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Gewächshaus EDEN-ISS trotzt der Antarktis: DLR-Forscher erlebt Rekordernte

18. September 2018

Das Antarktis-Gewächshaus EDEN-ISS hat bei seinem Praxistest unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Polarnacht überstanden, ebenso antarktische Stürme und Temperaturen bis unter minus 40 Grad Celsius. Seit Anfang 2018 liefert es erstmals Kräuter, Salate und frisch geerntetes Gemüse für die zehnköpfige Überwinterungscrew auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI).

Paul Zabel. Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Paul Zabel. Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Künstliche Bestäubung besonders anspruchsvoll, Wartung der Gewächshaustechnik unter harschen Bedingungen

Nach mehr als einem halben Jahr Einsatz in der Antarktis zeigt sich die Leistungsfähigkeit des autarken Gewächshauskonzepts für klimatisch anspruchsvolle Regionen auf der Erde, ebenso wie für künftige bemannte Missionen zu Mond und Mars. DLR-Forscher Paul Zabel meistert dabei Herausforderungen und sammelt Erkenntnisse, die die Pflanzenzucht unter solch harschen Bedingungen mit sich bringt. Die Überwinterungsmannschaft schätzt das frische Grün als willkommene Abwechslung in der Langzeit-Isolation. In einer Live-Schaltung aus der Antarktis berichtet Paul Zabel am 13. September 2018 von seinen Erfahrungen.

Reichlich Salate und Tomaten, wenige Paprika und bisher fehlen die Erdbeeren

"Die Ernte ist mittlerweile so reichlich, dass ein Teil nicht immer gleich direkt auf den Tisch kommt und wir nun den Luxus haben, manche Salate und Kräuter aufbewahrt im Kühlschrank über mehrere Tage verteilt zu verzehren", berichtet Paul Zabel. "Die Mitüberwinterer freuen sich immer schon auf die nächste frische Mahlzeit."

Tatsächlich gedeihen die Salate, Tomaten, Gurken und Kräuter besonders gut unter den Bedingungen von 21 Grad Celsius und 65 Prozent relativer Luftfeuchte im Gewächshaus. Auf einer Anbaufläche von insgesamt etwa 13 Quadratmetern sind nun 77 Kilogramm Salat, 51 Kilogramm Gurken, 29 Kilogramm Tomaten, 12 Kilogramm Kohlrabi, 5 Kilogramm Radieschen und 9 Kilogramm Kräuter gewachsen und abgeerntet.

"Erstaunt hat uns die ausgebliebene Paprika- und Erdbeer-Ernte", so Zabel. Die Paprika- und Erdbeerpflanzen wachsen auch in der Antarktis schnell, allerdings bereitet die künstliche Bestäubung Schwierigkeiten, wobei sich nur wenige Früchte oder - wie bei den Erdbeeren bisher - gar keine Früchte ausbilden. EDEN-ISS-Projektleiter Dr. Daniel Schubert ergänzt: "Im vergangenen Jahr beim Gewächshaus-Probebetrieb in Bremen hatten die Paprikapflanzen noch zahlreiche Früchte getragen. Das zeigt wie wichtig und lehrreich der Extremtest des Gewächshauses unter antarktischen Bedingungen ist."

Quelle: DLR

Veröffentlichungsdatum: 18.09.2018

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EDEN-ISS, Gewächshaus, Antarktis, DLR-Forscher, Rekordernte, Künstliche Bestäubung