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Hitze: Kartoffelabsatz im LEH und Discountern zum Teil stark zurückgegangen

06. August 2019

Noch werden insbesondere im Premiumbereich Frühkartoffeln aus der Pfalz abgepackt. Der Anteil dieser überregionalen Speiseware geht jedoch zunehmend zurück, letztendlich auch um Kosten zu sparen, welche der Transportweg erfordert. Speiseware aus Niedersachsen, inzwischen schön festschalig, dominiert im Berichtsgebiet vor allem im festkochenden und im mehlig kochenden Segment.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
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Packer können heimische Knollen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und zum Teil bereits aus Mecklenburg beziehen. Diese Ware ist noch nicht immer schalenfest. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 31. KW 2019 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Das Preisniveau für Speisekartoffeln hat im Vergleich zur Vorwoche um 4 EUR/ dt nachgegeben, liegt aber weiter auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Ab Station werden in dieser Woche für Ware aus der Pfalz und Niedersachsen 46 EUR/dt für vorwiegend festkochende Speiseware genannt.

Mehlig kochende und festkochende Knollen kosten 48 EUR/dt. Bedingt durch Transportwege, aber auch durch einzelne Partien, welche vorzeitig gerodet werden, um vom hohen Preisniveau zu profitieren, wird dieses Preisniveau im Berichtsgebiet vereinzelt deutlich unterschritten. Preiswerte losschalige Knollen werden nach Polen geliefert.

Insgesamt bleibt die Marktlage jedoch immer noch leicht angespannt. Angesichts der Trockenheit und Hitze sind die Ertragserwartungen für die Haupternte in einigen Regionen inzwischen deutlich zurückgegangen. Derzeitige kleine Regenschauer erhalten oft gerade das Blatt und werden nicht mehr ertragswirksam. Sorten mit hohem Knollenansatz sind sehr kleinfallend. Im Unterboden findet sich durch die fehlenden Niederschläge in den vergangenen 12 Monaten oft nur Asche. Dort wo Beregnung möglich ist, werden teils gute Erträge erwartet, aber die ersten Wasserquellen versiegen.  Infolge der Hitze in der vergangenen Woche sind insbesondere auf den leichten Sandböden Feldbestände durch die Trockenheit zusammen gebrochen. Auf den schweren Böden müssen die Bestände vor dem Roden oft beregnet werden, um den Klutenanteil zu reduzieren.

Der Kartoffelabsatz im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern ist zum Teil stark zurückgegangen. Mit den hohen Temperaturen von teils über 35 °C sinkt auch zunehmend der Appetit der Konsumenten. Das deckt sich mit dem nicht sehr reichlichem Kartoffelangebot. Angebotene Partien werden zügig abgerufen. Bedingt durch die anhaltenden Schulferien ist auch die Nachfrage nach Schälkartoffeln schwach. An der Ostseeküste bleibt der Bedarf in der Gastronomie hoch. Noch werden wenige alterntige Kartoffeln geschält. Vereinzelt wurden die Preise für rohe Schälware, trotz anhaltend hohem Preisniveau für Rohware, zurückgenommen.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 06.08.2019

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Marktinformation, Ostdeutschland, Hitze, Kartoffelabsatz, LEH, Discountern