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BLE-Marktbericht KW 50/19: Spanische Navelina überragten alles

19. Dezember 2019

Andere Varietäten, praktisch degradiert zu Statisten, hatten höchstens einen angebotsabrundenden Charakter. Darunter waren italienische Navel, die punktuell mit Blatt aufgemacht und unbehandelt zu 1,20 bis 1,45 € je kg veräußert wurden. Türkische Washington Navel standen mittlerweile in verschiedenen Größen zur Verfügung. In Frankfurt gab es sie hauptsächlich in 14- und 14,5-kg-Steigen, in Hamburg kosteten sie 14,- € je 15-kg-Kollo mit 80 Stück. Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 50 / 19" hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Orangen
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Navelina aus Griechenland mit vorzüglichem Aroma blieben konstant bewertet. In Berlin griff speziell die Gastronomie auf die griechischen Produkte zurück, da sie mit 10,- bis 12,- € je 14 kg ziemlich günstig waren. In Hamburg komplettierten Navelina aus Portugal zu 15,- € je 15 kg das Sortiment. Aus Spanien stammten neben den Navelina noch Salustiana, die in Frankfurt flott geräumt und in Hamburg zu 15,- € je 15 bis 16 kg umgeschlagen wurden. Für Navel aus Spanien bezahlte man 22,- € je 16-kgOpen-Top-Karton.

In Frankfurt waren braune, einlagig in 8-kg-Verpackung präsentierte spanische Navel-Chocolate im Kaliber 3 zu 15,- € ein echter Blickfang. Erste marokkanische Blondorangen sollen in der 51. KW eintreffen. In Berlin beeinträchtigen Rückläufer aus dem LEH mit türkischen Navelina die Unterbringung am Platz. Insgesamt gingen die Geschäfte wegen der Weihnachtszeit und des ungemütlichen Wetters aber nicht unfreundlich vonstatten. Die Notierungen veränderten sich nicht gravierend. Dies war auch bei den Blutorangen zu erkennen: Moro und Tarocco aus Italien sowie Cara Cara aus Spanien wurden ohne Schwierigkeiten vermarktet. Die Fleischfarbe überzeugte zunehmend. Lediglich teure Cara Cara suchten ab und an Kunden.

Tafeltrauben
Inzwischen herrschten Peru und Brasilien vor, denn die überseeischen Zuströme intensivierten sich, während sich die europäischen verminderten. Peru sendete vorrangig Sugraone und Crimson Seedless. Thompson Seedless und Red Globe gewannen augenscheinlich an Bedeutung. Brasilien schickte in vermehrtem Maße Crimson Seedless und Thompson Seedless. Aus Namibia flossen überdies Arra 13 und Arra 15 zu. Erste südafrikanische Starlight tauchten auf und kosteten in Hamburg 15,50 € je 4,5-kg-Verpackung. Im europäischen Sektor dominierte Italien mit Italia, Crimson Seedless und Red Globe. Spanische Napoleon und Aledo sowie französische Alphonse Lavallée ergänzten. Türkische Sultana verloren an Relevanz. Die Qualität ließ gerade bei den italienischen Offerten immer wieder mal zu wünschen übrig. Ein glatter Abverkauf konnte so nicht realisiert werden. Trotzdem schwankten die Bewertungen nur unwesentlich. Manchmal etablierten die Vertreiber sogar Verteuerungen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Clementinen prägten das Geschehen. Italienische Offerten mit Blatt ergänzten ebenso wie nicht überall schmeckende griechische Chargen. In Frankfurt stieg der Anteil von 2,3-kg-Kistchen merkbar an. Dort konnten bereits Clemenvilla geordert werden. Erste marokkanische Importe aus der Gegend um Berkane stießen in Hamburg zur Warenpalette hinzu: Sie kosteten 14,50 € je 108 Stück und 13,50 € je 10-kg-Holzkiste mit 140 Stück und wurden rege beachtet. Türkische Satsumas hatten bloß in München eine größere Bedeutung, sonst spielten sie keine oder nur eine spärliche Rolle. Mandarinen aus der Türkei waren fast von der Bildfläche verschwunden. Dank der herbstlichen Witterung erfolgte die Abwicklung generell recht flott, auch wenn sie sich nach der Nikolauswoche ein wenig entschleunigte. Leichte Verbilligungen konnten nicht immer vermieden werden. In Köln vergünstigten sich insbesondere kleinfallendere Artikel. In Hamburg etablierte sich für die italienischen und in Berlin zudem für die spanischen Partien eine weite Preisspanne, verursacht durch uneinheitliche Qualität.

Zitronen
Angebot und Nachfrage harmonierten in der Regel miteinander und so sahen die Vertreiber selten Anlass, an ihren Aufrufen etwas zu verändern. Spanische Primofiori herrschten dabei vor, türkische Enterdonato komplettierten. In Berlin tauchten griechische Eureka auf, die 15,- bis 16,- € je 15-kgAbpackung kosten sollten. Summa summarum bestätigten die Bewertungen das Level der 49. KW. Nur punktuell kam es zu Verbilligungen, die auf einer zu üppigen Verfügbarkeit basierten. In Berlin verabschiedeten sich die zyprischen Produkte aus dem Sortiment, da man sie wegen ihrer mangelhaften Güte kaum mehr vermarkten konnte.

Blumenkohl
Italienische Anlieferungen dominierten vor französischen. Belgien, Spanien und die Niederlande ergänzten die Szenerie. Das Wetter verbesserte die Unterbringungsmöglichkeiten, denn die Kunden griffen intensiver zu als zuvor. Es wurden viele 8er-Aufmachungen angeboten, die eigentlich nicht sonderlich beliebt sind. Dessen ungeachtet konnten sie problemlos verkauft werden, da sie günstiger als die 6er-Steigen waren. Die Nachfrage hielt mit den verstärkten Abladungen nicht Schritt. Deswegen tendierten die Notierungen oftmals abwärts. In München waren zunächst Verteuerungen zu erkennen; ab Mittwoch bröckelten die Bewertungen aber wieder ab. Dort tauchten auch violette und grüne Produkte aus Italien auf, die etwa 25 % mehr kosteten als die weiße Konkurrenz.

Salat
Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien. Die Bereitstellung vergrößerte sich zwar, dennoch zogen die Notierungen an. In München spielten die Streiks in Frankreich eine Rolle, denn es war unklar, ob genügend Ware ankommen würde, um den Bedarf zu decken. In Hamburg mussten qualitativ eingeschränkte Offerten mit Vergünstigungen abgegeben werden. Bei Kopfsalat prägten Italien und Belgien das Geschehen, während Frankreich und die Niederlande dieses abrundeten. Ein zu schwaches Interesse ließ in Frankfurt, eine zu üppige Versorgung in Köln die Bewertungen absinken. Andernorts verharrten die Preise auf bisherigem Niveau. Die Abwicklung von Bunten Salaten aus Italien und Frankreich verlief zu langsam und die Händler mussten ihre Aufrufe meistens reduzieren, wenn sie Überhänge vermeiden wollten. Für den von der Menge her sehr begrenzten einheimischen Feldsalat waren Verteuerungen allgegenwärtig: Bis zu 8,- € je kg sollte man in Frankfurt bezahlen. Belgische Artikel kosteten hier sogar maximal 14,50 € je kg. Endivien aus Italien verbilligten sich in Hamburg aufgrund eines zu spärlichen Zuspruchs.

Gurken
Bei den Schlangengurken konnte man vorrangig auf spanische und griechische Produkte zugreifen, die sowohl foliert als auch ohne Plastik vermarktet wurden. Marokkanische Importe mit 500/600 g kosteten in Frankfurt 6,50 € je 12er-Karton. Die Niederlande und Belgien komplettierten das Angebot, welches sich generell ausgedehnt hatte. Der Verkauf gestaltete sich nicht besonders schnell. Infolgedessen verringerten die Vertreiber ihre Forderungen, um den Umschlag zu beschleunigen. Dies gelang jedoch nicht immer. Minigurken hatten ihren Ursprung in Spanien und in der Türkei. In Frankfurt und Hamburg riefen zu knappe Abladungen und eine zu starke Nachfrage Verteuerungen hervor. In Berlin verminderte sich die Verfügbarkeit der türkischen Partien, was aber durch intensivierte Zufuhren aus Spanien ausgeglichen wurde.

Tomaten
Mit Marokko, Spanien, Belgien, Italien, der Türkei und den Niederlanden beteiligten sich doch noch einige Länder am Sortiment. Sogar einheimische Früchte machte man punktuell aus. Die Konkurrenz war also groß, selbst wenn sich die Versorgung einzelner Varietäten begrenzt hatte. So schmolz die Präsenz spanischer Offerten insgesamt, während die Bedeutung türkischer Artikel anwuchs. Belgien verlor an Wichtigkeit, die Niederlande gewann an Relevanz. So uneinheitlich sich die Warenpalette darstellte, so unterschiedlich verlief auch die Unterbringung. Mal ließen sich spanische Fleischtomaten flott veräußern, die sich daraufhin um bis zu 40 % verteuerten, mal waren Kirschtomaten bei den Kunden beliebt, sodass ihre Notierungen anzogen. Summa summarum tendierten die Bewertungen nach oben, getragen vom herbstlichen Wetter. Vergünstigungen verzeichnete man selten. In Berlin überzeugte die Qualität der marokkanischen Chargen nicht ausnahmslos, was sich natürlich negativ auf die Preise auswirkte.

Gemüsepaprika
Spanien dominierte vor der Türkei. Marokko ergänzte manchmal, fehlte in Köln und München indes völlig. In Berlin waren die türkischen Produkte nicht durchgängig zu bekommen, was die Preise aber nur marginal beeinflusste. Die Notierungen kletterten generell aufwärts, da sich die Versorgung leicht eingeschränkt hatte. Bis zum Wochenende senkten die Verkäufer ab und an dann ihre Forderungen, da sich die Zuströme intensivierten. In Frankfurt war grüne Ware zunächst am teuersten, ehe ab Donnerstag alle Kultivare in etwa gleich viel kosteten.

Die erste vollständige Veröffentlichung des BLE-Marktberichtes im neuen Jahr wird am 15.01.2020 für die 2. Kalenderwoche 2020 in Umlauf gebracht.


Weitere Informationen
Frankfurt
Zusätzlich zu den Importen aus Südafrika erreichten erste australische Pfirsiche den Platz. Kirschen, Aprikosen und Pflaumen vergünstigten sich wegen eines zu langsamen Umschlags. Bei den Avocados waren neben den omnipräsenten Hass aus Chile, Mexiko, Südafrika und Peru inzwischen Carla aus der Dominikanischen Republik erhältlich. Die über 1 kg schweren Früchte kosteten 2,- € je Stück. Stangenbohnen verteuerten sich auf 14,- € je 4-kg-Gebinde. Das Interesse an Artischocken stieg an und die Notierungen verfestigen sich. Für per Flugzeug eintreffende Steinpilze aus Südafrika sollten 35,- € je kg bezahlt werden.
Hamburg
Trotz einwandfreien Aussehens wurden Erdbeeren aus Ägypten, den Niederlanden und Belgien nicht hinreichend beachtet. Da sich neuerdings erste griechische Offerten zu 2,- € je 500-g-Schale und marokkanische Chargen zu 1,20 € je 250 g am Geschäft beteiligten, mussten Vergünstigungen gewährt werden. Die Bewertungen von Steinobst aus Südafrika blieben dank einer an den Bedarf angepassten Versorgung konstant. Per Flieger ankommende Blaubeeren aus Simbabwe kosteten 11,50 € je 1,5-kgSteige. Die Preise für gleichmäßig sortierte marokkanische Schneidebohnen zogen an. Auberginen und Zucchini aus Spanien waren zu teuer und verbilligten sich ab Donnerstag.
Köln
Inzwischen trafen Pflaumen aus Südafrika ein: Sie kosteten 3,- € je kg, die Kunden verhielten sich daraufhin noch abwartend. Neben einheimischem und vereinzeltem belgischem Wirsing gab es auch erste italienische Produkte.
München
In der Adventszeit stieg das Interesse an Kranzfeigen stark an. Wegen der ausgedehnten Zufuhren von mittelamerikanischen Limetten sanken die Preise ab. Spanische Kakis vergünstigten sich infolge einer schrumpfenden Nachfrage. Ägypten intensivierte die Sendungen an Erdbeeren in Deckelschalen. Die Bewertungen von Auberginen und Zucchini veränderten sich kaum. Artikel aus Italien, Spanien und Marokko kosteten in etwa gleich viel. Stabil bis leicht fester notierten Hokkaidokürbisse. Einheimischer Spitzkohl wurde durch spanische Ankünfte ergänzt. Pfifferlinge kamen in überschaubaren Mengen tageweise aus der USA.
Berlin
Erdbeeren aus Ägypten und Griechenland waren reichlich vertreten und wurden zu 3,- bis 5,- € je kg untergebracht. Der Umschlag befriedigte die Händler jedoch nicht. Rückläufer aus dem LEH von Himbeeren aus Spanien und Marokko fluteten zum Wochenende hin den Platz und mussten aufgrund des oft suboptimalen Geschmacks für 0,10 bis 0,50 € je 250-g-Schale in den Markt gedrückt werden. Mangos aus Brasilien und Peru erlangten mehr Präsenz, kosteten 24,- bis 36,- € je 6-kg-Abpackung und wurden vor allem in großen Kalibern beachtet. Pfirsiche und Nektarinen stammten aus Australien und waren kleinfruchtig: Für das Nischenprodukt sollte man 14,- bis 29,- € je kg bezahlen.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 50/ 19
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 19.12.2019

Schlagwörter

Navelina, Zitrus, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin