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BLE-Marktbericht KW 37 / 19: Die Apfelsaison von Importen aus Übersee steht vor ihrem Abschluss

19. September 2019

Die einheimischen Zuströme intensivierten sich kontinuierlich. Erste Idared, Golden Delicious und Pinova trafen in einem spärlichen Rahmen ein. Sie gesellten sich zu den dominierenden Elstar, Boskoop, Delbarestivale, Jonagold und Gravensteiner. Daneben gab es viele weitere Varietäten aus dem Inland.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Die italienischen Partien, vor allem Golden Delicious und Granny Smith, verstärkten sich. Aus Frankreich kamen insbesondere Granny Smith, Elstar und Gala. Chargen aus Polen, den Niederlanden und Belgien rundeten die Szenerie ab. Das Interesse zeigte sich manchmal freundlich. Infolge der angewachsenen Verfügbarkeit konnten die Vertreiber ihre bisherigen Aufrufe aber nicht aufrechterhalten. Verbilligungen, speziell bei den inländischen, ab und zu auch bei den italienischen Früchten, waren nicht durchgängig zu verhindern.

Die Saison von Importen aus Übersee steht vor ihrem Abschluss: Chilenische und neuseeländische Artikel generierten kaum noch Beachtung und wurden in Berlin zu maximal 0,60 € je kg geradezu verschleudert. Andernorts versuchten die Verkäufer ebenfalls, angesichts der an Fahrt aufnehmenden europäischen Kampagne, Überhänge möglichst zu minimieren.

Pfirsiche und Nektarinen
Summa summarum schränkte sich die Verfügbarkeit etwas ein. Spanien dominierte dabei vor Italien. Frankreich, die Türkei und Griechenland rundeten das Angebot ab. Der Verkauf erfolgte recht unspektakulär und ohne besondere Vorkommnisse. Das Interesse, welches sich ab Donnerstag manchmal intensivierte, wurde mit Leichtigkeit gestillt. Artikel mit konditionellen Mängeln waren, dem Saisonzeitpunkt entsprechend, immer häufiger zu erkennen. Die Preise mussten aber aufgrund der steten Abwicklung nur selten verändert werden; sie hatten in der Regel Bestand. Die französischen Artikel konnten hier und da sogar Verteuerungen verbuchen, da sie qualitativ eine herausragende Rolle einnahmen.

Pflaumen
Die Präsenz von Hauszwetschgen, Presenta, Elena und Ortenauer aus Deutschland verdichtete sich. Cacaks Fruchtbare und Fellenberg verloren hingegen an Wichtigkeit. Erste einheimische Valjevka trafen in Frankfurt ein. Vor allem Hauszwetschgen wurden freundlich nachfragt, was ab und an auch in Verteuerungen mündete. Speziell ab Donnerstag beschleunigte sich deren Umschlag, da die Vorhersage auf ein sonniges Wochenende die Kunden verstärkt zugreifen ließ. Angesichts der üppigen Versorgung mit inländischer Ware stießen die französischen, spanischen und italienischen Partien nur auf geringe Beachtung. Stanley aus Osteuropa waren da schon angesagter: Einerseits gewannen sie dank ihrer niedrigen Preise und andererseits wegen ihrer organoleptischen Eigenschaften schnell an Beliebtheit. Da sich die Bereitstellung meist mit dem Bedarf deckte, mussten die Vertreiber ihre Forderungen kaum modifizieren.

Zitronen
Es kam leichte Bewegung in die Produktpalette, denn die Importe aus Südafrika verdichteten sich augenscheinlich, während sich die spanischen Chargen erkennbar einschränkten. Erste türkische Abladungen tauchten in Frankfurt und Berlin auf und kosteten etwa 1,25 € je kg. Die argentinischen Früchte litten verschiedentlich unter qualitativen Mängeln. Chile und Uruguay komplettierten das Geschehen. Die Unterbringung gestaltete sich manchmal aufgrund des nasskalten Wetters schwierig, häufig ging sie aber in einem kontinuierlichen Rahmen vonstatten. Die Verfügbarkeit harmonierte in der Regel mit dem Interesse. Also veränderten sich die Bewertungen nicht oft. Lediglich in Köln verteuerten sich die spanischen Artikel, die argentinischen verbilligten sich unterdessen.

Bananen
Die Marktentwicklung divergierte ziemlich. Zum einen hatten die Vertreiber die zufließenden Mengen aus den Reifereien genügend auf die Absatzmöglichkeiten abgestimmt. In der Folge verharrten die Notierungen auf einem stabilen Level. Zum anderen verdichtete sowohl der Schulanfang im Süden als auch die herbstliche Witterung den Bedarf. Gerade zum Freitag hin verbesserte sich lokal der Zuspruch, was für den schwachen Wochenstart entschädigte. Teils ließen sich daraus Verteuerungen für das gesamte Sortiment ableiten, teils wollte man von höheren Forderungen Abstand halten, um den Warenumschlag nicht zu entschleunigen. Örtlich stiegen die Bewertungen der Zweitmarke aus Costa Rica, während die der übrigen Angebote derselben Herkunft zeitgleich absanken. Die punktuell eintreffenden Rückläufer von Fair-Trade-Partien aus dem LEH wurden zu ähnlichen Preisen verkauft wie die regulären Offerten am Platz.

Blumenkohl
Deutschland dominierte. Belgische und in einem sehr spärlichen Rahmen niederländische Chargen ergänzten das Geschehen. Die niedrigeren Temperaturen beeinflussten das Interesse positiv: Die Unterbringungschancen hatten sich ausgeweitet. Die Notierungen kletterten meist aufwärts. In Frankfurt bröckelten zunächst die Bewertungen der einheimischen Artikel ab, eher sie ab Donnerstag anzogen. In Köln veränderten sich die Preise nicht wesentlich. Lediglich Berlin berichtete von generellen Vergünstigungen, verursacht durch eine zu üppige Produktpalette.

Salat
Bei Kopfsalat prägte das Inland die Szenerie, Belgien spielte nur eine untergeordnete Rolle. Die Notierungen der einheimischen Offerten tendierten häufig zum Wochenende hin nach oben, da sich der Umschlag beschleunigte. In Frankfurt verschoben sich die Preisgrenzen der belgischen Partien aufgrund divergierender Gewichte. Einheimischer und niederländischer Eissalat wurde in einem kontinuierlichen Maße abgewickelt. Die Bewertungen zeigten dabei einen uneinheitlichen Trend: In München stiegen sie für die inländischen und in Köln für die niederländischen Erzeugnisse leicht an. In Berlin und Frankfurt verharrten sie auf bisherigem Niveau. In Hamburg verminderten die Vertreiber ihre Aufrufe, da sie für die 38. KW günstigere spanische Importe erwarten und die Bestände daher minimieren wollten. Bunte Salate aus Deutschland verbilligten sich in Frankfurt und Hamburg etwas. In Köln und München musste man hingegen tiefer in die Tasche greifen. Ein auf die Nachfrage abgestimmtes Angebot sicherte in Berlin konstante Aufrufe. Die Forderungen für einheimischen Feldsalat sackten manchmal ab. Belgische Endivien kosteten in Köln mehr als zuvor, was die Kunden mit einer merklichen Zurückhaltung quittierten.

Gurken
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus deutschen, niederländischen und belgischen Abladungen zusammen. Bulgarische Produkte tauchten in Frankfurt auf. Erste spanische Anlieferungen trafen auf verschiedenen Märkten ein. Da diese günstiger als die etablierten mitteleuropäischen Chargen waren und zudem mit einer Ausdehnung ihrer Präsenz in den nächsten Handelswochen gerechnet wird, bröckelten die Notierungen summa summarum ab. Die Verbilligungen wirkten sich aber immerhin positiv auf den Umschlag aus, der flotter vonstattenging. In München sanken die Preise infolge eines abgeschwächten Interesses. Minigurken aus den Niederlanden und Deutschland wurden ohne besondere Vorkommnisse abgegeben. Die Bewertungen zogen ab und zu ein wenig an.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien dominierten, Deutschland und Italien ergänzten das Geschehen. Spanien und die Türkei schickten bloß spärliche Mengen. Die Verfügbarkeit hatte sich generell eingeschränkt. Doch auch der Bedarf verminderte sich. Überhänge konnten nicht überall vermieden werden. Die Notierungen tendierten in der Mehrzahl abwärts, da den Geschäften der Schwung fehlte. Verteuerungen waren nur selten auszumachen, so stiegen in Köln die Preise für niederländische Kirschtomaten etwas an. In Berlin intensivierten sich zwar die Zufuhren aus Polen, diese überzeugten hinsichtlich ihrer Qualität aber nicht und so konnten sie lediglich geringe Marktanteile hinzugewinnen. In Frankfurt verbilligten sich speziell Rispenofferten, deren Abwicklung sich anschließend beschleunigte. Dort verzichteten die Vertreiber wegen der günstigen niederländischen Artikel auf die Order von türkischen Importen, da sie fürchteten, diese nicht schnell genug unterbringen zu können.


Weitere Informationen
Frankfurt
Bei den Orangen tauchten erstmalig südafrikanische Gusocora in Größe 7 in 88-Stück-Kartons auf. Spanien lieferte Satsumas, Okitsu und Iwasaki, in ansprechender Güte. Die Saison von Melonen aus Übersee wurde am Montag eröffnet. Ebenso neu am Markt waren spanische Sharonfrüchte, die 12,- bis 13,- € je 2,5-kg-Karton kosteten. Beim Gemüse trafen erste schwarze Rettiche aus dem Inland ein. Die Kampagne von Weißkohl und Speisekürbissen startete voll durch. Die Qualität der Steinpilze verbesserte sich, was sich in festeren Preisen von bis zu 30,- € je kg zeigte. Pfifferlinge wickelte man trotz der ausgedehnten Einfuhrmengen flott ab. Die Bewertungen von polnischen Champignons hob man kurzzeitig an.
Hamburg
Spanische Satsumas wurden noch nicht gehandelt. Italienische Kiwis sollen ab der 38. KW verfügbar sein. Erste Honigmelonen, Galiamelonen und Cantaloupemelonen aus Brasilien hatten wegen des Preisvorteils spanischer Offerten einen schweren Stand. Für Radicchio musste man 8,- € je 3 kg bezahlen. Rosenkohl aus den Niederlanden wurde zu 8,- € je 5-kg-Sack verkauft. Zucchini aus Spanien lagen mit 4,50 € je 5 kg auf dem Level der einheimischen Chargen. Italienischer Dill kostete 8,50 € je 3 kg und Fenchel 8,- € je 5-kg-Abpackung mit 8 bis 10 Stück.
München
Das Interesse an Erdbeeren schwand; auch das angenehmere Wetter in der zweiten Wochenhälfte führte nicht zu dem erhofften Absatz der konditionell gut aufgestellten süddeutschen und belgischen Ware. Die Wichtigkeit von inländischen und polnischen Himbeeren und Kulturheidelbeeren verringerte sich merklich. Mit dem Auftauchen südamerikanischer Kulturheidelbeeren wird demnächst gerechnet. Die kühleren Temperaturen sorgten für eine leicht verbesserte Beachtung von südafrikanischen und marokkanischen Orangen sowie erster südafrikanischer Mandarinen. Einheimische Auberginen waren nur noch mit Resten vertreten. Die Präsenz von inländischen Zucchini verminderte sich. Deutscher Grünkohl und belgischer Rosenkohl erweiterten das Gemüseangebot. Pfifferlinge verteuerten sich etwas. Steinpilze blieben knapp und hoch bewertet.
Berlin
Die Verfügbarkeit von inländischen Erdbeeren begrenzte sich. Das Sortiment wurde durch polnische, griechische und vereinzelt niederländische Offerten komplettiert. Ansprechende Qualitäten aus Deutschland räumten zu 1,50 € je 500-g-Schale stets zügig. Organoleptisch eingeschränkte Artikel kosteten naturgemäß deutlich weniger. Zum Wochenende hin ergänzten zahlreiche Rückläufer aus dem organisierten LEH die Produktpalette. Nur mit ihnen gelang es, die bei der spätsommerlichen Witterung freundliche Nachfrage zu befriedigen.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 37 / 19
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 19.09.2019

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin