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Frankreich will Gemüsesektor Auftrieb geben

18. September 2017

Die französischen Gemüseerzeuger wollen ihrem Sektor Auftrieb geben und setzen auf die Entwicklung und Modernisierung ihrer Gewächshäuser, indem sie für den Zeitraum 2017 bis 2020 mehr als 300 Millionen EUR investieren wollen, wie in dem Weißbuch 2017: „Aufrechterhaltung und Entwicklung der Gartenbauproduktion in Frankreich“ genauer ausgeführt wurde.

Bildquelle: Shutterstock.com Artischocken
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Dieses ist von der Vereinigung der Gemüseerzeuger von Frankreich (Les Producteurs de Légumes de France) erstellt worden, wie FEPEX (der Spanische Verband der Vereinigungen der Exportierenden Erzeuger) berichtet.

Das Weißbuch, zu dem FEPEX Zugang hat, führt die Projekte auf, in die der Sektor in den nächsten drei Jahren investieren möchte. Insgesamt sind es 135 Projekte, die sich auf 353,3 ha Gewächshäuser beziehen und geschätzte Kosten von 314.680.000 EUR haben, wobei sie 1.681 Jobs schaffen werden. Die meisten Projekte sind für die Pays de la Loire (48 mit 145,6 ha), Nouvelle-Aquitaine (34 mit 66 ha) und die Bretagne (21 mit 35,2 ha) geplant.

Vorgeschlagen wurden Veränderungen bei zwei der Aspekte, die sich am meisten auf die Entwicklung der Gartenbaufarmen auswirken: der Ertragsschutz und die Arbeitskomponente.

Die Gemeinschaftsgesetzgebung ist dem Weißbuch zufolge zu restriktiv bei der Verwendung von Pflanzenschutzprodukten und aktiven Substanzen und erlaubt keine spezifische und effiziente Kontrolle der Erträge, wodurch Wettbewerbsnachteile entstehen. Deshalb sollte eine gegenseitige Anerkennung zwischen den Mitgliedsstaaten beschleunigt werden, um die Verfügbarkeit der Pflanzenschutzprodukte zu erhöhen.

Bei der „sozialen Komponente“ geht es um die unterschiedlichen Arbeitskosten zwischen den Ländern. Dabei beträgt der Bruttostundenlohn in Frankreich 9,76 EUR (Kosten für Arbeitgeber pro Stunde sind 11,69 EUR), was höher als in den übrigen Ländern ist. In Deutschland sind es 8,60 EUR (8,60 EUR), in Spanien 7,17 EUR (8,24 EUR), in Italien 6 EUR (7,60 EUR), (Belgien 7,37 EUR Arbeitgeberkosten), in Polen 2,41 EUR (2,91 EUR) und in Marokko 0,60 EUR (0,74 EUR).

Diese Ungleichgewichte bei dem Wettbewerb haben eine direkte Auswirkung auf die angebaute Fläche in Frankreich, die in den letzten 17 Jahren um 30% abgenommen hat, während sie in demselben Zeitraum in Deutschland und den Niederlanden um 30% zunahm.

Frankreich ist der drittgrößte Erzeuger von Obst und Gemüse in der EU, nach Italien und Spanien. Der Gartenbausektor von Frankreich hat nach Angaben des Weißbuches 31.000 Produktionsunternehmen mit mehr als 200.000 ha, schafft 200.000 direkte Jobs und der Umsatz des Sektors beträgt 3,5 Milliarden EUR.

Quelle: FEPEX

Veröffentlichungsdatum: 18.09.2017

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