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Copa und Cogeca fordern: mehr Gewicht auf Maßnahmen für ein besseres Risikomanagement im Rahmen der GAP

07. September 2017

Angesichts der extremen Marktvolatilität machten Copa und Cogeca heute vor den EU-Landwirtschaftsministern deutlich, dass mehr Gewicht auf Maßnahmen gelegt werden müsse, mit denen Landwirte im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) besseres Risikomanagement betreiben können.

Cogeca-Präsident Thomas Magnusson. Foto Copa und Cogeca
Cogeca-Präsident Thomas Magnusson. Foto Copa und Cogeca

Anlass war das informelle Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Tallinn, bei dem es vor allem um die zukünftige GAP und Risikomanagementsmaßnahmen ging.

Cogeca-Präsident Thomas Magnusson, welcher einen Mischbetrieb mit Milcherzeugung und Forstwirtschaft leitet, begrüßte gegenüber den Ministern die Priorität der estnischen Ratspräsidentschaft, in den kommenden sechs Monaten Fortschritte hinsichtlich der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu erzielen.

„Das landwirtschaftliche Einkommen liegt gegenwärtig bei 40 % des Durchschnittsverdienstes und die Landwirte haben mit zunehmenden Herausforderungen wie widrigen Wetterereignissen und verstärkten Marktfluktuationen zu kämpfen. Zudem werden sie in Zukunft unter Verwendung von weniger Ressourcen sehr viel mehr produzieren müssen, um eine wachsende Bevölkerung zu ernähren. Daher brauchen wir in Zukunft eine starke und wettbewerbsfähige GAP mit einfacheren, gemeinsamen Regeln und einer angemessenen Finanzierung, um die Landwirte und ihre Genossenschaften bei der Bewältigung dieser Herausforderungen zu unterstützen“, erklärte Magnusson.  

In Bezug auf mögliche Maßnahmen betonte er: „Die Direktzahlungen der GAP müssen in der ersten Säule verbleiben, da dies den Landwirten und Genossenschaften dabei hilft, Einkommensrisiken besser zu bewältigen. Auch die Marktsicherheitsnetze müssen erhalten und weiter ausgebaut werden. Konvergenz und Harmonisierung der Direktzahlungen der GAP müssen fortgeführt werden. Der Schwerpunkt muss u.a. auf Maßnahmen gelegt werden, die es den Landwirten ermöglichen, Marktrisiken besser zu bewältigen. Die Entwicklung von Termin-Märkten ist entscheidend, um die zunehmende Marktvolatilität in den Griff zu bekommen. Die Risikomanagementsmaßnahmen sollten von den Erzeugern auf freiwilliger Basis genutzt werden können und in der zweiten Säule der GAP verbleiben. In dieser Hinsicht können landwirtschaftliche Genossenschaften eine bedeutende Rolle spielen bzw. tun es bereits. Sie verwalten Marktrisiken für ihre Mitglieder und helfen ihnen dabei, eine bessere Stellung in der Lebensmittelkette zu erlangen. EU-Studien zeigen, dass landwirtschaftliche Genossenschaften dafür sorgen, dass Landwirte für ihre Erzeugnisse einen besseren Erlös erhalten. Aus diesem Grund müssen wir die Entwicklung von landwirtschaftlichen Genossenschaften fördern.“

Zusammenfassend lehnte Magnusson einen im Reflexionspapier der Europäischen Kommission zur Zukunft der EU-Finanzen nach 2020 enthaltenen Vorschlag ab, eine nationale Kofinanzierung von Direktzahlungen in der ersten Säule der GAP einzuführen. Damit werde Gefahr gelaufen, die GAP zu renationalisieren

Quelle: Copa und Cogeca

Veröffentlichungsdatum: 07.09.2017

Schlagwörter

COPA, Cogeca, Maßnahmen, Risikomanagement, GAP