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Herkunftskennzeichnung: BOGK - Forderung des Europäischen Parlaments völlig realitätsfremd!

23. Mai 2016

Die letzte Woche vom Europäischen Parlament (EP) in Straßburg geforderte Pflichtkennzeichnung für Zutaten, die über 50 % eines Lebensmittels ausmachen, stößt auch aus Sicht des BOGK völlig zu Recht auf scharfe Kritik.

Bildquelle: Shutterstock. Supermarkt
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So beim Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, aber auch in den eigenen Reihen des EP. So bezeichnet die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer die Forderung als protektionistisch, populistisch und realitätsfern.

Die Forderung des EP verwundert in der Tat, da sie gleich mehrere Aspekte völlig außer acht lässt. So hatte die EU-Kommission unlängst eine Folgeabschätzung zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung mit dem Ergebnis durchgeführt, dass diese Pflichtkennzeichnung Lebensmittel verteuern würden, ohne das ein wirkliches Verbraucherinteresse an dieser Kennzeichnung vorhanden ist.

Auch verkennt die Forderung, dass eine verpflichtende Kennzeichnung der primären Zutaten in der Praxis überhaupt nicht umsetzbar ist. Die Hersteller in Europa bedienen sich bei den verwendeten Rohstoffen aus Gründen der Verfügbarkeit und im Hinblick auf die gewünschte sensorische Qualität am Weltmarkt. Insbesondere dort, wo es um Früchte geht, müssen deshalb regelmäßig unterschiedliche Herkünfte in unterschiedlichen Anteilen miteinander verschnitten werden, um den berechtigten Erwartungen des Verbrauchers an einer gleichbleibenden Produktqualität zu entsprechen. Dies führt allein aufgrund der saisonal bedingten Rohstoffschwankungen bis hin zu witterungsbedingten Totalausfällen von Rohstoffen bestimmter Herkünfte im Ergebnis zu stark variieren Zusammensetzungen hinsichtlich der Rohstoffherkünfte.

Deshalb ist es auch besonders für die obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie von großer Bedeutung, dass die gegenwärtigen Regelungen beibehalten werden, d.h. verpflichtende Kennzeichnung bei möglicher Irreführung und es ansonsten bei allen übrigen Erzeugnissen bei der Möglichkeit der freiwilligen Kennzeichnung bleibt.

Quelle: BOGK

Veröffentlichungsdatum: 23.05.2016

Schlagwörter

Herkunftskennzeichnung, BOGK, Forderung, Europäische Parlament