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Europäische Landwirte und Genossenschaften geben Warnung zum Handel aus

19. Juni 2018

Angesichts der Kürzungen an der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie Unwägbarkeiten mit Blick auf den Handel und den Brexit appellierten die am Montag in Brüssel zusammengekommenen europäischen Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften an die EU, die verheerenden Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und für größere Kohärenz zwischen den verschiedenen Politiken zu sorgen.

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Quelle Six Dun / Shutterstock.com

Nach einer Sitzung in Brüssel mit 66 Präsidenten von Bauern- und Genossenschaftsverbänden aus der ganzen EU äußerte sich Copa-Präsident Joachim Rukwied deutlich enttäuscht über den Kommissionsvorschlag zur künftigen GAP. „Es ist nicht hinnehmbar, dass den Landwirten im Bereich Lebensmittelsicherheit, Tierwohl und Umweltschutz immer mehr abverlangt wird, obwohl die Zahlungen immer niedriger ausfallen. Besorgniserregend ist auch, dass der Werkzeugkasten, der den Landwirten für die Wahrung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zur Verfügung steht, von Tag zu Tag leerer wird. Wir sind stolz auf unsere Produktionsstandards. Um ihren Fortbestand zu sichern, ist mehr Kohärenz zwischen den verschiedenen Politiken unerlässlich.“

„Wir können nicht hinnehmen, dass unsere Standards in den Handelsgesprächen mit dem lateinamerikanischen Handelsblick Mercosur verwässert werden. Ebenso wenig können wir hinnehmen, dass unsere Landwirte das Nachsehen haben, wenn sie sie einhalten, weil sie unlauterem Wettbewerb ausgesetzt würden. Handelskonzessionen bei Importen in die EU müssen für unsere sensibleren Sektoren wie Rindfleisch, Zucker, Geflügel, Ethanol, Reis und Orangensaft auf ein Minimum beschränkt werden. Dasselbe gilt für jegliche Ungleichgewichte in den Verhandlungen über das Kapitel Landwirtschaft und Lebensmittel. Wir appellieren nachdrücklich an die Mitgliedstaaten und an die Mitglieder des Europäischen Parlaments, uns und unseren Ansichten den Rücken zu stärken, um Wachstum und Beschäftigung in den ländlichen Gebieten Europas wieder anzukurbeln“, so Rukwied.

Cogeca-Präsident Thomas Magnusson bedauerte den Beschluss der USA, Strafzölle für die Einfuhr spanischer Tafeloliven zu erheben, und wertete dies klar als Protektionismus. „Ich bin mit den am 12. Juni veröffentlichten Bestimmungen zu den Anti-Dumping-Zöllen und Ausgleichszöllen absolut nicht einverstanden. Wir verlassen uns darauf, dass die Europäische Kommission auch weiterhin gegen diese ungerechtfertigten Maßnahmen vorgeht.“

„Die Agrargemeinschaft unterstützt die Entwicklung einer Landwirtschaft, die auf Familienbetrieben beruht und ländliche Gebiete florieren lässt“, so Magnusson abschließend. „Die Herstellung guter, ausgewogener Handelsbeziehungen zwischen der europäischen Agrargemeinschaft und anderen Teilen der Welt liegt in unserem gemeinsamen Interesse. Der potenzielle Missbrauch von Freihandelsabkommen durch unsere Handelspartner könnte die Glaubwürdigkeit dieser Abkommen ernsthaft untergraben. Jedes Freihandelsabkommen sollte unsere Standards wahren und den Schutz unserer sensiblen Sektoren vor unlauterem Wettbewerb ohne Schlupflöcher sicherstellen.“

Quelle: Copa-Cogeca

Veröffentlichungsdatum: 19.06.2018

Schlagwörter

Europa, Landwirte, Genossenschaften, warnung, Handel