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CVUA: Studentenfutter und Nusskernmischungen - was steckt drin?

15. November 2016

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Sigmaringen untersucht zentral für Baden-Württemberg Schalenobst und Erzeugnisse aus Schalenobst. Schalenobst (auch Schalenfrüchte) ist die handelsübliche Sammelbezeichnung für Obstsorten, deren Fruchtkerne von einer harten, meist holzigen Schale umgeben sind.

Bildquelle: Shutterstock.com Nusskernmischungen, Nuesse
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Es handelt sich um Nüsse und Kerne, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind. In einem Schwerpunktprogramm wurden Nuss-Fruchtmischungen – sogenanntes Studentenfutter – und Nusskernmischungen untersucht.

Studentenfutter ist ein Klassiker unter den Snacks. Üblicherweise besteht Studentenfutter aus getrockneten Früchten, meistens Rosinen (Sultaninen) und ungesalzenen Nüssen, wie zum Beispiel Erdnüsse, Paranüsse, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewkerne und Mandeln. Neben diesen klassischen Produkten werden immer häufiger Nusskernmischungen mit Südfrüchten wie beispielsweise getrocknete Mangos und getrocknete Papaya aber auch mit Kokosnussflocken, Bananenchips und Cranberries angeboten. 

Zur Bewertung der aktuellen Lage wurden am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Sigmaringen insgesamt 36 Proben Studentenfutter und Nusskernmischungen untersucht. Immerhin waren 15 Proben (= 42 %) zu beanstanden.

Sowohl Studentenfutter als auch Nusskernmischungen enthalten üblicherweise süße Mandeln. Bei vier Proben wurde in den Mandeln das Toxin Blausäure (HCN) in z.T. sehr hohen Mengen festgestellt. Der Spitzenwert lag bei 120,9 mg Blausäure pro kg Mandeln.

Der durchschnittliche Verzehr von Nüssen und Nussmischungen in Deutschland liegt bei Erwachsenen bei nur ca. 2 g pro Tag [1]. Nüsse haben seit Jahren das Image als Dickmacher, enthalten sie doch zwischen 50 und 75 % Fett. Entscheidend ist jedoch die Fettsäure-zusammensetzung. Nüsse enthalten ernährungsphysiologisch wertvolle einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, der Anteil an gesättigten Fettsäuren ist eher gering. Zum Beispiel enthalten Walnüsse und Paranüsse in erheblichen Mengen wichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, welche zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zählen, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. 

Neben der Fettsäurezusammensetzung spielen noch andere wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sowie Ballaststoffe für die ernährungsphysiologisch positiven Eigenschaften der Nüsse eine wichtige Rolle. Aus diesen Gründen sind Nüsse als wertvoller Bestandteil der Ernährung anzusehen.

Die Zusammensetzung von Nuss-Fruchtmischungen bzw. Nusskernmischungen ist in Deutschland nicht per Gesetz geregelt. Es gibt keine spezielle Regelung, wie etwa eine „Studentenfutter-Verordnung“, die Mindestmengen bzw. bestimmte Inhaltsstoffe vorschreibt.

Wie sich Studentenfutter bzw. Nusskernmischungen im Einzelnen zusammensetzen, kann also jeder Hersteller selbst entscheiden. Lebensmittel müssen allerdings nach EU-Recht sicher sein. Mit der Verordnung 178/2002 ist EU-weit geregelt, dass Lebensmittel für den Endverbraucher zum Verzehr geeignet sein müssen und von ihnen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Schädigungen ausgehen dürfen. Grundsätzlich ist der Lebensmittelunternehmer für die Sicherheit seiner Produkte verantwortlich. Die Kontrolle der Einhaltung dieser Regelungen ist u.a. Aufgabe der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

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Quelle: CVUA Sigmaringen

Veröffentlichungsdatum: 15.11.2016

Schlagwörter

Studentenfutter, Nusskernmischungen, Nüsse, Trockenobst