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Heraus aus der Nische: organische Lebensmittel aus Chile

11. Februar 2016

Wein, Trockenfrüchte, Säfte: Vier Hersteller präsentieren ihre ökologischen Lebensmittel auf der Biofach in Nürnberg, einige sogar mit Fairtade-Label.„Noch sind Bioprodukte aus Chile ein Nischenmarkt, aber mit positiven Wachstumstendenzen“, sagt Bettina Stengel, Direktorin von ProChile in Deutschland.

Prochile Biofach


„Wir sehen die Teilnahme an dieser Messe als eine wichtige Erfahrung, denn wir möchten signalisieren, dass organisch erzeugte Lebensmittel, Umweltschutz und optimale Arbeitsbedingungen, also alle Aspekte nachhaltiger Produktion, auch in Chile ein großes Thema sind, und ein wichtiges Anliegen der Unternehmer.“

2015 erreichte der Export chilenischer Bioprodukte in europäische Länder ein Volumen von 38 Mio. Euro; das sind 5% mehr als im Vorjahr (rund 36 Mio.). Die größte Nachfrage kommt aus den Niederlanden, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Schweden. Danach folgt Deutschland. „Das Wachstum beweist auch, dass die europäischen Verbraucher, die sehr gut informiert und anspruchsvoll sind, unsere Produkte schätzen und kaufen“, so Stengel. Der weltweite Export von Bioprodukten aus Chile wuchs 2015 um 4% auf 190 Mio. Euro.

Zwei Beispiele: Geonuts ist Chiles Pionier in Sachen Biowalnüsse (Junglans regia). Im Jahre 2010 begann der Hersteller, seine Prozesse auf ökologischen Anbau umzustellen. In diesem Jahr ist der Walnussproduzent erstmals auf der Biofach vertreten. Für 2017, so die Prognose, können bereits 510 Tonnen aus eigener Produktion exportiert werden.

Smoothies und Fruchtsäfte erfreuen sich großer Beliebtheit. Diesen Trend macht sich Virtus Natura zunutze. Das junge Unternehmen aus Chile stellt seit 2010 organische Fruchtsäfte her, ohne Zusätze, Farbstoffe und Zuckerzusatz - inzwischen sogar mit Fairtrade-Zertifizierung.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bioprodukte gibt es in Chile seit 2006; zuständig für die Zertifizierung ist eine Abteilung des Landwirtschaftsministeriums. Seit der Zoll 2012 eine Kennzeichnung für Bioprodukte definiert hat, spiegeln diese sich auch in Exportzahlen wider Schritt für Schritt gewinnt „Bio“ in Chile an Boden: bei den Unternehmen, die die Bedingungen, Prozesse, und Produkte verbessern und sich immer öfter verpflichten, ökologischer zu wirtschaften - aber auch bei Kommunen, die bei Energie und Abfallbeseitigung das Sagen haben.

Chiles geografische und klimatische Bedingungen begünstigen den Anbau von Bioprodukten: Während im Osten die Anden das Land abschirmen, reguliert der Pazifikwind von der Küste her die Temperaturen. Diese natürlichen Grenzen bedeuten Schutz vor Schädlingen und Pflanzenkrankheiten.

Die wichtigsten Exportprodukte aus Chile sind Tiefkühlobst und –gemüse, frische Äpfel, Beeren und Kiwis, Rot- und Weißwein, Konserven, Gemüsepasten, Fruchtmark, Trockenfrüchte und Olivenöl.

Links: 
Unternehmen auf der Biofach

Süddeutsche Zeitung: Reiner Wein

 

Veröffentlichungsdatum: 11.02.2016

Schlagwörter

Biofach, Nische, organische, Lebensmittel, Bio, Chile