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Hafenbetrieb Rotterdam und Partner: Gemeinsame Vorbereitung auf einen möglichen No-Deal-Brexit

14. Oktober 2019

Gemeinsam mit allen Partnern wie den Zollbehörden, dem Hafenbetrieb Rotterdam, dem Hafenbetrieb Amsterdam, Portbase und den beteiligten Städten und Gemeinden wird wieder intensiv an der Vorbereitung auf einen möglichen No-Deal-Brexit am 31. Oktober 2019 gearbeitet. Das Ziel der konzertierten Aktion besteht darin, den Aufenthalt infolge zusätzlicher Zollformalitäten bei den Ferry-Terminals von Rotterdam und Vlaardingen auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Foto © Hafenbetrieb Rotterdam
Foto © Hafenbetrieb Rotterdam

Zu diesem Zweck werden Verkehrsdurchflusspläne erstellt und Abstellmöglichkeiten für LKW eingerichtet, deren Transportpapiere nicht den neuen Zollvorschriften entsprechen, sobald das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austritt.

Eine Sache der Vorbereitung

Exporteure und Importeure müssen Vereinbarungen darüber treffen, wer eine Vormeldung ihrer Ladung vom und zum Vereinigten Königreich im Voraus digital über Portbase anmeldet. Dies können diese selbst tun oder es aber einer Vermittlungsperson übergeben – wie zum Beispiel Spediteure, Zollmitarbeiter oder Transportunternehmer. Alle Ferry-Terminals und die Mehrheit der Shortsea-Terminals erheben diese vorstehend genannte Verpflichtung. Anhand dieser niederländischen Kettenlösung für den Brexit wird die Ladung schnell und ohne unnötigen Aufenthalt aufgrund von Zollangelegenheiten - auch nach dem Brexit - in das Vereinigte Königreich und auch aus dem Vereinigten Königreich transportiert.

Kein Zolldokument, keine Voranmeldung, keine Überfahrt

Für LKW, deren Dokumente nicht in Ordnung sind, werden in den nächsten Wochen erneut die Puffer-Abstellorte eingerichtet. An diesen zeitlich befristeten Standorten können LKW-Fahrer Kontakt zu ihrem Auftraggeber oder Transportdisponenten aufnehmen, um die erforderlichen Formulare und Anwendungen doch noch in Ordnung zu bringen. Diese vorübergehenden Puffer-Abstellorte sind auf der beigefügten Karte verzeichnet. Sollte sich diese zusätzliche Kapazität unverhofft als unzureichend erweisen, haben die Parteien zusätzliche Aufnahmegebiete in der Hinterhand. Zudem hat Rijkswaterstaat in Rücksprache mit allen Parteien Verkehrsflusspläne erstellt, damit ein guter Durchfluss gewährleistet werden kann.

Verkehrsfluss

Für jedes Terminal und jede Umgebung wurde ein Verkehrsplan mit Maßnahmen erstellt, so dass die möglichen Behinderungen durch LKW beschränkt bleiben. Dieser Verkehrsplan hat den Zweck, ein Stocken des lokalen und regionalen Verkehrsflusses zu verhindern. Dies tun wir, indem wir den LKW-Verkehr, dessen Transportdokumente nicht in Ordnung sind, zu einem ausgewiesenen Abstellort zu dirigieren und so eine Staubildung bei den Terminals vermeiden können.

Puffer-Abstellorte einrichten

Rijkswaterstaat, (die oberste niederländische Straßen- und Wasserbaubehörde), der Hafenbetrieb Rotterdam, die Städte Rotterdam, Vlaardingen, Velsen und die Provinz Südholland richten insgesamt sechs Puffer-Abstellorte ein. Alle diese zeitlich befristeten Standorte sind mit einem Zaun, Beleuchtung, sanitären Anlagen und Überwachung versehen. Von den ca. 54 Millionen Tonnen an Gütern, die jedes Jahr zwischen dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden verhandelt werden, laufen ca. 40 Millionen über den Hafen von Rotterdam; dies vor allem mittels des Ferry- und den Shortsea-Transports. Sobald der Brexit eine Tatsache ist, stellen die niederländischen Seehäfen für das Vereinigte Königreich eine EU-Außengrenze dar. Für den Güterverkehr über die niederländischen Häfen führt dies unwiderruflich zu Zollformalitäten. Bei einem no-deal-Brexit gilt dies sofort.

Rotterdam und Vlaardingen

Am Nordufer in Hoek van Holland hat die Stadt Rotterdam das Gelände Oranjeheuvel für diesen Zweck ausgewiesen. Dieses Gelände liegt in der Nähe des Ferry-Terminals in Hoek van Holland. Rijkswaterstaat hat dort Platz für ca. 200 LKW geschaffen. In Maasdijk, in der Gemeinde Westland, hat Rijkswaterstaat einen Puffer-Abstellort für ca. 24 LKW eingerichtet. In der Stadt Vlaardingen wurden auf dem DFDS-Gelände 80 Abstellplätze geschaffen. Zudem wird an der Waterleidingstraat ein zweiter Standort für ca. 80 LKW eingerichtet.

Am Südufer werden im Auftrag des Hafenbetriebs Rotterdam Puffer-Abstellorte am Moezelweg eingerichtet. Das größte Gelände am Moezelweg bietet Platz für ca. 280 LKW. Dieses Gelände liegt in der Nähe der Ferry- und Shortsea-Terminals, die von den Hafengebieten Europoort aus und Europoort operativ tätig sind. Das Gelände ist, sowohl aus östlicher als auch aus westlicher Richtung, gut von der niederländischen Autobahn A15 aus zu erreichen.

IJmuiden

Rijkswaterstaat richtet gemeinsam mit der Stadt Velsen und dem Seehafen IJmuiden einen Abstellort auf dem „Blokkenterrein“ (Lagergelände von Rijkswaterstaat) an de Zandvoortstraat in IJmuiden ein. An diesem zeitlich befristeten Standort können LKW-Fahrer in Rücksprache mit ihrem Auftraggeber oder Transportdisponenten die erforderlichen Formalitäten in Ordnung bringen, ohne dabei durch ihr Parken Behinderungen zu verursachen. Die zeitlich befristete Abstellmöglichkeit weist eine Kapazität von 45 LKW auf.

Informationen zum Thema Getreadyforbrexit auf der Website: https://www.getreadyforbrexit.eu/de/ oder in diesem Video: https://youtu.be/o5BYDKSK8X0

Download: Port of Rotterdam - Brexit vorübergehenden Puffer-Abstellorte  Rotterdam Oktober 2019 (pdf)

Quelle: Hafenbetrieb Rotterdam

Veröffentlichungsdatum: 14.10.2019

Schlagwörter

Hafenbetrieb Rotterdam, Partner, Vorbereitung, No-Deal-Brexit