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Erdbeeren aus den Niederlanden, Belgien und dem Inland befanden sich im Mittelpunkt der Geschäfte

09. Mai 2019

Während sich die Präsenz der einheimischen und niederländischen Chargen ausdehnte, schränkte sich die der italienischen und spanischen ein.

Bildquelle: Shutterstock.com Erdbeeren
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Die Offerten aus den Niederlanden, Belgien und dem Inland befanden sich im Mittelpunkt der Geschäfte: Ansprechend ausgefärbt und mit hervorragendem Geschmack generierten sie ohne Schwierigkeiten genügend Interesse. Die Zuströme aus Italien, Spanien und Griechenland waren zwar billiger, qualitätsbedingt aber nicht immer beliebt. Die Unterbringungsmöglichkeiten verbesserten sich sukzessive. Zum Wochenende hin gelang eine Räumung meist ohne Komplikationen. Die Vertreiber konnten ihre Aufrufe anheben, ohne dass dies die Umschlagsgeschwindigkeit reduziert hätte. Das gute Wetter spielte den Händlern dabei natürlich in die Karten. Nur in Frankfurt musste man am Freitag die spanischen Früchte als Sonderangebote zu 0,60 € je 500-g-Schale abwickeln.

Äpfel
Die einheimische Lagerware herrschte vor: Elstar, Jonagold und Boskoop bildeten dabei das Fundament. Italien schickte kontinuierlich Granny Smith und Golden Delicious. Frankreich sendete die Clubvarietäten Jazz und Pink Lady. Niederländische Boskoop und belgische Jonagold konnten in Frankfurt flott umschlagen werden. Polnische Partien ergänzten in Berlin das europäische Angebot, dessen Qualität in der Regel überzeugte. Die Verfügbarkeit war ziemlich umfänglich, sodass es keine Schwierigkeiten gab, das Interesse zu stillen, welches sich mancherorts entschleunigte. Die Bewertungen blieben dennoch meist konstant. Die Zuströme aus Übersee intensivierten sich zwar, sie hatten letztlich aber nur komplettierenden Charakter. Royal Gala wurden am häufigsten abgeladen; sie stammten aus Neuseeland, Chile, Südafrika, Argentinien und mittlerweile auch aus Brasilien. In Hamburg initiierte das Auftauchen der günstigen brasilianischen Importe Verbilligungen bei der Konkurrenz. Die Präsenz neuseeländischer Cox Orange verdichtete sich und chilenische Elstar lieferte man ebenso vermehrt an. Erste südafrikanische Braeburn wurden in Frankfurt, neuseeländische zudem in Köln und München gesichtet. Die Abwicklung der Chargen von der südlichen Halbkugel wollte nicht so recht an Fahrt gewinnen: Zum einen waren sie teurer als die Früchte aus Europa und zum anderen ließen diese bezüglich ihrer Güte kaum Wünsche offen, weshalb man sie bevorzugte.

Birnen
Südafrika prägte mit Packham`s Triumph, Abate Fetel und Forelle die Szenerie und stellte zusätzlich Rosemarie und Flamingo bereit. Abate Fetel kamen außerdem aus Chile und Argentinien; sie belegten im Sortiment einen großen Platz. Argentinische Williams Christ und chilenische Forelle nahmen ebenso eine wichtige Rolle ein. Die breitgestreute Produktpalette wurde oftmals freundlich nachgefragt. Örtlich hatte sich die Vermarktung verlangsamt, da Steinobst verstärkt in den Fokus der Kunden geriet. Auch die italienischen Abate Fetel und niederländischen Conference stießen nicht durchgängig auf eine stete Beachtung. Deren Verfügbarkeit deckte den Bedarf ohne Probleme. Die Notierungen verharrten generell auf bisherigem Niveau. Lediglich für konditionsschwache Artikel, die hier und da auftraten, mussten die Verkäufer Vergünstigungen gestatten.

Zitronen
Es konnte einzig auf spanische Partien, hierbei überwiegend Primofiori und in einem geringen Maße Verna, zugegriffen werden. Die Vermarktung verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Versorgung harmonierte in der Regel mit der Nachfrage, sodass die Verkäufer ihre bisherigen Forderungen bestätigten. In Frankfurt und Hamburg konnten sie diese sogar erhöhen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Umschlag gehabt hätte. Konditionsschwache Artikel, wie sie in München ab und an zu auftauchten, mussten selbstredend günstiger veräußert werden.

Bananen
Zum einen belebte sich das Interesse ein wenig infolge des Schulbeginns, der niedrigeren Temperaturen und eines verdichteten Bedarfs durch eine große Sportveranstaltung. Doch nur teilweise ließen sich daraus Verteuerungen für die Zweit- und Drittmarken ableiten, denn die Zufuhren aus den Reifereien hatten sich verschiedentlich ausgeweitet. Zum anderen schränkten sich die Unterbringungsmöglichkeiten etwas ein, da sich die Kunden zunehmend auf das Sommerobst wie Beerenfrüchte und Steinobst konzentrierten. Dank auf den verlangsamten Vertrieb abgestimmter Anlieferungen vermochten die Händler in diesen Fällen ihre Forderungen für das gesamte Sortiment auf einem relativ stabilen Niveau zu fixieren. Örtlich verbilligte sich die Erstmarke ähnlich wie die Zweitmarke aus Costa Rica und Kolumbien wegen einer ausgedehnten Verfügbarkeit.

Blumenkohl
Frankreich und Deutschland dominierten das Geschehen, Italien komplettierte es. Belgien und die Niederlande spielten nur eine kleine Rolle. 8er-Aufmachungen waren selten und dementsprechend teuer. Die Versorgung genügte, um die Nachfrage zu decken. Diese hatte sich mancherorts verstärkt, was sich aber nicht immer auf die Notierungen auswirkte. Ab und an waren die Vertreiber gezwungen, ihre Aufrufe aufgrund einer entschleunigten Abwicklung zu senken. Die französischen Partien verteuerten sich in Hamburg angebotsinduziert. In Berlin hingegen vergünstigten sie sich wegen der intensiveren Bedeutung einheimischer Abladungen.

Gurken
Bei den Schlangengurken prägten Belgien, Deutschland und die Niederlande augenscheinlich die Szenerie, welche von Spanien und Griechenland komplettiert wurde. Die Versorgung weitete sich aus. Doch auch die Nachfrage verbesserte sich, sodass die angestiegene Bereitstellung nicht per se negative Auswirkungen auf die Notierungen hatte. Im Gegenteil, die Händler konnten ihre Forderungen oftmals anheben und dennoch erfolgte die Unterbringung flott. Hier und da beeinträchtigten Aktionen des LEH die Abwicklung an den Märkten. Bei den Minigurken bildeten die Niederlande und das Inland die Basis des Angebotes. Die Bewertungen sanken insgesamt leicht ab.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien bestimmten das Geschehen und auch Italien spielte zumindest bei den Kirschtomaten eine recht große Rolle. Deutsche und französische Rispenofferten sowie marokkanische und spanische Runde Tomaten hatten ergänzenden Charakter. Die Verfügbarkeit der dominierenden Chargen dehnte sich massiv aus und überragte den Bedarf. Also fielen die Notierungen ab. Eine Lagerleerung gelang trotzdem nicht vollständig. Hauptsächlich konditionsschwache Früchte oder solche mit Schalenfehlern verbilligten sich. In München konnten sich die einheimischen Partien den Vergünstigungen aufgrund ihrer exklusiven Güte weitestgehend entziehen. Dort bröckelten insbesondere die Bewertungen der spanischen Produkte ab.

Gemüsepaprika
Die Notierungen kannten nur eine Richtung: Aufwärts, mitunter sehr deutlich. Preissprünge von 30 % waren keine Seltenheit. Die Ursachen waren in einer begrenzten Versorgung, einer ansprechenden Qualität sowie in angehobenen Eingangsforderungen zu suchen. Die spanische Saison befand sich vor ihrem Ende, daher schränkten sich die Anlieferungen von dort immens ein. Die niederländischen Zuströme konnten diese Lücke nicht füllen, da sie sich eher verminderten, als dass sie expandierten. Die belgischen Abladungen verstärkten sich zwar, aber nicht in dem Maße, um die Nachfrage decken zu können. Also stiegen die Bewertungen unisono an, in Frankfurt etwa von 13,- bis 18,- € am Montag auf letztlich 24,- bis 30,- € je 5-kg-Packstück mit roten Kultivaren. Die gelben und orangen Produkte verteuerten sich ebenso merklich. Einzig die grünen Artikel blieben mit maximal 10,- € je 5 kg relativ günstig. Die hohen Aufrufe spülten nochmals wesentlich billigere marokkanische Importe auf den Frankfurter Markt. In Hamburg und Berlin gab es auch inländische Chargen, die 4,- bis 5,- € je kg kosteten.


Weitere Informationen

Frankfurt
Erste 1,5-kg-Kistchen mit italienischen Kirschen, Bigarreau in 24/26 mm, standen ab Dienstag zu 18,- € bereit. Zu 4,75 bis 5,- € je kg gesellten sich Paraguayos zu den Pfirsichen und Nektarinen aus Spanien. Italien schickte am Freitag Nektarinen in der Größe B zu 3,50 € je kg, welche nur wenig Beachtung generierten. Wassermelonen trafen aus dem Iran, Marokko und Spanien ein; die kühle und regnerische Witterung verhinderte einen flotten Handel. Neuseeland startete zum Wochenende hin den Verkauf von Goldkiwis: Der 5,6-kg-Karton kostete 26,- €. Auberginen und Zucchini stießen auf einen freundlichen Zuspruch. Für Rotkohl und Weißkohl mussten die Kunden nochmals tiefer in die Tasche greifen und für Spitzenqualität 1,20 € je kg bezahlen. Bei Haushaltsware überzeugte die Güte der deutschen und niederländischen Chargen nicht mehr, Neuseeland schloss die Lücke.

Hamburg
Erste südafrikanische Kiwis in 33er-Abpackungen kosteten 7,50 € per 3-kg-Kollo. Goldkiwis aus Neuseeland begannen zu 21,- € je 5,9 kg die Saison. Erste italienische Süßkirschen der Sorte Bigarreau in 26 mm+ wurden zu 12,- € je 1,5-kg-Kiste angeboten. Neue marokkanische Wassermelonen und italienische Netzmelonen erhöhten den Abgabedruck auf die spanischen Artikel. Die Bewertungen von deutschem Rhabarber und chinesischem Ingwer schwächelten wegen einer zu üppigen Verfügbarkeit. Einheimischen Chinakohl schlug man zu 1,50 € je kg und lose italienische Möhren zu 9,- € je 9-kg-Kiste um. Kohlrabi aus der Pfalz wurde zu 0,55 € je kg veräußert.

Köln
In noch recht übersichtlichen Mengen stellte man neuseeländische Goldkiwis bereit. Erste Aprikosen aus Spanien trafen ein. Zwar vergünstigte sich Rhabarber, jedoch verbesserte dies die Unterbringung kaum. Im Laufe der Woche wurden lose italienische Möhren sowie erster portugiesischer Wirsing offeriert. Aus dem Inland stammte Brokkoli.

München
Spanische Himbeeren und Kulturheidelbeeren nahm man temperaturbedingt zwischenzeitlich etwas ruhiger auf. Die Präsenz von Aprikosen, Süßkirschen, Pfirsichen und Nektarinen aus Spanien wuchs langsam an. Wassermelonen aus Europa fanden nach dem Rückgang mittel- und südamerikanischer Importe verstärkt Beachtung. Brasilianische Frischfeigen und Limetten wurden dem Saisonstand entsprechend freundlicher nachgefragt; die Gastronomie zeigte hier den größten Bedarf. Italienischer Radicchio verteuerte sich leicht. Die Preise für inländischen Weißkohl und Rotkohl zogen an. Die Bewertungen von spanischem Brokkoli gaben hingegen sukzessive nach. Inländischer Rhabarber verbilligte sich wegen eines reichlicheren Angebotes.

Berlin
Aprikosen der Sorte Colorado aus Spanien gewannen merklich an Bedeutung; man brachte sie zu 5,- bis 6,- € je kg unter. Zum Wochenende trafen erste Kirschen aus Südeuropa an: Bigarreau aus Italien mit Kaliber 24/26 mm räumten trotz suboptimaler Ausfärbung zu 9,- bis 10,- € je kg recht flott. Das spanische Pendant kostete mit rund 6,- € je kg zwar weniger, war aber auch nur in spärlichen Mengen vorhanden.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 18 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 09.05.2019

Schlagwörter

Erdbeeren, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin