Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Großes Gemüseangebot, trotzdem bezahlten die Verbraucher mehr

10. April 2017

Die privaten Verbraucher in Deutschland haben 2016 so viel für frisches Gemüse bezahlt wie in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Weder die Gemüseernte in Deutschland noch die Einfuhren von frischem Gemüse waren besonders niedrig.

Bildquelle: Shutterstock.com Moehren
Bildquelle: Shutterstock.com

Das Gemüsejahr 2016 stand in Deutschland zeitweise unter dem Einfluss extremer Witterungsbedingungen. Besonders die starken Regenfälle im Juni mit den anschließenden Überschwemmungen sind vielerorts noch gut in Erinnerung. Aber auch die lange Trockenheit im Spätherbst hat die Gemüseproduktion beeinflusst. Es gab Ernteunterbrechungen und auch Ausfälle einzelner Anbausätze. Dennoch wurde in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr Gemüse im Freiland geerntet als im Jahr zuvor. Mit 3,52 Mio. t lag die Erntemenge rund 8 % über der von 2015.

Zum Teil lässt sich der Anstieg der Erntemenge gegenüber dem Vorjahr auch methodisch erklären. Im Jahr 2016 wurde die Gemüseerhebung als Vollerhebung durchgeführt. In den Jahren mit einer solchen Vollerhebung ist die Erfassung genauer, und sowohl die Anbauflächen als auch die Erntemengen zeigen einen Ausschlag nach oben. Im direkten Vergleich mit der letzten Vollerhebung aus dem Jahr 2012, als mit 3,64 Mio. t eine Rekordmenge zu Buche schlug, zeigt sich bei der Gemüseernte ein Minus von 3 %.

Bei fast allen Gemüsearten war die Erntemenge 2016 höher als im Vorjahr. Gerade bei den mengenmäßig bedeutendsten Arten wurde deutlich mehr geerntet. So zum Beispiel bei Möhren, Speisezwiebeln und Weißkohl, die zusammen für 45 % der deutschen Freilandgemüseernte stehen. Eissalat und Blumenkohl gehören dagegen zu den Arten, bei denen die Erntemenge nicht an die des Vorjahres heranreichte.

Nachdem sich die Gemüseproduktion von den Einschnitten 2015 erholt hat, wäre ein Rückgang der Gemüseimporte nach Deutschland zu erwarten gewesen. Diese hatten 2015 ein Rekordniveau erreicht, das 2016 nach vorläufigen Angaben nur knapp verfehlt wurde. Mit 3,21 Mio. t wurden nur 3 % weniger Gemüse nach Deutschland importiert. Durch Nachmeldungen könnte in der endgültigen Statistik das Vorjahresergebnis sogar gut erreicht werden.

Der Markt in Deutschland war in der Gesamtbetrachtung 2016 also besser versorgt als im Jahr zuvor. Dennoch gab es Zeiten im Jahr, in denen das Angebot eher knapp war. Entsprechend haben die deutschen Erzeugermärkte rund 6 % weniger Gemüse abgesetzt. Da überwiegend höhere Preise erzielt wurden, konnte der Umsatz erneut um 3 % auf rund 795 Mio. EUR gesteigert werden.

Höhere Preise auf den vorgelagerten Handelsstufen waren mit ein Grund dafür, dass die privaten Verbraucher mehr Geld für frisches Gemüse ausgeben mussten. Die durchschnittlichen Ausgaben für Gemüse waren mit 2,42 EUR/kg die höchsten der vergangenen fünf Jahre. Das zeigt eine AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels. Höhere Durchschnittsausgaben können aber auch eine Folge davon sein, dass Verbraucher zu höherpreisigen Produkten greifen. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Wechsel von runden großfrüchtigen Tomaten auf kleinfrüchtige Varianten.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 04.04.2017)

Veröffentlichungsdatum: 10.04.2017

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gemüse, Angebot, Verbraucher, Preise