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BLE-Marktbericht KW 39: Deutschland prägte augenscheinlich die Szenerie

04. Oktober 2019

Es gab vielerlei Apfelvarietäten, speziell Elstar, Boskoop und Jonagold. Die Präsenz von Golden Delicious weitete sich aus. Der Verkaufszeitraum von Delbarestivale und Gravensteiner bog auf die Zielgerade ein. In spärlichen Mengen trafen Berlepsch, Mairac und Wellant ein. Aus Italien stammten Granny Smith und Royal Gala. Französische Zuströme waren rar. Niederländische Jonagold und erste polnische Golden Delicious komplettierten die Produktpalette.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Normalerweise stimmte die Verfügbarkeit mit dem Interesse überein. Durch das herbstliche Wetter intensivierte sich der Zugriff. Jedoch hatte sich auch die Versorgung ausgedehnt. Verteuerungen waren daher nicht selbstverständlich. Die Vertreiber mussten ihre Aufrufe verschiedentlich sogar reduzieren, um größere Überhänge zu vermeiden. München und Frankfurt berichteten von Vergünstigungen bei den italienischen Chargen. In Hamburg stiegen die Preise der französischen und italienischen Zugänge indes an. Die Importe aus Übersee spielten kaum noch eine Rolle und wurden nur in einem geringen Rahmen veräußert.

Birnen
Italien dominierte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ. Erste kleinfallende Boscs Flaschenbirne sowie Red Bartlett traten in Hamburg auf. Die Niederlande sendeten vorrangig Gute Luise und Conference. Türkische Santa Maria verloren an Bedeutung. Die Wichtigkeit von einheimischen Williams Christ begrenzte sich, die von Alexander Lucas wuchs an. In Frankfurt tauchten lose aufgemachte General Leclerc und Minister Dr. Lucius auf, die 1,10 bis 1,20 € je kg kosteten. Generell konnte die angebotene Qualität überzeugen. Die Nachfrage hielt vereinzelt mit den verstärkten Anlieferungen nicht Schritt, was in Verbilligungen mündete. Meist verharrten die Notierungen aber auf ihrem bisherigen Niveau.

Tafeltrauben
Italien herrschte mit zahlreichen Sorten vor. Insbesondere konnte auf Italia, Michele Palieri und Crimson Seedless zugegriffen werden. Die organoleptischen Eigenschaften von Italia hatten sich punktuell verbessert, sodass sich die Unterbringung flüssiger gestaltete. Victoria büßten massiv an Relevanz ein. Türkische Sultana sowie hinsichtlich ihrer Güte sehr ansprechende französische Muscat de Hambourg konnte man in der Regel flott verkaufen. Griechische Thompson Seedless und Crimson Seedless ergänzten die Warenpalette ebenso wie spanische Red Globe. Die Preise wiesen insgesamt keinen klaren Trend auf, Vergünstigungen waren genauso zu beobachten wie Verteuerungen. In Frankfurt etwa verbilligten sich Italia, was den Absatz merklich steigerte. In Berlin sanken speziell die Bewertungen von italienischen Victoria und Michelle Palieri, da diese zu üppig bereitgestellt wurden und als Rückläufer aus dem LEH auf dem Platz eintrafen.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Saison befindet sich vor ihrem Ende: Das Angebot schrumpfte spürbar. Zudem ließ die Qualität immer öfter Wünsche offen. Konditionelle Mängel häuften sich. Die herbstliche Witterung kühlte das Interesse ab. Die Abwicklung geriet ins Stocken. Frankreich und die Türkei verabschiedeten sich auf manchen Märkten aus dem Geschäft. Spanische und italienische Chargen deckten den Bedarf jedoch ohne Schwierigkeiten. Die Notierungen bröckelten meist ab, nur für exklusive Artikel tendierten sie vereinzelt auch mal aufwärts.

Pflaumen
Deutschland dominierte augenscheinlich. Allen voran gab es Presenta, Hauszwetschge und Top. Stanley aus Osteuropa verloren an Bedeutung. Polnische President tauchten ausschließlich in Berlin auf. In der Hauptstadt konnte auch auf französische President zugegriffen werden, die dank ihrer ansehnlichen Ausfärbung bis zu 1,40 € je kg kosteten. Generell war ein unaufgeregter Handel zu beobachten. Die Nachfrage wurde problemlos befriedigt. Die Bewertungen verharrten vielfach auf dem Niveau der Vorwoche. Die Zufuhren von Susinen aus dem Süden Europas korrelierte genügend mit den Absatzmöglichkeiten.

Zitronen
Südafrika herrschte vor. Spanische Verna ergänzten; mit dem Auftreten von Primofiori aus neuer Ernte wird in nächster Zeit gerechnet. Türkische Enterdonato waren auf einigen Plätzen vorzufinden, Sie ließen in Berlin hinsichtlich ihrer Qualität keine Wünsche offen und kosteten dort 1,10 bis 1,15 € je kg. In Hamburg verteuerten sich die konkurrenzlosen südafrikanischen Importe. In Frankfurt verbilligten sich argentinische Früchte. Auf den anderen Märkten bewegten sich die Preise nicht wesentlich.

Blumenkohl
Einheimische Abladungen dominierten. Polen und Belgien spielten eine kleine Rolle. Frankreich startete in die Saison mit 6er-Steigen zu 12,- €. Auch die niederländischen Artikel begannen ihre Kampagne. Sie kosteten 8,50 € je 6 Stück. Die Verfügbarkeit hatte sich generell eingeschränkt. Sie reichte indes aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Es waren fast nur 6er-Aufmachungen zu bekommen. Die Notierungen zeigten summa summarum einen abwärts gerichteten Trend, was die Abwicklung aber kaum verbesserte.

Salat
Bei Kopfsalat bestimmte Deutschland vor Belgien das Geschehen. Die Versorgung begrenzte sich etwas, genügte aber, um den Bedarf zu decken. Die Preise sanken punktuell ab. In Frankfurt verminderte sich die Präsenz der einheimischen Chargen. Da sich die Relevanz Belgiens jedoch ausdehnte, entstand keine Angebotslücke. In Hamburg vereitelten uneinheitliche Kopfgewichte dauerhafte Verteuerungen. Eissalat stammte zu einem überwiegenden Teil aus dem Inland. Die Niederlande hatten ergänzenden Charakter. Spanische Anlieferungen wurden noch nicht gesichtet und werden in Kürze erwartet. In Frankfurt verhinderten zu hohe Forderungen von 7,50 € je 10er-Steige eine flotte Räumung. In Berlin bröckelten die Bewertungen ab. In Hamburg stiegen sie mengeninduziert an. Stabile Notierungen waren in München zu verzeichnen. Die Aufrufe für inländische Bunte Salate konnten die Vertreiber auf dem bisherigen Level halten, da die Unterbringung in einem steten Rahmen verlief. Einheimische Endivien generierten in Frankfurt mehr Zuspruch als zuvor. In München und Hamburg vergünstigten sie sich infolge einer angewachsenen Versorgung. Die Qualität von deutschem Feldsalat überzeugte; zu maximal 4,50 € je kg griffen die Kunden in Frankfurt gerne zu.

Gurken
Es kam Bewegung ins Sortiment, denn die Verfügbarkeit spanischer Produkte weitete sich augenscheinlich aus. Diese bildeten inzwischen das Fundament der Warenpalette. Die Bedeutung niederländischer, belgischer und einheimischer Artikel schränkte sich ein. Da die spanischen Partien günstiger als die mitteleuropäischen waren, stießen sie für gewöhnlich auf eine freundliche Beachtung. Allerdings betraf dies nicht die folierten Offerten, die nur wenig interessierten. Die Notierungen rutschten insgesamt ab. Trotzdem beschleunigte sich lediglich zum Wochenende hin der Absatz. Minigurken aus den Niederlanden und dem Inland verteuerten sich örtlich. Der Umschlag gestaltete sich in der Regel recht rege.

Gemüsepaprika
Die dominierenden niederländischen Chargen verloren, die spanischen gewannen an Wichtigkeit. Polen ergänzte das Geschehen, Belgien rundete es ab. Die Türkei partizipierte in einem etwas kleineren Rahmen als zuvor an den Geschäften. Deutsche und ungarische Anlieferungen tauchten nur punktuell auf. Die verstärkten spanischen Abladungen wirkten sich auf das Preisniveau der anderen Herkünfte aus: Die Notierungen sanken summa summarum ab. Grüne Früchte waren dabei häufig am teuersten. Bloß Hamburg berichtete von steigenden Bewertungen bei den roten Kultivaren.


Weitere Informationen
Frankfurt
Der Bedarf an Mandarinen wurde durch Nadorcott und Tango aus Südafrika sowie Minneolas aus Peru befriedigt. Bei Satsumas überzeugten italienische Miyagawa mit ihrem Geschmack. Spanien beteiligte sich in diesem Sektor mit Iwasaki und bei den Clementinen mit Clemenrubi. Die Nachfrage nach spanischen und italienischen Kakis kam langsam in Schwung. Deutsche frische Walnüsse fanden zu 4,50 bis 5,- € je kg eine freundliche Beachtung. Die ersten französischen Maronen weckten zu 6,- € je kg Interesse. Französische Artischocken verteuerten sich auf 20,- bis 24,- € je Kiste mit 13 oder 15 Stück. Das nahe Ende der einheimischen Saison von Zucchini führte zu anziehenden Notierungen. Neben Belgien und den Niederlanden komplettierte inzwischen auch Polen die Produktpalette. Wegen der eingeschränkten Verfügbarkeit inländischer Stangenbohnen hatten türkische und marokkanische Importe wieder Vermarktungschancen. Niederländische Schwarzwurzeln in 12,5-kg-Gebinden fächerten das Herbstgemüsesortiment auf. Steinpilze trafen sehr reichlich ein, die Verkaufspreise mussten trotz guter Unterbringungsmöglichkeiten auf 13,50 bis 16,- € je kg zurückgenommen werden.
Hamburg
Die Kampagne von Clementinen, Clemenrubi, aus Valencia startete zu 1,80 € je 1-kg-Schale. Erste Sharonfrüchte aus Spanien kosteten 9,- € je 2-kg-Steige mit 14 Stück. In der 40. KW sollen spanische Kakis auftauchen. Für neue Buschbohnen und Schneidebohnen aus Marokko riefen die Händler maximal 13,- € je 4-kg-Kollo auf. Aufgrund des Auftretens erster günstiger spanischer Auberginen zu 7,50 € je 5-kg-Karton ließen sich die festen Forderungen für niederländische Artikel nicht mehr aufrechterhalten. Ab 30.09. wird der erste einheimische Rosenkohl erwartet. Die Bewertungen von Radicchio und Chinakohl aus dem Inland gaben nach. Norddeutsche glatte Petersilie wurden verstärkt umgeschlagen.
München
Zum selben Zeitpunkt wie im Vorjahr trafen erste italienische Kiwis, Greenlight, ein. Mit spanischen Satsumas, Iwasaki, begann am Mittwoch die europäische Saison von kleinfruchtigen Zitrusfrüchten. Erster spanischer Brokkoli überzeugte hinsichtlich seiner Qualität. Das rückläufige inländische Sortiment von Zucchini erweiterten spanische und italienische Chargen. Niederländischer Rosenkohl gewann an Bedeutung und wurde im Preis reduziert. Für Rettiche und Radieschen galten stabile Notierungen. Das noch große Angebot an Pfifferlingen litt tageweise an Absatzproblemen. Die Bewertungen von Steinpilzen aus Polen und Süddeutschland bröckelten ab.
Berlin
Einheimische und niederländische Erdbeeren generierten ein freundliches Interesse; im Vergleich zur Vorwoche allerdings auf einem merklich abgeflachten Niveau. Wegen einer uneinheitlichen Güte bewegten sich die Aufrufe zwischen 1,- und 3,- € je 500-g-Schale. Mandarinen aus Peru und Südafrika, überwiegend Nadorcott, wurden aufgrund des kühleren Wetters sehr rege nachgefragt. Die Vertreiber verstärkten ihre Bereitstellung und verlangten 15,- bis 20,- € je 10-kg-Aufmachung. Erste Maronen tauchten auf. Die bisher vorherrschenden Auberginen aus den Niederlanden bekamen Konkurrenz aus Spanien. Daraus folgend verminderten sich die Preise sukzessive auf bis zu 6,- € je 5-kg-Karton. Zucchini erging es ähnlich, denn die einheimische Kampagne steuerte auf ihr Ende zu und polnische sowie spanische Partien füllten die entstandene Versorgungslücke. Rosenkohl aus den Niederlanden kehrte zurück an den Platz und stieß auf eine überschaubare Resonanz. Pfifferlinge und auch Steinpilze waren üppig vorhanden. Insbesondere die Steinpilze litten unter den intensivierten Zuströmen aus Osteuropa, sodass die Bewertungen auf 12,- € je kg sanken. Ausgenommen wurde davon lediglich exklusive Gourmet-Qualität.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 39 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 04.10.2019

Schlagwörter

Apfel, Deutschland, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin