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Copa-Cogeca: EU-Landwirtschaftsminister lehnt kürzung ab - Schritt in die richtige Richtung

13. November 2014

Copa-Cogeca begrüßte am gestrigen Mitwoch die Forderung der EU-Landwirtschaftsminister, die landwirtschaftlichen Ausgaben der EU nächstes Jahr nicht zu kürzen, als Schritt in die richtige Richtung. Die Minister forderten, keine Mühen zu scheuen um sicherzustellen, dass im EU-Haushalt 2015 ausreichende Mittel für Landwirte und landwirtschaftliche Genossenschaften zur Verfügung gestellt werden, die schwer vom russischen Embargo für Agrarprodukte der EU getroffen wurden.
 
Nach einer Sitzung mit der italienischen Ratspräsidentschaft betonte Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen: „Ich freue mich, dass die europäischen Landwirtschaftsminister den Vorschlag der Europäischen Kommission, die Unterstützung für die EU-Landwirtschaft im Haushalt für 2015 in diesen schwierigen Zeiten zu kürzen, ablehnen. In einigen Sektoren sind die Preise um bis zu 50 % eingebrochen. Es ist absolut inakzeptabel, dass die Kommission eine Kürzung der Ausgaben für 2015 vorschlägt, obwohl dem europäischen Schweinefleischsektor bislang noch keine Unterstützung zugewiesen wurde und obwohl der russische Markt seit Januar geschlossen ist.“ 
 
„Wir unterstützen voll und ganz das Vorhaben der Ratspräsidentschaft, ein Schreiben an die Wirtschafts- und Finanzminister der EU zu richten, in dem gefordert wird, die Unterstützung nicht zu kürzen, so dass die Landwirte nicht doppelt die Kosten dieses Embargos tragen müssen. Copa-Cogeca unterstützt auch Kommissar Hogans Ziel, Maßnahmen zur Stützung des Sektors einzuführen, sofern ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stehen. Wir rufen das Kollegium der Kommissare dringend dazu auf, nächsten Mittwoch zu gewährleisten, dass die Mittel zur Verfügung gestellt werden,“ so Pesonen weiter. Anlass war die Diskussion dieses Themas durch die Kommission, das Parlament und den Rat im Vermittlungsausschuss.
 
In einem an Kommissar Hogan versandten Aktionsplan legte Copa-Cogeca detaillierte Maßnahmen dar, die notwendig sind, um den Druck, der auf den Erzeugern lastet, abzubauen, und eine ausgewachsene Marktkrise zu verhindern. Insbesondere die Milchpreise sind in einigen Regionen der EU seit Beginn des Jahres um 30-40 % gesunken. 
 
Im Obst- und Gemüsesektor fordert Copa-Cogeca die Bereitstellung von Beihilfen für ein neues gezieltes System ab Januar nächsten Jahres für die Rücknahme von Erzeugnissen vom Markt und ihre kostenlose Verteilung an Wohltätigkeitsorganisationen, für Non-Food-Verwendungen oder für die Ernte vor der Reife, um den Markt in der Hochsaison mit höheren Produktionsmengen vor dem kompletten Zusammenbruch zu bewahren. Die Anwendung von Artikel 222 der GAP ist ebenfalls notwendig, um Erzeugerorganisationen wie landwirtschaftlichen Genossenschaften rasches Handeln zu ermöglichen.
 
Zudem fordert Copa-Cogeca die Kommission nachdrücklich auf, rasch Maßnahmen inklusive Exportstützung zu ergreifen, mit denen der Markt unterstützt werden kann. Die Kommission muss eine starke Exportförderungskampagne durchführen und Unterstützung zur Erschließung neuer Absatzmärkte leisten. Sanitäre und phytosanitäre Hindernisse und unnötige Handelshemmnisse in diesem Sektor müssen ebenfalls ausgeräumt werden. Dies gilt insbesondere für aufstrebende Wirtschaften und Industrieländer.

Copa-Cogeca ist auch der Ansicht, dass dringender Bedarf daran besteht, junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern, und betont, wie wichtig es ist, maßgeschneiderte Lösungen in der zweiten Säule der GAP zu entwickeln, um Junglandwirten bei der Niederlassung zu helfen und Probleme beim Zugang zu Krediten und Land zu verringern.  Schließlich teilt Copa-Cogeca die Bedenken, die in einer Erklärung der Minister der Tschechischen Republik, Ungarns, Polens, der Slowakei, Bulgariens, Rumäniens und Sloweniens genannt wurden, und ist der Ansicht, dass die von der EU-Kommission vorgelegten Änderungen zu einem Einbruch der Produktion im Ökolandbau führen könnten, was nicht hinnehmbar ist. Dies muss revidiert werden.

 

 

Veröffentlichungsdatum: 13.11.2014

Schlagwörter

Copa-Cogeca, EU, Landwirtschaftsminister, Unterstützung, Haushalt