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EDEN-ISS-Antarktis: Reichhaltige Ernte nach einem Jahr

21. Januar 2019

Ein Jahr im ewigen Eis: 365 Tage in der Antarktis, davon 257 Tage abgeschnitten von der Außenwelt. Der EDEN-ISS-Antarktisgärtner Paul Zabel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Gemüsezucht für Mond und Mars im EDEN-ISS-Gewächshaus erprobt und dabei Paprika, Tomaten, Gurken und verschiedenste Salate und Kräuter unter künstlichem Licht geerntet.

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Paul Zabel mit Salat. Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)


Dem insgesamt zehnköpfigen Überwinterungsteam auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) brachte er frische Abwechslung auf den Speiseplan, während sie gemeinsam in der wochenlangen Polarnacht ausharrten. Nun ist Paul Zabel nach Deutschland zurückgekehrt und berichtet in einem Pressegespräch am DLR-Standort Bremen erstmals nach der Ankunft von seinen Anstrengungen und Entbehrungen der letzten Monate, ebenso von den Freuden der Pflanzenzucht in der Extremsituation und seinem Leben auf dem siebten Kontinent.

"Die Antarktis ist ein faszinierender Ort. Ich bin sehr glücklich, dass ich einer der wenigen Menschen sein konnte, der die Möglichkeit hatte, in der Antarktis zu überwintern. In den vergangenen zwölf Monaten habe ich viele einzigartige Eindrücke und Herausforderungen erlebt. Es ist schön, wieder zuhause zu sein und Familie, Freunde und Kollegen wiederzusehen", sagt Zabel.

Der "Antarktisgärtner" Paul Zabel kehrte nach einem Zwischenstopp an der antarktischen Novo Airbase und einem kurzen Aufenthalt in Kapstadt bereits kurz vor Weihnachten in seine Heimat im brandenburgischen Spreewald zurück.

Neuen Technologien in der Raumfahrt: Gemüse fürs All

Im Januar 2018 erreichte das Gewächshaus EDEN-ISS die Antarktis. Mit dem Labor in der unwirtlichen Umgebung wollten die DLR-Wissenschaftler so dicht wie möglich an die Bedingungen einer Langzeitmission im Weltraum herankommen. Paul Zabel vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme züchtete in dem Gewächshauscontainer Salate, Gemüse und Kräuter mithilfe von künstlichem Licht, effektiven Nährstofflösungen und vollkommen ohne Erde. Mit großem Erfolg: Bis September erntete Zabel 77 Kilogramm Salat, 51 Kilogramm Gurken und 29 Kilogramm Tomaten. Nun wird er nach einem Jahr Aufenthalt wieder nach Bremen zurückkehren. Dieses Forschungslabor erforscht auch gleichzeitig die Nahrungsmittelproduktion in klimatisch ungünstigen Gebieten wie Wüsten und arktischen Regionen.

In der nächsten Stufe werden Gewächshäuser direkt im All getestet. Am 3. Dezember startete dazu Eu:CROPIS in die Erdumlaufbahn. Der DLR-Satellit beherbergt zwei Gewächshäuser, in denen 2019 die ersten Zwergtomaten im All wachsen sollen. Eine aus synthetischem Urin umgewandelte Nährlösung wird als Dünger dienen und Algen werden das System zusammen mit dem Filter unterstützen. Die Mission soll zeigen, wie Astronauten bei künftigen Langzeitmissionen durch biologische Lebenserhaltungssysteme mit frischen Nahrungsmitteln versorgt werden können.

Quelle: DLR
 

Veröffentlichungsdatum: 21.01.2019

Schlagwörter

EDEN-ISS, Antarktis, Ernte, Gewächshaus, Studie, Forschung