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BLE-Marktbericht KW 47 / 19: In Frankfurt verlief die Abwicklung deutscher Xenia recht flott

28. November 2019

Italien herrschte mit Abate Fetel und Santa Maria vor. Williams Christ verloren, Red Bartlett gewannen ein wenig an Bedeutung. Die Wichtigkeit von niederländischen Birnen Gute Luise und einheimischen Alexander Lucas und Conference hatte sich nicht grundsätzlich verändert. Das Interesse konnte problemlos gestillt werden. Da die Warenpalette nicht zu umfangreich ausfiel, manifestierten sich die Bewertungen der 46. KW häufig.

Bildquelle: Shutterstock.com Birnen
Bildquelle: Shutterstock.com

In Frankfurt verteuerten sich insbesondere italienische Williams Christ auf bis zu 2,25 € je kg. Dort verlief die Abwicklung deutscher Xenia und niederländischer Vereinsdechantsbirnen zu 1,45 bis 1,60 € je kg recht flott. In Berlin tauchten letztere als französische Doyenne de Comice auf, die in ansprechender Aufmachung bis zu 3,30 € je kg kosteten. In der Hauptstadt ließen sich inländische Köstliche von Charneux zu 1,10 € je kg schnell verkaufen.

Tafeltrauben
Es kam Bewegung ins Sortiment, denn die europäischen Produkte zogen sich zurück, während sich die Importe aus Übersee ausdehnten. Italienische Italia, Crimson Seedless und Regal Seedless büßten an Relevanz ein. Die griechische Saison befand sich vor ihrem Ende. Die Rolle Frankreichs schränkte sich ein. Auch türkische Sultana sowie Crimson Seedless wurden in einem begrenzteren Rahmen abgeladen und zudem verstärkt in Winterpacks angeliefert. Stattdessen konnten die Kunden vermehrt auf brasilianische Thompson Seedless und Crimson Seedless zugreifen. Aus Peru stammten ebenso vorrangig diese beiden Varietäten. In Frankfurt trafen peruanische Sweet Sapphire in 7,3-kg-Steigen ein, die laut Kennzeichnung ursprünglich für den koreanischen Markt bestimmt waren. Die organoleptischen Eigenschaften der europäischen Beeren überzeugte meist noch, sodass die Vertreiber ihre Aufrufe auf einem stabilen Niveau bestätigen konnten. Hin und wieder hoben sie diese sogar an, etwa dann, wenn sich die Verfügbarkeit einzelner Kultivare zu sehr vermindert hatte. Für die 48. KW werden erste Zuströme aus Namibia und Südafrika erwartet.

Orangen
Spanien dominierte mit Navelina und ergänzte mit Navel die Szenerie. Erste Salustiana wiesen in Frankfurt ein zu helles Fleisch auf und kosteten daher nur maximal 15,- € je 15-kg-Steige. Griechenland rundete mit Navalina und Italien mit geringen Mengen von Navelina und Navel das europäische Angebot ab. Südafrikanische Midknight und Valencia Late verloren massiv an Bedeutung und ließen qualitativ immer häufiger Wünsche offen. Generell gestaltete sich die Unterbringung recht freundlich, unter anderem ausgelöst durch das herbstliche Wetter. Je üppiger der Durchmesser, desto besser erfolgte der Umschlag. Kleinere Artikel vergünstigten sich manchmal, größere verteuerten sich ab und an. In Berlin tauchten spanische Navelina aus Bioanbau auf, die zu 24,- € je 10 kg flott geräumt wurden. Mit ersten türkischen Washington Navel und italienischen Moro wird in der 48. KW gerechnet.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Clementinen bestimmten mit ihrer immensen Präsenz das Sortiment. Italienische Partien kamen über einen komplettierenden Charakter nicht hinaus. Bei den Satsumas verabschiedeten sich die spanischen und italienischen Abladungen derweil aus dem Geschäft; die Türkei prägte in diesem Sektor das Geschehen. Bei den Mandarinen waren Spanien und die Türkei am Handel beteiligt. Die niedrigen Temperaturen beflügelten den Warenabfluss: Die Nachfrage intensivierte sich. Da sich die Verfügbarkeit aber ausgedehnt hatte, profitierten die Vertreiber davon nicht grundsätzlich. Verteuerungen waren eher selten auszumachen. In Hamburg beeinträchtigten Rückläufer in Netzen aus dem LEH den Verkauf am Platz. Dort vergünstigten sich die türkischen Mandarinen ein wenig. In München verschlechterte sich die Kondition türkischer Satsumas, Okitsu, was sich selbstredend negativ auf ihre Bewertungen auswirkte. In Berlin waren italienische Clementinen mit Blatt, Oronules, mit 1,60 bis 1,90 € je kg merklich billiger als die spanische Konkurrenz, weshalb die Kunden schnell zugriffen.

Blumenkohl
Die italienischen Chargen dehnten sich augenscheinlich aus; sie verdrängten die einheimischen vom ersten Rang. Die inländischen Partien schränkten sich überdies massiv ein. Mit Belgien, Frankreich und den Niederlanden waren doch noch einige Länder am Geschehen beteiligt. Das kühlere Wetter verbesserte die Abwicklung. Das Interesse konnte zwar generell gestillt werden, die Bewertungen zogen aber aufwärts. Das Saisonende der deutschen Offerten naht und so überzeugten diese in qualitativer Sicht nicht immer. Daher etablierten sich in Frankfurt große Preisunterschiede: Je 6er-Kiste wurden zwischen 7,50 und 11,50 € gefordert. Wegen hoher Einstände mussten die Kunden für die französischen Abladungen dort bis zu 15,- € je 6er-Abpackung bezahlen. Und auch in Berlin verteuerten sich manche Produkte mengenbedingt recht stark.

Salat
Bei Eissalat dominierten die spanischen Anlieferungen; die Wichtigkeit der niederländischen Importe, einzig in Köln vorrätig, begrenzte sich. Die Unterbringung verlief freundlich und die Nachfrage wurde ohne Schwierigkeiten befriedigt. Die Notierungen veränderten sich demzufolge nicht wesentlich. Bei Kopfsalat beeinträchtigte die verminderte Güte der einheimischen Artikel deren Umschlag. Einwandfreie Ware verteuerte sich, jedoch häuften sich die konditionellen Mängel. Somit war punktuell eine breite Preisspanne zu beobachten. Italien und Belgien bestimmten in diesem Sektor die Vermarktung, wenige niederländische Zufuhren ergänzten. Bunte Salate aus Deutschland verloren an Relevanz. Italien und Frankreich prägten die Szenerie. Zu leichte Köpfe mussten örtlich mit Verbilligungen abgegeben werden. Endivien stammten in überwiegendem Maße aus Italien; das Inland und Belgien komplettierten das Angebot. Den Bedarf nach Feldsalat deckten belgische und inländische Zuflüsse. Die Bewertungen blieben meist konstant.

Gurken
Bei den Schlangengurken herrschte Spanien vor. Die niederländische und belgische Saison näherte sich schon ihrem Ende. Die griechischen Zuströme schränkten sich ein. Das Interesse wurde trotzdem fast überall gestillt. Lediglich in Hamburg war die Versorgung zu knapp, sodass die Kunden tiefer in die Tasche greifen mussten. In Frankfurt und Berlin verkamen die spanischen folierten Produkte zu regelrechten Ladenhütern. Bei den Minigurken verstärkte sich die Präsenz der spanischen und türkischen Zugänge. Die Niederlande büßten an Bedeutung ein. In Frankfurt tauchten griechische Offerten auf, die 12,- € je 4 kg kosteten. Die Bewertungen tendierten in der Mehrzahl leicht nach oben, ausgelöst durch eine verringerte Verfügbarkeit.

Tomaten
Es stand ein umfangreiches und vielfältiges Angebot bereit, dessen Fundament verschiedene Länder bildeten. So gaben Spanien und die Niederlande bei der Rispenware, Spanien und Marokko bei den Runden Tomaten, Italien und die die Niederlande bei den Kirschtomaten sowie Belgien bei den Fleischtomaten den Ton an. Türkische Importe waren manchmal zu üppig vorhanden, sodass die Vertreiber nur mit Vergünstigungen Überhänge vermeiden konnten. Die Verbilligungen schmälerten in Berlin dann den Verkauf der marokkanischen Früchte, die daher zusehends an Marktanteilen verloren. In der Hauptstadt wiesen die niederländischen Artikel eine divergierende Güte auf, was zu einer weiten Preisspanne führte. Insgesamt bröckelten die Notierungen häufig ab. Dies lag einerseits an den ausgedehnten Anlieferungen und andererseits an einer etwas zu schwachen Nachfrage. Verteuerungen waren sehr selten auszumachen.

Gemüsepaprika
Spanien herrschte vor, die Türkei ergänzte. Die Kampagne von niederländischen und belgischen Produkten endete unspektakulär. Der Bedarf konnte problemlos befriedigt werden. Örtlich drifteten die Preise auseinander, was auf einer uneinheitlichen Qualität und Größe der Offerten fußte. In Berlin wurden letzte niederländische Partien zu 5,- € je 5 kg und einheimische rote Erzeugnisse zu 8,- € je 5-kg-Karton an den Mann gebracht.


Weitere Informationen

Frankfurt
Die Saison von ägyptischen Erdbeeren startete am Donnerstag mit 250-g-Schalen zu 2,20 €. Pfirsiche und Nektarinen aus Südafrika verbilligten sich deutlich. Erste per Flug zugeführte chilenische Süßkirschen der Sorte Royal Dawn waren mit 20,- bis 28,- € je kg zu teuer. Das Geschäft mit Nüssen und Esskastanien kam immer besser in Schwung. Die Notierungen von Auberginen, die unter anderem nach langer Pause wieder aus Griechenland auftauchten, und von Zucchini stiegen steil an. Dank niedriger Bewertungen beschleunigte sich die Abwicklung von Lauch. Die Preise von Dill und Petersilie aus Italien zogen einstandsbedingt an. Ersten italienischen Brokkoli gab es am Freitag zu 10,- € je 5 kg. Die Forderungen für spanische Artikel erhöhten die Vertreiber um bis zu 20 %. Topfkräuter, Thymian, Estragon und Rosmarin, waren aus Italien zu haben.

Hamburg
Organoleptisch überzeugende Süßkirschen aus Chile, Royal Dawn in 28 bis 30 mm+, begannen zu 18,50 € je kg die Kampagne. Buschbohnen aus Ägypten kosteten 11,- € je 4-kg-Kollo. Witterungsinduziert knappe Artischocken vom spanischen Festland werden ab der 48. KW vom Handel erwartet. Die Notierungen von gesuchten spanischen Auberginen kletterten merklich aufwärts: 10,- € je 5-kgVerpackung und damit das Doppelte wie in der Vorwoche sollten die Kunden bezahlen.

Köln
Momentan sehr wenig Bewegung bei Beerenobst, auch neu eingetroffene marokkanische Himbeeren brachten kein zusätzliches Leben ins Geschäft. Aus Italien waren Bundmöhren und Rettiche neu in der Warenpalette.

München
Die anhaltend dosierten Zuläufe von brasilianischen Frischfeigen und mexikanischen Limetten bewirkten weiterhin feste Notierungen. Aufgrund der temperaturbedingt hohen Forderungen seitens der belgischen Versender wurden Erdbeeren tageweise nicht disponiert. Erste ägyptische Früchte waren zu klein. Aus Florida stammten erste rote Grapefruits. Türkische Star Ruby wurden erstmals auch in 10-kg-Steigen angeboten. Spanische Kakis bauten größere Überhänge auf. Französische Kiwis präsentierten sich in ansprechender und einheitlicher Sortierung und waren recht teuer.

Berlin
Die Adventszeit wirft ihre Schatten voraus, so trafen Erdbeeren trafen in einem verstärkten Rahmen ein. Da einheimische Produkte mittlerweile deutlich an Attraktivität einbüßten, kamen niederländische zunehmend in 250-g-Schälchen, welche zwischen 2,- und im Extremfall sogar bis zu 6,- € kosteten. Mit dem Beginn der Weihnachtsmärkte in der 48. KW wird mit einem wachsenden Bedarf gerechnet und somit wurden bereits ägyptische Importe geordert. Kirschen, Royal Dawn aus Chile, generierten infolge ihrer Bewertungen von bis zu 38,- € je kg wenig Kauflust. Kiwis aus Neuseeland veräußerte man nach dem Ende ihrer Saison nur noch aus Restbeständen; sie erfreuten sich trotzdem einer lebendigen Nachfrage. Das italienische Pendant intensivierte seine Präsenz. Griechische Artikel bedienten lediglich das untere Preissegment und konnten qualitativ nicht immer überzeugen.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 47/ 19
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 28.11.2019

Schlagwörter

Frankfurt, Xenia, Birnen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin