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Breite Initiative fordert Trendwende für Klima- und Artenschutz in österreichischer Landwirtschaft

15. August 2019

Die Landwirtschaft ist stark von der Klimakrise betroffen und verursacht gleichzeitig selbst große Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen. Greenpeace, Bio Austria, Sonnentor, Klimawissenschaftlerin Kromp-Kolb, Fridays For Future, Umweltmediziner Hutter, ARGE Schöpfungsverantwortung stellen fünf Forderungen an österreichische Parteien.

Fünf Forderungen. Bild © Greenpeace/Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft”
Fünf Forderungen. Bild © Greenpeace/Bio Austria/Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft”

Die Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft” fordert von der Politik heute mehr Unterstützung für Klima- und Umweltschutz in der österreichischen Landwirtschaft. Die nächste Bundesregierung entscheidet über die Verteilung der Agrarförderungen in Österreich in den kommenden sieben Jahren. Darin müsse Klima- und Umweltschutz stärker priorisiert werden, so Greenpeace, Bio Austria, Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann, die Klimawissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb, der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und die ARGE Schöpfungsverantwortung.

Die Landwirtschaft verursacht laut einer aktuellen Analyse der BOKU im Auftrag der Initiative „Klimafreundliche Landwirtschaft“ bis zu 18 Prozent der österreichischen Treibhausgas-Emissionen, wenn auch jene Emissionen mit berücksichtigt werden, die beispielsweise aufgrund von Futtermittel-Importen entstehen. Diese Emissionen müssten dringend gesenkt werden, so die Initiative „Klimafreundliche Landwirtschaft“ mit Verweis auf ihre fünf Forderungen. Das vorhandene Lösungspotenzial der Landwirtschaft in Bezug auf die Klimakrise müsse gehoben werden. Noch vor der Nationalratswahl wird die Initiative die SpitzenkandidatInnen der Parteien zu ihren Positionen hinsichtlich der Forderungen befragen und die Ergebnisse im September veröffentlichen.

Foto © Greenpeace/Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft”
Foto © Greenpeace/Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft”

“Mit Dürre, Hagel und Überschwemmungen setzt die Klimakrise der Landwirtschaft in Österreich bereits zu. Gleichzeitig entstehen weltweit rund ein Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase durch Landwirtschaft und Landnutzung. Wir brauchen daher dringend eine bessere Agrarpolitik, die konkrete Schritte gegen Klimakrise und Artensterben setzt. Bäuerinnen und Bauern in Österreich müssen von der Politik viel stärker unterstützt werden - dann kann die Landwirtschaft Teil der Lösung im Kampf gegen die Klimakrise und Artensterben sein”, so der Landwirtschaftsexperte Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace: “Die nächste Bundesregierung trägt hierfür die Verantwortung. Sie muss jetzt die Weichen für eine umweltfreundliche Landwirtschaft bis 2027 stellen. Danach könnte es für eine Trendumkehr bereits zu spät sein.”

Die nächste Bundesregierung wird die Entwicklung der Landwirtschaft in den nächsten Jahren maßgeblich prägen: Sie entscheidet über die Verteilung der Agrar-Fördermittel in Österreich für die Periode 2021 bis 2027. Dabei handelt es sich um nicht weniger als die wichtigste agrarpolitische Weichenstellung der nächsten Jahre - denn hier wird schwarz auf weiß festgelegt, ob Klima- und Umweltschutz künftig stärker in der österreichischen Landwirtschaftspolitik verankert und gefördert werden.

“Klimaschutz muss in allen Bereichen der Landwirtschaft verankert sein. Daher fordern wir eine Verdoppelung des Anteils an Fördergeldern für Klima-, Umwelt und Tierschutz sowie den Ausbau der biologischen Landwirtschaft von derzeit 25 Prozent auf 35 Prozent der Flächen bis 2027. Der Markt für Bio-Lebensmittel soll unter anderem durch einen Bio-Anteil von 60 Prozent in der Verpflegung öffentlicher Einrichtungen unterstützt werden“, so BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud Grabmann. Darüber hinaus sollen künftig auf jedem Bauernhof biodiversitätsfördernde Maßnahmen umgesetzt werden.

“Klimapolitik und Landwirtschaftspolitik sollten Hand in Hand gehen, denn Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährung sind eng verflochten. Essen wir zum Beispiel mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide, und das regional, saisonal und biologisch, dann tun wir etwas Gutes für unsere Gesundheit und für die biologische Vielfalt. Wir reduzieren damit aber auch Treibhausgasemissionen, schützen unsere Böden, bauen mehr Humus auf und machen die Landwirtschaft damit resistenter gegen Dürren und Starkniederschläge. Ein reduzierter Fleischkonsum bedeutet auch einen geringeren Flächenbedarf. Österreich wäre dann weniger abhängig von Lebensmittelimporten”, erklärt Klimawissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb.

Die Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft” wird die KandidatInnen zu ihren Positionen hinsichtlich der fünf Forderungen befragen und die Ergebnisse im September veröffentlichen.

Mehr Informationen und die fünf Forderungen im Detail finden Sie hier.

Quelle: Ots/Greenpeace, Bio Austria

Veröffentlichungsdatum: 15.08.2019

Schlagwörter

Initiative, Trendwende, Klima, Artenschutz, Österreich, Landwirtschaft