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EDEKA und WWF: Süßwasserschutz mit Brief und Siegel

24. August 2018

Süßwasser ist eine knappe Ressource und eines der Themenfelder der Partnerschaft für Nachhaltigkeit zwischen WWF und dem EDEKA-Verbund. Nun wurde eine Pilot-Finca in Andalusien, die EDEKA und Netto Marken-Discount Zitrusfrüchte aus nachhaltigerem konventionellen Anbau liefert, als erster Landwirtschaftsbetrieb in Europa erfolgreich AWS-zertifiziert. Die Finca erreichte dabei sogar Gold-Auszeichnung.

Foto © obs/EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG/EDEKA-Zentrale
Foto © obs/EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG/EDEKA-Zentrale

Der Standard der Alliance for Water Stewardship (AWS) unterstützt Produzenten dabei, gemeinsam mit anderen Akteuren ein nachhaltigeres Wassermanagement im lokalen Flussgebiet umzusetzen. So sollen Wasserressourcen für Umwelt, Mensch und Wirtschaft langfristig gesichert werden.

Die lokale Wassersituation und der Umgang damit spielen bei den üblichen Produktsiegeln im Supermarkt eine untergeordnete Rolle – wie auch eine Studie von WWF und EDEKA dokumentiert . Doch ob ein Lebensmittel nachhaltiger ist, entscheidet sich auch durch die Wassernutzung während des Anbaus der Rohstoffe. Wasserressourcen sind in vielen Regionen ein knappes Gut, werden verschmutzt oder behördenseitig schlecht und ungerecht verteilt. In Andalusien haben WWF und EDEKA-Verbund ein Projekt gestartet, in dem die Produktionsbedingungen im konventionellen Zitrusfrüchteanbau umweltfreundlicher gestaltet werden. Neben den Zielen, weniger Pflanzenschutzmittel zu verwenden und die Artenvielfalt auf den Feldern zu erhöhen, steht vor allem ein besserer Umgang mit Süßwasser in der trockenen Region im Fokus.

Foto © WWF / EDEKA
Foto © WWF / EDEKA

Die am Projekt teilnehmende Finca Iberresparragal wurde nun als erster europäischer Landwirt nach den Kriterien des AWS-Standards zertifiziert. Damit hat eine unabhängige Zertifizierungsstelle bestätigt, dass die Finca Wasser sparsam einsetzt, ihre Wasserbilanz verbessert, darauf achtet, Verschmutzungen zu vermeiden und das Ökosystem schützt. So hat Iberesparragal in einem Jahr insgesamt 211.486 m³ Wasser gespart gegenüber der erlaubten Menge, also mehr als 200 Millionen Liter. Insgesamt erreichte die Finca AWS-Gold-Status – der hiermit weltweit erst zum dritten Mal vergeben wurde. AWS-Zertifizierungen gibt es als Basis-, Gold- und Platin-Version – je nachdem, wie weitgehend die Kriterien zum Süßwasserschutz erfüllt werden.

Die Finca liegt im Wassereinzugsgebiet des Flusses Guadalquivir in der Nähe von Sevilla. Dem Water Stewardship-Konzept folgend ist eine nachhaltigere Wassernutzung im Flussgebiet nur durch die Zusammenarbeit mit anderen Wassernutzern und Interessengruppen zu erreichen. Daher engagiert sich der Betrieb Iberesparragal auch über seine Betriebsgrenzen hinaus und steht mit anderen Nutzern, Behörden und Akteuren im Austausch und bewegte weitere Landwirte zur Umsetzung der AWS-Prinzipien.

Neben der Trockenheit, die aufgrund des Klimawandels zunehmen wird, sind auch eine Übernutzung und mehr als 1.000 illegale Brunnen schuld, dass die Grundwasserspiegel in der landwirtschaftlich stark genutzten Zone Andalusiens seit Jahren sinken. Hierunter leidet insbesondere die Umwelt: Der Nationalpark Coto de Doñana liegt am Ende des Flussgebiets und ist einer der wenigen verbleibenden Biodiversitäts-Hotspots in der Gegend. Der sinkende Grundwasserspiegel hat bereits deutliche Spuren im Park hinterlassen.

„Wir freuen uns, dass unsere Pilotfarm Iberesparragal sich als erster europäischer Landwirt erfolgreich AWS-zertifizieren konnte und dazu in Gold. EDEKA und Netto Marken-Discount sind die ersten Lebensmittelhändler in Deutschland, die mit dem AWS-Standard systematisch Wasserrisiken reduzieren“, sagt Rolf Lange, Leiter Unternehmens-kommunikation der EDEKA Zentrale. Johannes Schmiester, Wasserexperte von WWF Deutschland ergänzt: „Wasserrisiken werden immer mehr auch zu einem ökonomischen Problem im Lebensmittelsektor, wie die aktuelle Dürre in Kapstadt zeigt. Durch Zusammenarbeit in Flussgebieten und entlang der Lieferketten können Risiken deutlich reduziert werden. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat eine hohe Verantwortung, diesen Prozess aktiv mitzugestalten.“ Adrian Sym, CEO von Alliance for Water Stewardship, unterstreicht: „Das Engagement von EDEKA für ein nachhaltigeres Wassermanagement bei ihren Lieferanten ist Vorbild für andere große Supermarktunternehmen, sich aktiver mit der Wassernutzung in Lieferregionen auseinanderzusetzen. Die erste AWS-Zertifizierung eines landwirtschaftlichen Betriebes in Europa wurde durch gute Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen ermöglicht und hilft AWS, bei der Umsetzung von Water Stewardship-Maßnahmen noch effektiver zu unterstützen.“

EDEKA Vorreiter bei Wassermanagement und für Wasser-Standard AWS

Der EDEKA-Verbund setzt ein gemeinsam von EDEKA und WWF entwickeltes Web-Tool (EDEKA Wasser-Tool) ein, mit dem Lieferanten weltweit in wenigen Schritten Wasserrisiken in der Rohstofferzeugung bestimmen und Nachweise über ihren verantwortungsvollen Umgang erbringen können. Bei besonders hohen Wasserrisiken arbeitet der EDEKA-Verbund als erster deutscher Lebensmittelhändler mit dem Standard AWS. In der ersten Phase kommt das Tool derzeit im Bereich Obst und Gemüse zum Einsatz, danach wird es schrittweise auf weitere Eigenmarkenbereiche ausgeweitet.

Informationen auch unter:
https://www.edeka.de/nachhaltigkeit , http://www.edeka-verbund.de/Unternehmen und http://www.wwf.de/zusammenarbeit-mit-unternehmen .

Quelle: EDEKA Verbund

Veröffentlichungsdatum: 24.08.2018

Schlagwörter

Edeka, WWF, Süßwasserschutz, Brief, Siegel, Projekt, Orangen, Anbau