis zu Europa“) kann jedoch nur als Symbolpolitik bezeichnet werden, wenn gleichzeitig bei der Lebensmittelkennzeichnung eine rein nationale, deutsche Lösung vorgeschlagen wird.

2) Verharren im Gestern anstelle einer Mitgestaltung von gesellschaftlichen Veränderungen Der BLL ist in den konkreten Aktivitäten darauf fokussiert, die (Bestands-)Interessen der Lebensmittelindustrie ausschließlich zu verteidigen und zu bewahren.

3) Kleine Mitgliedsunternehmen finden kein Gehör anstelle eines offenen Dialogs Die Lebensmittelwirtschaft lebt von der Vielfalt – sowohl beim Produktangebot, als auch hinsichtlich der Einstellungen und Meinungen der Mitglieder. Leider ist die BLL-Kultur geprägt von einer Art der „Hinterzimmerpolitik“. Dort entscheiden die großen Akteure über die Aktivitäten und Entscheidungen. Ein aktiver Dialog mit dem führenden deutschen Tiefkühlkostunternehmen oder thematisch betroffenen Akteuren gehört nicht zum Alltag. So kommt es dazu, dass beispielsweise das Thema einer Lebensmittelkennzeichnung nicht ergebnisoffen, sondern bereits vorgeprägt behandelt wird.

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Quelle: iglo Deutschland

Veröffentlichungsdatum: 10.05.2019

Schlagwörter

iglo, Lebensmittelverband, BLL