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BLE-Marktbericht KW 30 Äpfel: Die Abladungen aus Übersee prägten die Szenerie

01. August 2019

Neuseeland und Chile herrschten vor, Argentinien und Südafrika rundeten ab. Infolge der Ferien und des in Richtung Sommerobst tendierenden Interesses verliefen die Geschäfte überaus reserviert. Also sanken die Bewertungen meist ab.

Bildquelle: Shutterstock.com Obst Apfel
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Ähnliches war bei den alterntigen europäischen Chargen zu beobachten, denn die Nachfrage befriedigte nur selten. In diesem Segment bestimmte Deutschland vor Italien und Frankreich die Vermarktung. Mit dem Eintreffen erster Artikel aus der neuen Ernte begann die diesjährige Saison: Italienische Delbarestivale und Delcorf sowie einheimische Early Gold, Sommerregent und Lodi tauchten auf, stießen aber noch auf sehr wenig Zuspruch. Unter anderem lag dies an den organoleptischen Eigenschaften, die manchmal Wünsche offenließen.

Birnen
Im Sortiment fand ein Übergang statt, denn die europäischen Offerten lösten die überseeischen zunehmend ab. Italien sendete Morettini, Carmen und Santa Maria. Frankreich und Spanien schickten Dr. Jules Guyot, die aus Spanien stammend unter ihrem Synonym Limonera angeboten wurden. Die Güte überzeugte zwar nicht durchweg, trotzdem griffen die Kunden vermehrt zu. Importe aus Chile und Südafrika verloren an Wichtigkeit, denn die Zufuhren schränkten sich augenscheinlich ein. In diesem Bereich gab es vorwiegend Abate Fetel und Forelle. Generell hätten die Unterbringungsmöglichkeiten durchaus größer sein können. Da der Bedarf jedoch bloß begrenzt war, kamen die Verkäufer nicht immer um Vergünstigungen herum. Diese beschleunigten die Abwicklung aber nicht entscheidend.

Tafeltrauben
Italien dominierte mit Victoria, Black Magic und Crimson Seedless und stellte daneben noch einige weitere Varietäten bereit. Die Versorgung wuchs offensichtlich an. Auch die Zuströme aus Ägypten dehnten sich aus, hier wurden vorrangig Flame Seedless und Crimson Seedless angeliefert. Spanien beteiligte sich hauptsächlich mit Sugraone an der Vermarktung. Griechenland und die Türkei hatten ergänzenden Charakter. Mit der Hitze stagnierten die Geschäfte, das Interesse verminderte sich deutlich. Zudem wiesen diverse Produkte einen grasigen Geschmack auf, was den Umschlag ebenfalls verlangsamte. Gleichwohl verharrten die Notierungen oftmals auf bisherigem Level. Die ägyptischen Partien waren in Berlin dank ihrer niedrigen Preise sehr beliebt. In Hamburg stießen sie infolge von konditionellen Problemen indes kaum auf Beachtung.

Erdbeeren
Deutsche Ware prägte das Geschehen, ihre Verfügbarkeit schränkte sich aber merklich ein. Belgien und die Niederlande spielten eine kleine Rolle. Die angestiegenen Temperaturen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf die Unterbringung: In Frankfurt entschleunigte sie sich, in Hamburg hingegen verbesserten sich die Verkaufsmöglichkeiten. In der Hansestadt konnte der Bedarf mit den einheimischen Abladungen nicht vollends gedeckt werden, sodass ab Donnerstag schwedische hinzugezogen wurden. Qualitativ ließen manche Chargen zu wünschen übrig. Mängelfreie Artikel waren gesucht, knapp und somit auch teuer. Die Niederländer hoben ihre Abgangsforderungen um 25 % an, sodass die Frankfurter Vertreiber zum Wochenende hin vielfach auf deren Früchte verzichteten. In München kletterten die Bewertungen zunächst aufwärts, sie konnten das neu gewonnene Niveau jedoch nicht halten und bröckelten ab Mittwoch wieder ab.

Aprikosen
Frankreich und die Türkei bestimmten die Vermarktung, Italien und Spanien folgten von der Bedeutung her. Bulgarische und griechische Importe trafen örtlich ein, genauso wie einheimische Offerten. Die Hitze beeinflusste die Geschäfte, denn die Güte der Partien schwächte sich schnell ab. Trotz einer durchaus freundlichen Nachfrage konnten Überhänge oftmals nicht verhindert werden, da die Zuströme einfach zu üppig ausfielen. Geschmacklich hatten französische und inländische Bergeron die Nase vorne. Generell waren Zuckeraprikosen aus der Türkei sehr beliebt. In München tauchten in einem steten Rahmen ziemlich teure Marillen aus Österreich auf.

Zitronen
Spanische Zufuhren herrschten vor. Südafrikanische und argentinische Zuströme komplettierten von ihrer Wichtigkeit her auf einem fast gleichrangigen Niveau. Die Geschäfte wiesen keine wesentlichen Höhepunkte auf auf. Die Preise tendierten häufig abwärts, da sich die Nachfrage etwas vermindert hatte. In Frankfurt eintreffende unbehandelte südafrikanische Importe kosteten bis zu 25,- € je 15-kgKarton.

Bananen
Die sommerliche Witterung entschleunigte die Unterbringung sichtlich. Zudem hatten die Ferien den Bedarf oftmals beruhigt. Die Abnahme stagnierte. In den meisten Fällen mussten die Händler ihre Forderungen verringern. Örtlich konnten die Bewertungen der Vorwoche gesichert werden dank einer relativ passgenauen Abstimmung der Anlieferungen an die Vertriebsmöglichkeiten. Lokal schaffte es dem entgegen die Erstmarke aus Costa Rica sich ein wenig verteuern. Obwohl die Zweitmarke stellenweise zum Hauptumsatzträger avancierte, ließen sich daraus keine ansteigenden Preise ableiten. Verschiedentlich räumten diverse Drittmarken recht flott, da sie entsprechend günstig abgegeben wurden. Die tropischen Temperaturen hatten bei einigen aufgelaufenen Mengen für eine rasante Farbänderung gesorgt. Die Folge waren Sonderverkäufe merklich unter Notiz.

Blumenkohl
Deutschland dominierte, Belgien trat nur punktuell auf. Die Nachfrage konnte problemlos befriedigt werden, da sie sich aufgrund der Hitze eingeschränkt hatte. Da war es auch kein Thema, dass sich die Verfügbarkeit leicht verminderte. Die Notierungen tendierten manchmal abwärts. In Frankfurt und Berlin kletterten sie indes bei einem freundlichen Interesse sogar etwas nach oben.

Gurken
Die Anlieferungen von Schlangengurken aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien hatten sich augenscheinlich begrenzt. Dank Werbeaktionen waren ansehnliche Mengen in den LEH gebunden, sodass sich deren Präsenz an den Plätzen merklich verminderte. In der Folge gelang es nicht immer, die Nachfrage vollends zu befriedigen. Also kletterten die Bewertungen nach oben: An vereinzelten Märkten einmalig am Montag, auf einigen aber auch sukzessive über die Woche verteilt. Die Verteuerungen waren dabei mitunter recht massiv und zogen sich meist durch alle Gewichtsklassen. Minigurken stammten aus dem Inland und den Niederlanden. Ihre Preise stiegen ebenso an, jedoch nicht so stark wie bei ihren großen Schwestern. In München steuerte die Kampagne von einheimischen Einlegegurken auf ihren Höhepunkt zu.

Tomaten
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus belgischen, niederländischen und einheimischen Chargen zusammen. Italien, Polen, Frankreich und Spanien rundeten das Angebot mit eher eingeschränkten Abladungen ab. Die Verfügbarkeit schrumpfte. Das Interesse verbesserte sich währenddessen. Quintessenz waren aufwärts tendierende Notierungen. Verteuerungen von bis zu 30 % konnten dabei in Frankfurt für Fleischtomaten beobachtet werden. Auch in München musste man tiefer in die Tasche greifen, was in Widerspruch zu den konditionellen Problemen stand, unter denen manche Früchte litten. Die angehobenen Forderungen führten in Verbindung mit einer schlechteren Qualität zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung.

Gemüsepaprika
Das Fundament der Warenpalette bildeten niederländische Offerten, daneben waren türkische und belgische Produkte vorzufinden. Polen, Ungarn und Deutschland beteiligten sich bloß mit spärlichen Mengen am Geschehen. Die Geschäfte verliefen uneinheitlich. In Frankfurt waren massive Preisschwankungen zu erkennen: Notierungen von 17,50 € je 5-kg-Karton sorgten für eine Stagnation der Unterbringung der gelben Kultivare. In Hamburg verbilligten sich türkische Importe aufgrund ihrer abgeschwächten Güte. In Köln verteuerten sich die niederländischen Artikel und die Kunden quittierten dies mit einer ruhigeren Aufnahme. In München konnte die Nachfrage ohne Schwierigkeiten befriedigt werden, was sich stabilisierend auf die Bewertungen auswirkte. In Berlin verringerte sich die Bereitstellung, was eine schnelle Räumung der inländischen Partien in Klasse II zu maximal 8,- € je 5-kg-Karton ermöglichte.


Weitere Informationen

Frankfurt
Man hatte Probleme, die immer umfangreicher eintreffenden Pflaumen wie Hermann, Cacaks Schöne, Katinka, Ersinger Frühzwetschge und Tegera zu platzieren. Mit Preisen ab 11,- € je 10-kg-Steige wurde versucht, Überhänge zu verhindern. Die Saison von Sommerhimbeeren neigt sich ihrem Ende entgegen; 2,80 € je 250-g-Schale forderte man zum Wochenende hin. Eine Besonderheit waren süßsaure Limelon aus Spanien; diese Melonen kosteten 3,50 je Stück mit 1,1 bis 1,6 kg. Köstlich schmeckende südafrikanische Mandarinen der Varietät Tango konnten zu 23,- bis 25,- € je 10-kg-Karton flott umgeschlagen werden. Erste türkische blaue Feigen in 22er-Kartons wurden zu 12,- € abgewickelt. Nachdem die ersten Mirabellen zu 3,20 bis 3,50 € je kg geschwind ausverkauft waren, kam es zu einer Versorgungslücke, die erst in der 31. KW geschlossen sein soll. Die Verfügbarkeit von Kopfkohl fiel nicht zu üppig aus, sodass die Notierungen auf ihrem hohen Niveau verharrten. Nach einer Pause gab es wieder deutschen Meerrettich. Bei der Hitze waren nur wenige Steinpilze im Sortiment zu 28,- € je kg. Einstandsbedingt sollten sich die russischen und weißrussischen Pfifferlinge etwas verteuern, was man am Markt aber kaum durchsetzen konnte.

Hamburg
Für neue dunkelschalige Pflaumen aus der Türkei in der Größe 45 mm+ wurden 7,50 € je 5-kg-Karton gefordert. Ungarische Lepotica kosteten 0,75 € je kg. Spanische Reineclauden starteten zu 3,50 € je kg in die Kampagne. Erste türkische Feigen brachte man zu maximal 12,- € je 2-kg-Steige unter. Die Notierungen von einheimischem Dill sanken ab. Auberginen aus den Niederlanden und Polen erfreuten sich einer steten Beliebtheit und verteuerten sich.

Köln
Nicht nur ferienbedingt, sondern vor allem wegen der enormen Hitze blieben die Umsätze in der gesamten Woche hinter den Erwartungen zurück. So fand oftmals rund um und in Köln gar kein Straßenhandel statt, weil dies aufgrund des sommerlichen Wetters schon fast nicht mehr möglich war. Die Saison von Pflaumen steht eigentlich erst am Beginn, die Verkäufer gerieten aber sofort unter Druck, da die Kundschaft fehlte und die Offerten infolge der Hitze sehr schnell konditionelle Probleme bekamen.

München
Das Angebot an Pflaumen wuchs stetig. Neben einheimischen Hermann und Katinka gab es Produkte aus Ungarn, Bosnien und Herzegowina sowie aus Serbien. Die Vertreiber mussten ihre Aufrufe deutlich senken. Reichlich und freundlich aufgenommen wurden Melonen. Dank etwas niedrigeren Forderungen konnten Wassermelonen flott untergebracht werden. Inländische Himbeeren und rote Johannisbeeren lieferte man in immer größerem Umfang an. Nach deutscher konventioneller Ware trafen auch erste Hokkaidokürbisse aus Bioanbau ein. Erste italienische Muskat- und Butternusskürbisse wurden wenig beachtet. Günstige inländische Zucchini verdrängten die italienischen und spanischen inzwischen komplett aus dem Sortiment. Angesichts einer ausgedehnten Präsenz verbilligten sich deutsche Buschbohnen und Stangenbohnen. Bei Speisezwiebeln führten im Sektor der Gemüsezwiebeln uneinheitliche Qualitäten zu einer weiten Preisspanne; summa summarum bröckelten deren Notierungen ab. Haushaltsware blieb konstant bewertet.

Berlin
Die Saison von Pflaumen aus dem Inland, Ungarn und den Balkan-Ländern war mit Hermann, Cacaks Schöne und Top in vollem Gange. Die Kauflust zeigte sich überraschend lebendig, aber infolge von zu üppigen Zuströmen traten Konditionsprobleme auf. Italienische und einheimische Haushaltzwiebeln setzten zu 0,60 bis 0,90 € je kg die Konkurrenz aus Übersee unter Druck. Der Umschlag von Pfifferlingen aus Polen, Litauen, Serbien und Weißrussland beschleunigte sich. Exklusive Güte war dabei rar und wurde mit bis zu 15,- € je kg bezahlt. Für knappe Steinpilze interessierten sich wegen Forderungen von bis zu 35,- € je kg nur vereinzelte Kunden.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 30 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 01.08.2019

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin