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EuRH: Bio-Lebensmittel besser kontrollieren

20. März 2019

Das Kontrollsystem für ökologische/biologische Erzeugnisse der EU hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert, doch es sind nach wie vor Herausforderungen zu bewältigen. Zu dieser Einschätzung gelangt der Europäische Rechnungshof (EuRH) in einem neuen Bericht. 

Bildquelle: Shutterstock.com Bio
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Um die verbleibenden Schwachstellen in den Mitgliedstaaten zu beheben und die Überwachung eingeführter Erzeugnisse sowie die Rückverfolgbarkeit von Erzeugnissen zu verbessern, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, so die Prüfer.

logo bioFür Erzeugnisse, die mit dem EU-Bio-Siegel gekennzeichnet sind, zahlen Verbraucher mitunter deutlich mehr als für konventionelle Erzeugnisse. Der weitaus größte Teil der in der EU verbrauchten ökologischen/biologischen Erzeugnisse wird auch innerhalb der EU hergestellt.

Es gibt keine wissenschaftliche Methode, mit der sich feststellen lässt, ob ein Erzeugnis ökologisch/biologisch ist oder nicht. Ein solides Kontrollsystem, das die gesamte Lieferkette abdeckt – von den Erzeugern bis hin zu den Lebensmittelherstellern, Importeuren und Händlern – ist von entscheidender Bedeutung, um den Verbrauchern die Gewissheit zu geben, dass die von ihnen gekauften ökologischen/biologischen Erzeugnisse auch tatsächlich ökologisch/biologisch sind. Bei der Überwachung des Kontrollsystems spielt die Europäische Kommission eine zentrale Rolle.

Der ökologische/biologische Sektor der EU hat in den vergangenen Jahren ein rasches Wachstum verzeichnet. Die Prüfer des Hofes führten zu ihrem vorherigen Bericht aus dem Jahr 2012 eine Follow-up-Prüfung durch und bewerteten, ob das Kontrollsystem für die Produktion, die Verarbeitung, den Vertrieb und die Einfuhr von ökologischen/biologischen Erzeugnissen den Verbrauchern nun eine größere Sicherheit bietet. Neben der Weiterverfolgung, der die sechs zuvor besuchten Mitgliedstaaten unterzogen wurden, führte der Hof innerhalb der EU auch Prüfbesuche in Bulgarien und der Tschechischen Republik durch.

Die Prüfer stellten fest, dass sich das Kontrollsystem verbessert hat und ihre früheren Empfehlungen im Allgemeinen umgesetzt worden sind. Die bei der letzten Prüfung untersuchten Mitgliedstaaten haben Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Kontrollsysteme ergriffen, und die Kommission hat ihre eigenen Prüfbesuche wiederaufgenommen und mittlerweile die meisten Mitgliedstaaten kontrolliert. Allerdings bestehen nach wie vor einige Schwachstellen: Die Anwendung von Maßnahmen zur Sanktionierung der Nichteinhaltung von Vorschriften wurde innerhalb der EU noch nicht harmonisiert, und die Behörden und Kontrollstellen der Mitgliedstaaten benötigten mitunter viel Zeit, um Fälle von Regelverletzungen zu melden.

"Beim Kauf ökologischer/biologischer Erzeugnisse vertrauen die Verbraucher darauf, dass auf jeder Stufe der Lieferkette die einschlägigen Vorschriften eingehalten wurden, unabhängig davon, ob die Erzeugnisse in der EU hergestellt oder eingeführt werden", so Nikolaos Milionis, das für den Bericht zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. "Die Kommission sollte mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um die verbleibenden Schwachstellen zu beheben und das Kontrollsystem so wirksam wie möglich zu gestalten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen der Verbraucher in das EU-Bio-Siegel zu wahren."

Quelle: EuRH - Europäische Rechnungshof

Veröffentlichungsdatum: 20.03.2019

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EuRH, Bio-Lebensmittel, kontrollieren, Bio